Kameramodelle

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Blende ,“Blaues Fenster”
Helmut Büchner

Wie in der analogen Photographie können - neben den Profisystemen - die Digitalkameras in zwei Gruppen unterteilt werden: Spiegelreflex- und Sucherkameras.

Spiegelreflexkameras
Spiegelreflexkameras, auch als SLR-Kameras bezeichnet, entsprechen in der Mehrzahl den analogen Gehäusen, mit dem Unterschied, daß sie von den Herstellern mit CCD-Chips zur Bilderfassung, Speichermedium und der notwendigen Steuerelektronik (LCD-Sucher, Menütasten etc.) versehen sind. SLR-Kameras bieten die Möglichkeit, verschiedene Wechselobjektive und auch sonstiges Systemzubehör einsetzen zu können. Der größte Vorteil liegt in einem optischen Sucher, der exakt den aufzunehmenden Motivausschnitt zeigt, da das Bild über einen Spiegel und ein Prismensystem vor dem Aufnahmechip in den Sucher geleitet wird.

Sucherkameras
Die weitaus meisten Digitalkameras ähneln den sogenannten Sucherkameras. Hier sind Objektiv und Sucher zwei Einheiten, was den internen Aufbau vereinfacht und die Geräte dadurch auch preiswerter als SLR-Kameras macht. Im Vergleich zu einer analogen Sucherkamera besitzen sie aber einen ganz erheblichen Vorteil: Über einen eingebauten LC-Monitor kann das Bild ebenso genau beurteilt werden, wie dies mit Hilfe eines Spiegelreflexsystems möglich ist.

Objektiv
Ein Hauptkriterium zur Beurteilung einer Kamera ist die erzielbare Schärfe eines Bildes. Diese hängt neben der Auflösung des Chips auch von der Güte des Objektivs ab, das das Bild präzise auf den CCD projizieren muß. Digitalkameras verlangen dabei besonders gute Linsensysteme, da die Aufnahmefläche des Chips deutlich kleiner ist als die eines Kleinbild- oder Mittelformatfilms. Im Vergleich zu analogen Kameras sind die geringeren Brennweitenangaben auf den Objektiven - zum Beispiel 7 bis 21 mm - verwirrend, zumal sie oft zusammen mit den Brennweitenangaben für den Kleinbildfilm genannt werden.

Die Erklärung für zwei Brennweitenangaben liegt in der deutlich kleineren Fläche, die ein CCD-Chip im Vergleich zum Filmmaterial umfaßt. So wirkt ein 7 mm Objektiv bei einer Digitalkamera bezüglich des Aufnahmemaßstabs wie ein 38 mm Objektiv bei einer Kleinbildkamera. Da es unterschiedliche Chipgrößen gibt und somit eine einheitliche Umrechnung mit einem einzigen Faktor unmöglich ist, geben die Hersteller von Digitalkameras die Brennweite immer im Vergleich zum Kleinbild an, dessen Größe eine Konstante ist.

Digitale Kameras mit Wechselobjektiven sind in der Regel nur in den höheren Preisklassen anzutreffen. Der überwiegende Teil an digitalen Kameras ist mit einem 3-fach-Zoomobjektiv ausgestattet, das meistens den Bereich zwischen leichtem Weitwinkel (zirka 38 mm) bis zum leichten Teleobjektiv (115 mm) abdeckt. Der optische Zoom hat, im Gegensatz zum digitalen Zoom, keinen Einfluß auf die Bildauflösung.

Auflösung/Interpolation
Um die Auflösung scheint sich bei digitalen Kameras alles zu drehen, denn sie hat unmittelbaren Einfluß auf Bildgröße, Qualität sowie auf die spätere Ausgabe der Photos. Die Angabe der Auflösung einer Digitalkamera ist absolut und bezieht sich entweder auf die auf dem CCD-, SuperCCD- oder CMOS-Sensor vorhandenen Bildpixel (Pixel in der Höhe mal Pixel in der Breite) oder auf die im Bild vorhandenen Pixel, deren Anzahl meist etwas geringer ist. Fällt die Auflösung der Bilder höher aus als die Auflösung des Sensors, so war ein Prozeß namens Interpolation im Spiel: Hier wird durch Rechenoperationen die Anzahl der Pixel nachträglich erhöht. Dies geschieht durch Mittelwertbildung. Die Software analysiert die vorhandenen Bildpunkte und setzt dazwischen neue ein, von denen sie "glaubt", daß sie in Helligkeit und Farbe passen. Etliche Digitalkameras haben diese Option integriert, man kann jedoch das Bild auch nachträglich mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes interpolieren.

LCD-Display
Das LCD-Display, das bei den meisten Digitalkameras auf der Rückseite angebracht ist, dient vier Zwecken: als Sucher, Kontrollbildschirm, Präsentationsmedium und um die gewählten Menüeinstellungen verfolgen zu können. Je größer das LCD-Display ist, umso größer ist das Abgebildete. Für den relativ hohen Stromverbrauch von digitalen Kameras ist das LCD-Display verantwortlich, das bei den meisten Kameras abgeschaltet werden kann. Der kleine Farbbildschirm arbeitet wie der eines Laptop-Computers und ist gegenüber Schmutz und Feuchtigkeit empfindlich. Um die Lebensdauer zu erhalten, sollte die Kamera beim Transport immer geschützt werden.

Bedienung
In den meisten Fällen orientiert sich die Bedienung einer Digitalkamera an Kleinbildkameras. Über den Sucher beziehungsweise das LCD-Display und die Zoomtasten wird der gewünschte Bildausschnitt gewählt, während sich die Automatiken der Kamera um Belichtung, Schärfe und den Weißabgleich kümmern. Je nach Kameramodell können Blitz und Weißabgleich noch beeinflußt werden.
 

Digitalfotografie 01 / 2003

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