Smartphone-Fotos selber drucken: drei Wege zum Sofortbild-Hingucker

Ausgedruckte Smartphone-Fotos machen Freude. Der Weg zu gelungenen Ergebnissen ist einfach. © 2017 Julia Froolyks
Ausgedruckte Smartphone-Fotos machen Freude. Der Weg zu gelungenen Ergebnissen ist einfach.

Viele Fotografen wollen nicht mehr den Umweg über den Computer gehen, um ihre Bilder auszudrucken. Weil immer mehr Kameras über WLAN verfügen, können sie die Fotos direkt an einen Drucker funken. Smartphones verfügen sowieso über die notwendigen kabellosen Schnittstellen. Selbst wenn das Foto nicht direkt mit dem Smartphone aufgenommen wurde, dient es oft als Zwischenstation, weil sich mithilfe von Bildbearbeitungs-Apps die Aufnahmen noch an Ort und Stelle schnell aufhübschen lassen. Daher geht generell ein Trend dahin, Bilder vom Smartphone aus an einen Printer zu schicken und auf Papier zu verewigen. Wir zeigen Smartphone-Fotografen, was es zu beachten gilt, wenn Fotos über den WLAN-Drucker, mobile Smartphone-Drucker und an Fotoautomaten im Fotohandel beziehungsweise Drogeriemarkt ausgedruckt werden sollen.

Sofortbilder an den Heimdrucker funken

Die meisten handelsüblichen Heimdrucker sind unbabhängig von der Marke nicht nur fototauglich, sondern können Dateien auch per Funk empfangen. Auf diese Weise lassen sich Smartphone-Fotos direkt und ohne Umweg über den Computer oder SD-Kartenleser ausdrucken. Voraussetzung ist, dass der Drucker Signale per WLAN empfängt. Ob das zutrifft, lässt sich im Handbuch herausfinden, sofern der Hersteller dies nicht ohnehin prominent auf dem Druckergehäuse markiert hat. Manche Modelle können direkt ein Funknetz zum Smartphone aufbauen. In der Regel läuft die Verbindung aber über den heimischen WLAN-Router.

Um den Drucker ins heimische Netzwerk zu integrieren, verbinden Nutzer ihn wie jedes andere WLAN-fähige Geräte auch mit dem Router. Dazu folgt man am besten den Anweisungen im Drucker-Handbuch oder auf dem Touch-Display, über das viele aktuelle Druckermodelle verfügen. Innerhalb der Drucker-Einstellungen lässt sich das WLAN-Netzwerk finden und über den Netzwerkschlüssel verbinden. Daraufhin kann der Drucker von allen anderen WLAN-fähigen Geräten angewählt werden – die Voraussetzung zum Drucken mit dem Smartphone ist erfüllt.

Einrichten unter iOS und Android

Ob iOS oder Android – beide mobilen Betriebssysteme erlauben das schnelle Drucken direkt vom Smartphone aus. Apples mobiles Betriebssystem iOS hat dafür AirPrint-Funktion an Bord. Mit ihr lässt sich der im Netzwerk befindliche Drucker direkt anwählen und das entsprechende Foto drucken. Dazu müssen Nutzer einfach das gewünschte Bild innerhalb der Foto-App auf dem iPhone oder iPad auswählen und über den „Teilen“-Button den AirPrint-Drucker suchen. Welche Drucker sich mit Apples Druck-Schnittstelle verstehen, verrät eine monatlich aktualisierte Liste mit AirPrint-kompatiblen Druckern.

Viele WLAN-Drucker erkennen die AirPrint-Schnittstelle des iPhones automatisch. © 2017 Berti Kolbow-Lehradt
Viele WLAN-Drucker erkennen die AirPrint-Schnittstelle des iPhones automatisch.

Im Android-Lager ist die Einrichtung komplizierter und variiert von Anbieter zu Anbieter. Wie Samsung-Nutzer vorgehen, lässt sich am Beispiel des Samsung Galaxy S8 erklären. Innerhalb der Smartphone-Einstellungen wählt man die Kategorie „Verbindungen“ aus. Unter „Weitere Verbindungseinstellungen“ befindet sich der Eintrag „Drucker“. Das Samsung-Smartphone benötigt bei diesem Schritt den passenden Drucker-Treiber. Ab Werk sind hier bereits Treiber für Samsung-, Epson- und HP-Drucker vorinstalliert. Alle anderen Drucker-Treiber lassen sich in diesem Schritt über den Button „Download Plugin“ suchen und herunterladen.

Apps von Druckerherstellern helfen bei Einrichtung und bieten mehr Optionen

Mitunter ist der eigene WLAN-Drucker nicht unmittelbar über die integrierte Druckfunktion von iOS und Android ansteuerbar. Dann führt oft eine App des Druckerherstellers zum Ziel und ebnet den Datenaustausch zwischen Smartphones bzw. Tablet und einem Drucker. Die passende App finden Druckerbesitzer auf der Produktseite des Druckerherstellers heraus.

