PC gehört zur Grundausstattung eines Fotografen - Worauf beim Rechnerkauf zu achten ist

Die Kamera stellt die Basis dar, deren Funktionsumfang je nach Ausstattung mit entsprechendem Foto- und Videozubehör wie Stativ, Rig, Filter, Blitzgerät, Fernauslöser etc. ausgeschöpft beziehungsweise erweitert werden kann. Ohne einen PC kommt heute selbst im Smartphone- und Tabletzeitalter keiner aus, möchte man seine Fotos und Videos bestmöglich bearbeiten, verwalten und gegebenenfalls archivieren. Da aktuelle Aufnahmegeräte heute ein deutliches an Mehr aufbieten, steigen für denjenigen die Anforderungen an ihren PC, die beispielsweise RAW-Dateien oder Videos bearbeiten möchten. Steht man aktuell vor einer Neuanschaffung, so sollte man heute schon in die morgige Performance wie Rechenleistung und Speicherkapazität investieren, um für die kommenden Jahre perfekt gerüstet zu sein. Zu Beginn der Rechneranschaffung steht die Frage nach dem Betriebssystem, also ob man in einen Windows- oder Apple-Rechner investiert. Das hängt von den persönlichen Vorlieben und vom Geldbeutel ab. Für Foto- und Videobegeisterte werden die wichtigsten Programme für beide Systeme angeboten. Als nächstes muss man für sich die Frage klären, ob ein stationärer oder mobiler PC gewünscht ist. Letztgenannter ist bei gleicher Performance in der Regel teurer als die stationäre Lösung. Wer meint, sich mit einem Notebook die Anschaffung eines Bildschirms zu ersparen, der irrt, setzen doch Bild- und Videobearbeitung auch Monitore in ausreichender Größe und Qualität voraus.

PC gehört zur Grundausstattung eines Fotografen

Die CPU ist die zentrale Recheneinheit und bestimmt die Arbeitsgeschwindigkeit der Programme. Wer mit großen Bild- und Videodateien arbeitet, der ist mit Core-i5 und Core-i7 Prozessoren von Intel nach aktuellem Stand gut aufgestellt. Mobilprozessoren, so ist zu lesen, sind in der Regel langsamer als ihre PC-Pendants. Auf die Taktrate ist zu achten, beeinflusst auch sie die Geschwindigkeit. Auf dem Hauptspeicher liegen die Programme sowie die geöffneten Bild- und Videodaten. 8 Gigabyte Hauptspeicher, auch als RAM bezeichnet, sind wenigstens Pflicht. Wer auch Videos bearbeitet, der sollte sich für 16 Gigabyte entscheiden. Ja nach System/Modell kann der Hauptspeicher gegebenenfalls auch nachträglich aufgerüstet werden. An der Grafikkarte sollte man nicht sparen – sie muss auf den Monitor ebenso abgestimmt sein wie auf die Daten (Bild/Video) die bearbeitet werden. Was nutzt einem ein 4K Monitor, wenn dieser von der Grafikkarte nicht unterstützt wird.

Vor der PC-Anschaffung sollte man wissen, welcher Bildschirm zum Einsatz kommt und welche Daten – Bild oder Video – vorrangig bearbeitet werden. Der Bildschirm gilt als das Fenster zum Foto beziehungsweise Video. Qualität zahlt sich hier ebenso aus wie die Größe. Als Empfehlung für Fotografen gilt 24 Zoll und ergibt in der Diagonalen rund 61 cm. Monitore mit einem Seitenverhältnis von 16:9 haben sich fest im Markt etabliert. Diese, dem Fernsehformat entsprechenden Monitore, sind gerade für Fotografen nicht das Optimum da sie nicht nur Quer- sondern auch Hochformate bearbeiten. Allerdings hat man aktuell kaum die Wahl, da nahezu keine Monitore im Seitenverhältnis von 16:10 oder 5:4 angeboten werden. Neben der Größe ist beim Bildschirmkauf auf die Auflösung, den Farbraum sowie auf die Pixeldichte zu achten. Je höher letztgenanntes ist, desto mehr Rechengeschwindigkeit wird benötigt. Der Farbraum gibt an, welche Farben angezeigt werden können. Auch, wenn Drucker meist einen kleineren Farbraum haben, so zahlt sich ein größerer bei der Bildbearbeitung aus – Kleinste Abweichungen sind bei einem größeren Farbraum sichtbar. Beim Bildschirmkauf ist zudem auf den Anschluss zu achten. HDMI ist am weitesten verbreitet – je nach Standard mit einer Auflösung von 2.560 × 1.440 Pixel. Das reicht für eine Bildershow aus – in der Praxis ruckelt jedoch der Mousezeiger weshalb HDMI 2.0 ratsamer ist. Dies ist aber nur bei den allerneuesten Bildschirmen zu finden.

Zurück zum Rechner. Beim Kauf der Grafikkarte sollte man zudem darauf achten, dass diese die Technologien Open GL (Lightroom, Photoshop) und Open CL (Photoshop, Capture One Pro) unterstützt. Der Speicherplatzhunger nimmt kontinuierlich zu, was an immer größeren Programmen wie an immer umfangreicheren Daten liegt. Für Fotografen als praktikabel ist die Kombination aus drei Speichermedien. Auf einer SSD – immer noch recht teuer, ohne mechanische Teile, deutlich schneller und unempfindlicher gegen Stürze – liegen das Betriebssystem und die Programme während die Daten auf einer herkömmlichen Festplatte abgelegt werden. Für das Backup ist eine weitere Festplatte einzuplanen, meist eine externe die die gleiche Größe haben sollte wie die Platte auf der die Daten gespeichert sind. Der Anschluss von externen Festplatten erfolgt derzeit überwiegend über USB 3.0, der USB-C-Anschluss wird über kurz oder lang zum neuen Standard. In diesem Fall muss auf entsprechenden Adapter beziehungsweise Verbindungskabel zurückgegriffen werden. Welche weiteren Anschlüsse noch notwendig sind, hängt von den persönlichen Anforderungen ab. Tastatur und Maus sowie kabellose Funkmodelle können heute gegebenenfalls über USB angeschlossen werden – hier ist es sinnvoll, wenn der Rechner wenigstens über zwei wenn nicht drei weitere USB-Anschlüsse verfügt. Kommt eine Bluetooth-Maus zum Einsatz, so muss der Rechner entsprechend mit seiner Schnittstelle darauf ausgelegt sein. Nützlich sind Kartenslots – man kann sich aber auch mit externen Kartenlesegeräten behelfen. Auch wenn es immer weniger üblich ist, ist ein internes oder externes CD/DVD-Laufwerk nützlich. Zahlreiche Bild- und Videoprogramme erhält man auf diesen Medien ebenso wie das Bild- und Videomaterial von Freunden. Wird der Rechner an ein Netzwerk und Internet angeschlossen – was heute Standard ist – dann erfolgt dies über die Ethernet-Schnittstelle oder kabellos über WLAN. Aktuell gilt die Ethernet-Schnittstelle noch als schneller.

Digitalfotografie 04 / 2017

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