Inkjetpapier

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Blende ,“Mohn”
Brita Hollesch

Der Boom der Digitalkameras hat folglich dazu geführt, daß zahlreiche Anbieter verschiedene Qualitäten an Inkjetpapieren auf den Markt bringen. Als Inkjet wird ein Verfahren bezeichnet, bei dem die Druckfarben (flüssige Tinte, seltener auch Flüssigwachs) durch mikrofeine Düsen in Millionen feinster Tröpfchen auf das Papier oder einen anderen Träger aufgebracht werden. Im Prinzip lassen sich drei Papierqualitäten unterscheiden: Inkjetpapiere für hochauflösende Farbausdrucke in Photoqualität - das sind jedoch keine echten Photopapiere, sondern Inkjetpapiere für Präsentationszwecke, Deckblätter, Geschäftsbriefe oder Graphiken. Photos lassen sich ebenfalls darauf ausdrucken, wobei die Qualität ordentlich ist, ohne jedoch an die von "echten" Photopapieren heranzukommen. Einsteiger können gut damit üben, auch versierte Anwender nutzen sie für Probeausdrucke. Die Photopapiere dagegen bringen scharfe und brillante Abzüge, die so gut sind wie "echte" Photopapiere. Sie liefern realistische Bilder mit intensiv leuchtenden Farben und klaren Farbübergängen. Sie wellen sich nicht und haben meistens eine UV-Schutzschicht. Photopapiere in Profiqualität schließlich bieten die höchste Qualitätsstufe für den perfekten Photodruck. Die Bilder unterscheiden sich weder optisch noch haptisch von den besten Papierabzügen aus dem Fachlabor.

Photopapiere für Inkjetdrucker sind High-Tech- oder High-Chem-Materialien. Das Flächengewicht bietet ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Das Flächengewicht wird in Gramm per Quadratmeter angeben und reicht von 80 g/qm bis zu 290 g/qm, Fine-Arts-Papiere mit Textilstruktur bringen es sogar auf über 350 g/qm. Inkjetpapiere für einfache Photoqualität haben eine Grammage von etwa 80 bis 120 g/qm, Photopapiere der mittleren Qualität von etwa 130 bis 230 g/qm und Photopapiere der höchsten Qualitätsstufe von etwa 235 bis 290 g/qm. Das Flächengewicht hängt von Materialaufbau und der Beschichtung ab. Bei gleicher Oberflächenart gilt tendenziell, daß je schwerer das Papier, desto besser die Qualität: Die räumliche Tiefe und die Brillanz beispielsweise nehmen mit dem Gewicht zu, was den visuellen Schärfeeindruck erhöht.

Die meisten Photopapiere sind in drei Oberflächen erhältlich: matt, seidenmatt und hochglänzend. Für welche Oberfläche man sich entscheidet, hängt vom eigenen Geschmack und dem Einsatzzweck des Photos ab. Auch hier gilt grundsätzlich bei gleicher Papierstärke: Hochglanzflächen zeigen eine ausgeprägtere räumliche Tiefe und Brillanz als matte oder seidenmatte (halbmatte) Oberflächen, was den visuellen Schärfeeindruck erhöht.

Die Bildqualität im Photodruck hängt von verschiedenen Faktoren ab. Als Ausgangsmaterial sollte die Bilddatei eine dem Ausgabeformat entsprechende Auflösung haben. Als Faustregel für das Druckformat gilt die Anzahl der Pixel geteilt durch 100. Von einer 2.400 x 1.800 Pixel großen Aufnahme (4,3 Megapixel) läßt sich ein 18 x 24 cm Papierbild in guter Qualität drucken. Schwere Photopapiere mit Hochglanzoberfläche, die bis 2.880 dpi auflösen, lassen auch kleinste Details brillant erstrahlen. Für eine genaue Farbabstimmung der Bilddatei ist es sinnvoll, Scanner, Monitor und Drucker zu kalibrieren. Mit speziellen Sets lassen sich alle Geräte farblich aufeinander abstimmen.

Derzeit beherrschen zwei konkurrierende Tintenstrahltechniken den Markt, die sogenannte "Bubble Jet Technologie" und die "Piezo-Technologie". Welches das bessere Verfahren ist, darüber läßt sich trefflich streiten. Beide Verfahren haben ihre Vorteile und werden ständig verbessert. Allerdings ist es wichtig zu wissen, daß nicht jedes Papier mit jeder Art von Drucker und Tinte harmoniert. Die Kompatibilität wird auf der Papierverpackung angegeben und daran kann man sich weitgehend orientieren. Wer Papier, Drucker und Tinte aus einem Haus verwendet, ist immer auf der sicheren Seite. Wer jedoch mit Tinten von Fremdherstellern experimentiert, ist gut beraten, die Kompatibilität der drei Komponenten vor dem Kauf größerer Papiermengen durch einen Testdurchlauf zu prüfen. Die Haltbarkeit von selbstgedruckten Photos war noch vor einigen Jahren ein großes Problem. Technologische Fortschritte bei Druckern, Tinten und Papieren haben zu beruhigenden Ergebnissen bei den beschleunigten Haltbarkeitstests geführt. Je nach Papiersorte und Tinte geben die meisten Hersteller eine Lichtbeständigkeit von 15 bis 25 Jahren an. Wer seine Bilder nicht im Photoalbum, sondern an der Wand präsentieren will, sollte sich bei der Rahmung für ein UV-Schutzglas entscheiden und die Photos nicht der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen. Die unbedruckten Photopapiere sollten kühl und trocken gelagert werden.
 

Digitalfotografie 06 / 2003

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