Gute Metadaten, schlechte Metadaten

Warum und wie Fotografen zusätzliche Bildinformationen im Netz preisgeben sollten – oder nicht

Wer ein Foto ins Internet hochlädt, speichert meist unbemerkt diverse bildbezogene Daten mit. Diese sogenannten Metadaten beinhalten mitunter die Einstellungen und den GPS-Standort der Aufnahme sowie den Namen des Urhebers. Facebook hat diese Daten bei Bilduploads bislang gelöscht, darf das nach einem Gerichtsurteil aber jetzt nicht mehr. Werden nun noch mehr persönliche Daten in sozialen Netzwerken gespeichert? Wir erklären, wozu IPTC- und EXIF-Metadaten in Bildern eigentlich gut sind und wie sie ganz einfach aus der Bilddatei entfernt werden können.

IPTC-Metadaten machen den Urheber sichtbar

Im Fall Facebook geht es um Informationen nach dem IPTC-Standard, der vom International Press Telecommunications Council festgelegt wurde. Erfunden wurde dieses Format von Zeitungsverbänden und Nachrichtenagenturen, um die Weitergabe von Bildern und den Austausch der Werke zu vereinfachen. Es erleichtert die Arbeit der Medien, wenn Software aus der Bilddatei automatisch die originale Bildunterschrift, den Standort und die Kontaktdaten auslesen kann. Löscht Facebook die Infos, lässt sich schwerer nachvollziehen, wer die Rechte an den Fotos hält. Mit diesem Argument hatte ein Fotojournalist gegen Facebook geklagt und vom Landgericht Hamburg Recht bekommen. Das Urteil vom 3. Februar 2016 ist jetzt rechtskräftig geworden.

Metadaten
Metadaten in Fotodateien helfen bei der Medienproduktion und bei der Bildverwaltung. Sie lassen sich unter anderem mit Lightroom einsehen und bearbeiten.

Profis können dank IPTC-Daten ihre Bilder bequem in Datenbanken einspielen und nach dem Lizenzverkauf prüfen, was mit den Bildern passiert. Amateuren helfen die Infos bei der Bildverwaltung. Wer zum Beispiel mit seinem Smartphone fotografiert und das GPS aktiviert hat, profitiert davon, dass Bilder automatisch nach Aufnahmeort sortiert werden können. So lassen sich etwa auf dem iPhone bestimmte Fotos schnell herausfiltern.

Wer momentan bei Facebook ein Bild herunterlädt und die Metadaten einsehen will, muss sich mit mageren Infos zu Bildgröße und Farbprofil zufriedengeben. Selbst unter der Information „Erstellungsdatum“ ist nur das Datum des Herunterladens angegeben, nicht jedoch das reale Erstellungsdatum des Bildes. Dies dürfte sich nach dem Urteil des LG Hamburg in Zukunft ändern.

Nicht jedes Bild enthält IPTC-Metadaten, aber alle enthalten EXIF-Daten

Keine Sorge. IPTC-Daten tauchen nicht aus dem Nichts auf. Wer mit seiner Bildsoftware nichts in die jeweiligen Felder einträgt, gibt mit der Weitergabe des Fotos auch keine dieser zum Teil sehr privaten Daten preis.

Stattdessen werden aber oft andere Daten automatisch erhoben. Neben den im Facebook-Urteil relevanten IPTC-Metadaten gibt es etwa noch das Exchangeable Image File Format (EXIF). Dieses Format kommt praktisch in allen gängigen Kameras zum Einsatz, ob bei einer DSLR, einer Webcam oder einem Smartphone. In diesen Daten befinden sich neben Angaben zur Belichtungszeit der Kamera, Brennweite, der ISO-Wert und Blitzinformationen mitunter auch Geo-Informationen. Das ist hilfreich, wenn man sich mit anderen Fotografen über vorteilhafte Aufnahmeeinstellungen austauschen möchte. Möchte man jedoch nicht, dass jemand anderes ein Bewegungsprofil von der eigenen Foto-Tour erstellen kann, sollte man zumindest die ortsbezogenen Infos aktiv entfernen.

Das Urteil vom Landgericht Hamburg soll in erster Linie dafür sorgen, dass Fotografen, die ihre Werke in das soziale Netz laden, nicht ihre Urheberrechte einbüßen, weil die Metadaten aus dem Bild entfernt wurden. Persönliche Daten von Facebook-Nutzern sind also in erster Linie nicht betroffen. Unklar ist noch, ob Facebook künftig nur die für Profis relevanten IPTC-Daten für Bild-Uploads erlaubt, oder ob auch detaillierte EXIF-Metadaten einsehbar werden.

Metadaten einsehen und bearbeiten

Photo Exif Editor
Android-Nutzer können zwar keine IPTC-, dafür aber EXIF-Metadaten mit der Gratis-App Photo exif Editor direkt auf dem Smartphone bearbeiten.
Schießt man mit einem iPhone ein Foto und sendet es an einen Mac, lassen sich alle EXIF-Metadaten über „Vorschau“ unter „Werkzeuge“ – „Weitere Informationen“ anzeigen. Hat die Smartphone-Kamera während der Aufnahme Zugriff auf den Standort, zeigt der Reiter GPS sogar den genauen Ort an, wo das Bild aufgenommen wurde – inklusive Karte. IPTC-Daten zeigt das Programm erst dann an, wenn manuell über den Reiter „Schlagworte“ sogenannte Tags eingefügt werden. Weitere IPTC-Daten können mit dem Vorschau-Programm nicht eingefügt werden. Der Standort lässt sich allerdings aus der Bild-Datei per Klick unten links entfernen. Die EXIF-Daten, wie das verwendete Smartphone, Vorder- oder Rückkamera, Winkel und Co. können hier jedoch nicht entfernt werden.

Um all diese Daten zu bearbeiten, müssen externe Programme heruntergeladen werden. In Lightroom finden Nutzer eine Übersicht aller IPTC- und EXIF-Informationen im Bibliotheks-Modul im Reiter „Metadaten“. In Photoshop Elements – uns liegt das Programm in Version 13 vor – erfolgt dies durch einen Klick auf „Datei“ / „Dateiinformationen“. Hier erst lassen sich auch die Felder für die IPTC-Daten befüllen. Um Metadaten von Smartphone-Fotos direkt auf dem Handy zu löschen, lohnt sich unter iOS die kostenpflichtige App EXIF-fi (0,99 Euro) oder unter Android die kostenfreie App Photo exif Editor.

Um die Metadaten eines Bildes unter Windows zu visualisieren, muss eine Bilddatei mit der rechten Maustaste geklickt und im Kontextmenü „Eigenschaften“ der Reiter „Details“ ausgewählt werden. Hier können die Bildeigenschaften individuell bearbeitet und sogar direkt gelöscht werden. Adobe Photoshop eignet sich auch unter Windows gut, um Metadaten von Bildern einzusehen und zu bearbeiten.

Digitalfotografie 01 / 2017

1 Kommentare

guter Beitrag, informativ und man lernt nie aus

Marco

von Marco
17. Januar 2017, 18:10:36 Uhr

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