Völlig losgelöst? - Bildübertragung, Bluetooth, Datenübertragung, Hotspot, HSDPA, Infrarot, Mobiltechnologie

Mein Bruder mit seinen Freunden Bildgalerie betrachten

Blende ,“Mein Bruder mit seinen Freunden”
Jennifer Öchsner

Kabellose Verbindungen beim Telefonieren oder bei Fernbedienungen sind seit langem selbstverständlich. Jetzt lernen auch immer mehr Bilder aus Digitalkameras und Photohandys das Fliegen und können ohne Kabel über Bluetooth, WLAN oder Infrarot versandt werden. - Sei es von der Kamera zum PC, Fernseher, Datenprojektor, Bilderterminal oder auch direkt auf die Internetseiten ins World Wide Web. Das alles funktioniert nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch von unterwegs.

Ob zu Hause oder im Büro - die praktische, kabellose Bildübertragung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ließen sich anfangs Digitalkameras, Projektoren, Drucker oder Laufwerke nur per Kabel miteinander oder mit dem Computer verbinden, ist heute der lästige Kabelsalat für die Datenkommunikation nicht mehr nötig. Bei manchen Digitalkameras funktionierte die kabellose Bildübertragung schon seit einiger Zeit, indem man die Bilder direkt an kompatible Drucker oder Computer schicken konnte. Heute sind die Ansprüche an die multimediale Kommunikation in Wohn- und Arbeitsbereichen größer. Bilder sollen nicht nur im Computer zur Verfügung stehen, um sie dort zu bearbeiten oder zu versenden, sondern man möchte sie über den Datenprojektor Geschäftspartnern präsentieren oder sie in gemütlicher Runde der Familie am Fernseher vorführen und das, ohne jedesmal Anschlüsse umzustöpseln und Geräte neu mit Kabeln zu verbinden.


Viele Möglichkeiten führen zum Ziel

Über WLAN-Verbindung (Abkürzung für englisch Wireless Local Area Network, ein Netzwerk für die kabellose Datenübertragung) können heute verschiedene Geräte in unterschiedlichen Räumen in einem Heimnetzwerk mit einander verbunden werden. Die Datenübertragung funktioniert über Funkwellen und erreicht Geschwindigkeiten zwischen 11 Mbit und 54 Mbit pro Sekunde.

Kabellose Freiheit versprechen auch Infrarot und Bluetooth, Technologien, mit denen sich vor allem mobile Geräte wie Labtops, Kamerahandys oder PDAs verbinden lassen. Bluetooth hat gegenüber Infrarot den Vorteil, daß es keine Sichtverbindung zwischen den Geräten benötigt, da es Radiowellen zur Übertragung nutzt. Mit dem Bluetooth-Standard für die Datenübertragung per Funk lassen sich Entfernungen zwischen 30 m und maximal 100 m überbrücken. Die Geschwindigkeit beträgt zirka 732 Kbit pro Sekunde. Die Übertragung der Daten mit Infrarot funktioniert per Lichtstrahl. Die Geschwindigkeit der Übertragung beträgt maximal 115 Kbit pro Sekunde. Da der Sichtkontakt nötig ist und kaum eine größere Entfernung als 50 cm überwunden werden kann, ist die Infrarotverbindung nur für bestimmte Übertragungen geeignet, wie zum Beispiel vom Kamerahandy zu einem Bilderterminal.

Drahtlose Kommunikation ist natürlich vor allem auch unterwegs ein Thema und das nicht nur für Photohandy-Besitzer, sondern ebenso für alle anderen Photographen mit Digitalkameras. Bei Profiphotographen gehört es längst zur Selbstverständlichkeit, von überall auf der Welt Bilder an ihre Auftraggeber zu versenden.

Sogenannte Hotspots ermöglichen heute ohne direkten Anschluß, über WLAN-Daten ans Internet zu übertragen und zu empfangen. Hotspots sind räumlich begrenzte Bereiche, die durch ein lokales Funknetz den schnellen Zugriff ins Internet ermöglichen. Die Reichweite von Hotspots beträgt zirka 100 m. Die Mobiltechnologie boomt gerade in Deutschland, das mit über 5.000 öffentlichen Hotspots weltweit mit den USA auf Platz eins liegt. Hotels oder Raststätten, Restaurants oder Cafes, Flughäfen oder Bahnhöfe sorgen dafür, daß man sich über die dortigen Hotspots jederzeit mit einem WLAN-fähigen Notebook, PDA oder Photohandy ins Internet einwählen kann und seine Bilder an Freunde und Bekannte, an Online-Bilderdienste oder an den eigenen Datenspeicher seiner E-Mail-Adresse schicken kann.

Voraussetzung für die mobile Kommunikation über WLAN-Hotspots ist die Anmeldung bei einem der unterschiedlichen Anbieter, die zum Teil über gemeinsame, zum Teil über eigene Hotspot-Standorte verfügen. Unter- schiedlich sind auch die Abrechnungsmodi der Betreiber, bei denen es ähnlich wie bei Handyverträgen, Prepaid- ebenso wie Postpaidlösungen gibt.

Zur kabellosen Übertragung steht auch die Mobilfunktechnologie UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) der Mobilfunkstandard der 3. Generation (3G) zur Verfügung. Während die WLAN-Übertragung die Nähe eines Hotspots notwendig macht, ist UMTS ortsunabhängig. Sie bietet jedoch nur eine niedrigere Geschwindigkeit, die aber wesentlich höher ist als die im normalen GSM-Netz. Mit UMTS können Datenübertragungsraten bis zu 2 Mbits/s erreicht werden.

Da Schnelligkeit bei der Datenübertragung eine wesentliche Rolle spielt und gerade Bilddateien oft sehr umfangreich sind, gibt es zur kabellosen Medienkommunikation stetig neue Entwicklungen. Eine davon ist HSDPA (High Speed Downlink Packet Access), eine Spezifikation, mit der die Übertragung bei UMTS-Systemen auf 10-15 Mbit/s gesteigert werden soll. Gerechnet wird mit der neuen Technologie im Jahre 2006.

Als neuer Technologiestandard etabliert sich WiFi (englisch Wireless Fidelity. Das WiFi-Logo gewährleistet die Kompatibilität zur 802.11 Spezifikation . Sie stellt sicher, daß mobile Geräte innerhalb der Reichweite einer Basisstation WLAN-Daten zum Beispiel an einen Hotspot senden und von diesen empfangen können. Vorgestellt wurde unter der Bezeichnung WIT (Wireless Image Transfer) eine Technologie zur Bildübertragung von Digitalkameras, die mit dem schnellen WiFi-Übertragungssystem eine 4 Megapixelbilddatei in nur 1/10 Sekunde überträgt. In der neuesten Generation werden auch schon Kamerahandys mit WiFi-Funktionalität angeboten.

Losgelöst von allen Strippen gibt es und wird es in Zukunft immer mehr kabellose Verbindungen geben, mit der die Bildkommunikation sowohl in der häuslichen Umgebung als auch am Arbeitsplatz und unterwegs noch einfacher, schneller und vielfältiger wird. So werden uns zukünftig alle Photos überall und jederzeit zur Verfügung stehen können und uns im wahrsten Sinne um die Ohren flattert.
 

Digitalfotografie 07 / 2005

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