Richtig scannen - gewußt wie

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Blende ,“Zeitgeist”
Dieter Walter

Photographieren ist in und angesagt, ob analog oder digital. Liegen die Bildinformationen nicht digital vor, so stellen Scanner die optimale Lösung dar, um Negative, Dias oder Aufsichtvorlagen zu digitalisieren. Im Markt befinden sich Flachbettscanner mit und ohne Durchlichteinheit und Filmscanner sowohl für Kleinbildfilm als auch für das Mittelformat. Für welchen Scanner man sich entscheidet, hängt von den Bedürfnissen ab.

Oberstes Gebot beim Scannen ist Sauberkeit, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Jeder noch so kleine Fussel, jeder noch so unscheinbar wirkende Fingerabdruck sind im Scan später zu sehen. Mittels digitaler Bildbearbeitung ist es zwar möglich, Verunreinigungen zu entfernen, doch ist dies mitunter sehr mühsam und diese Arbeit kann man sich schlichtweg sparen. Das Vorlagenglas und die Abdeckung sind mit einem entsprechenden Reinigungstuch aus dem Photofachhandel oder mit Glasreiniger ohne Schlierenbildung und einem weichen sowie fusselfreien Tuch zu säubern. Von Papiertüchern ist Abstand zu nehmen, denn die kleinen und oftmals nicht sichtbaren Holzpartikel können das Vorlagenglas zerkratzen. Auch auf der Scanvorlage kann sich Schmutz befinden. Für Filme bietet der Photohandel spezielle Tücher, Blasepinsel oder Druckluft zum Säubern an. Vorlagen aus Papier sollten ebenfalls fussel- und staubfrei sein, auch Fingerabdrücke sollten sich nach Möglichkeit nicht auf den Vorlagen befinden, ebenso verhält es sich mit Knicken. Viele Scanner bieten heute Funktionen an, die auf den Vorlagen befindliche Partikel durch spezielle Abtastverfahren entfernen. Die Ergebnisse sind überzeugend, dennoch kann unser Rat nur lauten, mit sauberen Vorlagen zu arbeiten.

Heißt es, Dias oder Negative mit einem Scanner zu digitalisieren, so sind nur wenige Punkte zu beachten. Zunächst muß die Frage geklärt werden, ob die Schichtseite des Kleinbildfilmes nach oben oder unten zeigen muß, damit es seitenrichtig eingescannt wird. Dies ist von Modell zu Modell unterschiedlich gelöst und muß im Handbuch nachgelesen werden. Die Justierung des Kleinbildmaterials ist äußerst einfach, denn Vorrichtungen garantieren, daß Dias und Negative nicht schief gescannt werden. Werden Negative oder Dias bei Flachbettscannern direkt auf das Vorlagenglas gelegt, treten vielfach Newtonringe auf. Verhindern lassen sich diese, wenn das Filmmaterial in einen Vorlagenhalter gelegt wird, der einerseits den direkten Kontakt zur Glasoberfläche verhindert und andererseits aber auch garantiert, daß das Filmmaterial plan gehalten wird.

Werden Vorlagen mit Flachbettscannern digitalisiert, so ist Sorgfalt angesagt. Die zu scannende Seite muß auf dem Vorlagenglas aufliegen, so daß sie von der unter dem Glas befindlichen CCD-Zeile abgetastet werden kann. Viel Zeit und nachträgliche Bildbearbeitung kann man sich ersparen, wenn die Vorlage gerade, das heißt zu den Kanten auf das Vorlagenglas gelegt wird. Besonders wichtig ist die richtige Ausrichtung der Vorlage, wenn nur ein Ausschnitt aus der Vorlage gescannt werden soll. Insbesondere bei kleinen Vorlagen ist die Zeitersparnis groß, wenn das Dokument an dem Rand des Vorlagenglases positioniert wird, an dem die Scannerlampe im Ruhezustand geparkt ist. Diese muß dann nicht erst über den gesamten Scanbereich fahren, sondern es wird gleich mit dem Scannen begonnen. Da Flachbettscanner die Vorlagen von oben nach unten abtasten, empfiehlt es sich, die Oberkante der Vorlage an die Nullmarke beziehungsweise Anschlagkante anzulegen, damit das Dokument nicht noch um 180 Grad gedreht werden muß, was wieder zusätzliche Rechenzeit in Anspruch nehmen würde.
 

Digitalfotografie 03 / 2006

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