RAW-Modus - Vollständige Entfaltung des Kamerapotenzials und absolute Bildkontrolle

© Fotograf: Wilmhard Borngräber, Fleetschloßchen, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Wilmhard Borngräber, Fleetschloßchen, Blende-Fotowettbewerb
Aufnahmen können von Kameras in unterschiedlichen Bildformaten gespeichert werden. Die am weitesten verbreiteten Bildformate sind JPEG und RAW. Das JPEG-Bildformat ist heute jedem geläufig, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass es von nahezu allen Programmen gelesen werden kann und weil dieses Bildformat von allen Kameras zur Bildaufzeichnung genutzt wird. Immer mehr zum Standard bei aktuellen Kameramodellen wird die Option, Aufnahmen auch im RAW-Bildformat speichern zu können – zu den Vorteilen später mehr. Je nach Kamera kann entweder zwischen JPEG und RAW gewählt werden – es gibt aber auch Kameramodelle, bei denen die Aufnahmen sowohl im JPEG- als auch im RAW-Bildformat gleichzeitig gespeichert werden können. Das geht zwar mit höheren Speicherkapazitäten pro Bild einher, als Fotograf hält man sich so aber alle Optionen offen.

Vorteile des RAW-Format

© Fotograf: Tobias Schneider, Calm, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Tobias Schneider, Calm, Blende-Fotowettbewerb
Einsteiger in die Fotografie und all jene, die bisher nur das JPEG-Format kennen, werden sich berechtigterweise fragen, was es denn mit dem RAW-Format auf sich hat und wo die Vorteile für den Fotografen liegen. Zunächst zur Technik: Beim RAW-Format werden lediglich die Rohdaten aus dem Bildsensor sowie einige Metadaten, zum Beispiel EXIF-Daten, gespeichert. Diese beinhalten Informationen zur Kamera, zum eingesetzten Objektiv und bei Zoomobjektiven zur Brennweite, zur Verschlusszeit, Blende, ISO-Einstellung und einigem mehr. Viele vergleichen RAW-Dateien übrigens mit dem noch nicht entwickelten Filmnegativ. Genauso wie man bei der Entwicklung den Film noch pushen kann, so bietet RAW beispielsweise die Möglichkeit, Unterbelichtungen in bestimmten Grenzen zu kompensieren. Die Entwicklung der RAW-Konverter ist rasant und erlaubt dementsprechend ständig bessere Ergebnisse.

Die Vorteile von RAW sind darin zu sehen, dass Aufnahmen verlustfrei gespeichert werden, dass mit bis zu 16 Bit Farbtiefe gearbeitet wird und dass die Bildbearbeitungsschritte – Weißabgleich, Farben, Schärfe, Rauschen, Tonwertumfang, Gradation -, die bei JPEG automatisiert in der Kamera ablaufen, mittels Bildbearbeitung kontrollierter ausgeführt werden können.

Ist der RAW-Modus etwas für mich?

© Fotograf: Robert Hammann, Trumpan, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Robert Hammann, Trumpan, Blende-Fotowettbewerb
Gehört man zu den Fotografen, die keine Lust oder auch keine Zeit haben, ihre Aufnahmen am Rechner nachträglich zu bearbeiten, dann sollte das JPEG-Bildformat gewählt werden. Möchte man sich für die Zukunft alle Optionen offen halten, weil man möglicherweise die Liebe für die Bildbearbeitung sowie die Vorteile des RAW-Formates für sich entdeckt und nutzen möchte, dann sollte man – sofern die Kamera die Option bietet -, sich für die gleichzeitige Speicherung der Bildinformationen als JPEG und RAW entscheiden. Ist man beispielsweise begeisterter Landschaftsfotograf, so sollte man sich aus unserer Sicht mit dem RAW-Format auseinandersetzen. Dieses ermöglicht nachträglich mittels Bildbearbeitung nicht nur die volle Kontrolle, sondern auch die subtile Anpassungen hinsichtlich der Tiefen, der Lichter und des Kontrasts vornehmen zu können, was sich natürlich auch in der Bildqualität widerspiegelt.

Digitalfotografie 02 / 2015

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