Welcher Scanner darf es denn sein?

Tuschelduschpärchen Bildgalerie betrachten

Blende ,“Tuschelduschpärchen”
Robert Busch

Scanner sind heute allgegenwärtig, auch wenn es den meisten auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht bewußt ist. Denken wir nur an die Kasse im Supermarkt, wenn die Kassiererin die Preise der Waren auf dem Fließband zusammenrechnet oder an Zustelldienste, wo Scanner heute unverzichtbar sind, damit die Pakete auch rechtzeitig den Empfänger erreichen. Mit Scannern können Schriftzeichen, spezielle Barcodes, Bilder oder beispielsweise die Netzhaut und Hautstrukturen von Händen erfaßt werden. Der Scanner als solches kann nur lesen nicht aber identifizieren, denn das ist die Aufgabe der nachgeschalteten „Intelligenz“ durch Software.

In der Photographie sind besondere Spezies von Scannern zur Digitalisierung von Bildvorlagen notwenig. Neben den Flachbett- und Filmscannern, also Geräten zur Digitalisierung von photographischen Vorlagen, können theoretisch auch Digitalkameras dazu gezählt werden, da sie nichts anderes als Scanner zum Erfassen von 3-D-Szenarien ohne den Zwischenschritt über eine photochemische Aufnahme sind. Entscheidend für die Leistungsfähigkeit ist die Software, denn ohne entsprechendes Scanprogramm können Scanner ihre Stärken nicht ausspielen.

Im Markt finden sich unterschiedliche Scannertypen. Flachbettscanner zählen zu den am weitesten verbreiteten Bilderfassern. Mit ihnen können Texte, Graphiken, Photos und kleinere Gegenstände digitalisiert werden. Anzutreffen sind Geräte mit CCD-Zeilensensor, einer Auflösung von
600 bis 2.400 dpi, 14 oder 16 Bit Farbtiefe und oft besteht die Möglichkeit einer optionalen Durchlichteinheit. Der Vorlagendeckel wird in diesem Fall gegen eine Beleuchtungseinheit getauscht und schon können Durchsichtsvorlagen wie Folien, Negative und Dias gescannt werden. Flachbettscanner mit Durchlichteinheit zeichnen sich im Gegensatz zum reinen Flachbettscanner durch eine höhere Auflösung von bis zu 4.800 dpi und mehr aus. Viele Modelle haben in horizontaler und vertikaler Richtung abweichende Auflösungen. Überwiegend anzutreffen ist eine Auflösung von 1.200 x 2.400 dpi, wobei die 1.200 dpi von der CCD-Zeile kommen. Die 2.400 dpi werden durch den Transport der CCD entlang der Vorlage realisiert - es ist technisch einfacher eine Vorschubrichtung für 2.400 Einzelschritte pro Zoll zu konstruieren, als ein CCD mit doppelter Auflösung. Trommelscanner gehören fast schon der Vergangenheit an, sind jedoch noch in dem einen oder anderen Druckvorstufenbetrieb oder Graphikdesignstudio anzutreffen. Bevorzugt wurden sie früher eingesetzt, weil die Photomultiplier-Technik noch vor einigen Jahren Grundvoraussetzung für eine hochwertige Bilddigitalisierung war, da sie einen höheren Dynamikumfang als die CCD-Technik bot. Trommelscanner weisen eine Farbtiefe von 12, 14 oder 16 Bit auf und sind für flexible Aufsichts- und Durchsichtsvorlagen gedacht. Kleinbild-Filmscanner mit CCD-Zeilensensor und 12, 14 oder 16 Bit Farbtiefe vermögen kleine Vorlagen zu scannen. Ihre Auflösung von bis zu 5.400 dpi reicht aus, um Kleinbildvorlagen bis zu DIN-A3-Formaten verarbeiten zu können. Die Bedienung von Kleinbild-Filmscannern ist einfach, scannen lassen sich Filmstreifen oder gerahmte Dias. Einige Modelle bieten auch die Option, in einer Stapelverarbeitung größere Bildfolgen von Dias und Filmstreifen zu verarbeiten. In einigen Fällen steht auch ein APS-Vorsatz zur Verfügung, um APS-Filme scannen zu können. Die Auswahl von Kleinbild-Filmscannern geht zurück, da immer mehr Flachbettscanner mit Durchlichteinheiten angeboten werden. Speziell für das Mittel- und Großformat sind die Mittelformatscanner mit CCD-Zeilensensor mit einer Auflösung von bis zu 4.000 dpi und 14 oder 16 Bit Farbtiefe ausgerichtet. Der überwiegende Teil der Mittelformatscanner ist mit bis zu drei Scanzeilen ausgestattet. Durch die höhere Anzahl der Scanzeilen können mehr Bildpunkte mit einem Vorschub abgetastet werden, wodurch Filmvorlagen im Mittelformat ähnlich schnell eingescant werden wie Kleinbildformate. Je nach Auflösung des Bildsensors können auch Digitalkameras zum Scannen von Vorlagen herangezogen werden. Die Bildaufzeichnung wird bei Digitalkameras der Kompakt- und Spiegelreflexklasse von einem Flächenbildsensor, meist ein CCD- oder ein CMOS-Chip, übernommen. In der Regel liegen die erzielbaren Bildauflösungen bei digitalen Spiegelreflexkameras höher als bei kompakten Digitalkameras aber niedriger als bei Mittelformatkameras mit Digitalrückteil.
 

Digitalfotografie 02 / 2006

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