Selbst wenn die App für die Einrichtung nicht nötig sein sollte, kann die Installation trotzdem lohnen. Denn das größte Problem beim direkten Drucken der Fotos über die integrierte Drahtlos-Druckfunktion von Smartphones ist die Einschränkung bei den Bild-Optionen. So lässt sich beispielsweise unter iOS das entsprechende Foto nur aus dem lokalen Speicher auswählen und dann direkt im Format DIN A4 drucken. Mehr Auswahl gibt es nicht.

Im Gegensatz dazu ermöglichen viele Druckerhersteller-Apps, den Bildausschnitt zu verändern, die Bildgröße zu skalieren oder zwischen verschiedenen Papierformaten zu wählen. Kleinere Korrekturen oder Aufhübschungen mit Filtern und Rahmen sind oft zum Teil auch möglich. Aber das ist Standard-Kost, die Bilder-Apps der Smartphones meist auch selbst an Bord haben. Viel praktischer ist es, wenn die Drucker-App nicht nur Zugriff auf lokal abgelegte Bilder, sondern auch auf in Cloud-Diensten gespeicherte Dateien zulässt.

Lange Freude am Foto – das passende Druckermaterial

Auch das Druckermaterial sollte sorgfältig gewählt werden, damit das Foto lange farbgetreu und haltbar bleibt. Für hochwertige Ergebnisse sollten Anwender auf Papier namhafter Hersteller setzen, wobei es nicht zwingend die hauseigenen Produkte der Druckerhersteller sein müssen. Damit sich das ausgedruckte Smartphone-Foto hochwertig anfühlt, empfiehlt sich Fotopapier aus robustem Karton mit einem Gewicht zwischen 150 und 180 g/m2 pro Blatt. Für noch bessere Fotoqualität stehen die sogenannten FineArt-Papiere. Um zu verhindern, dass Sonnenlicht die Fotos allzu schnell ausbleicht, sollten Nutzer auch bei der Tinte nicht sparen. Original-Tinte mag teurer sein als die Patronen von Drittanbietern. Die Wahrscheinlichkeit bestmöglicher Ergebnisse ist jedoch bei Original-Produkten am höchsten.

Smartphone-Fotos mit portablen Druckern auf Papier bringen

Zum Ausdrucken von Smartphone-Fotos muss nicht immer gleich ein Komplett-Drucker mit entsprechenden Patronen und Papier gekauft werden. Wer ab und zu Fotos vom Smartphone drucken möchte, kann auf die kleinere Variante setzen. Gemeint sind die immer beliebteren portablen Mini-Drucker, die sich ausschließlich mit einem Smartphone, nicht aber mit einem Computer, verbinden lassen.

Die kleinen Smartphone-Drucker sind in der Regel akkubetrieben und passen in jede Tasche. Daher eigenen sie sich vor allem für Urlaube, Partys oder andere Freizeitaktivitäten, bei denen schöne Schnappschüsse festgehalten und sofort geteilt werden sollen.

Portabler Mini-Drucker instax SHARE SP-3 © 2017 Fujifilm
Portabler Mini-Drucker instax SHARE SP-3 – Belichtet Digitalbilder in nur 13 Sekunden als kultige Sofortbilder. Immer dabei im Urlaub, Partys etc.

Das Besondere ist die Funktionsweise. Während stationäre Drucker das Foto mit Tinte auf das Papier bringen, arbeiten die portablen Mini-Drucker aus Platzgründen mit Zink-Papier, auf das durch Erhitzen das Motiv gedruckt wird. Zink steht dabei nicht für das Metall, sondern für „Zero INK“, also „Null Tinte“. Dabei befindet sich die eigentliche Farbe des Bildes bereits vor dem Druck auf dem Zink-Papier. Die Farbpigmente in Form von Kristallen werden durch die Hitze dann im korrekten Farbton sichtbar gemacht.

Auf dem Markt sind mittlerweile einige Pocket-Drucker vertreten, die auf diese Weise das Ausdrucken von Smartphone-Bildern ermöglichen. Die handlichen Drucker werden entweder per Bluetooth oder USB-Kabel mit dem Handy verbunden.

Das Papier für die kleinen Drucker ist auf den ersten Blick vergleichsweise teuer. Das relativiert sich aber schnell, denn dafür entfällt ja die Anschaffung der Tinte. Die notwendigen Drucker-Apps sind kostenlos. Der Funktionsumfang mit Bildbearbeitung vor dem Druck variiert. Auch Emojis, Rahmen oder Beschriftungen können mitunter vor dem Ausdrucken mit dem portablen Drucker hinzugefügt werden.

Smartphone-Fotos direkt am Foto-Terminal drucken

Smartphone-Fotos können natürlich heute auch über Foto-Terminals, auch oftmals als Sofort-Druckstationen bezeichnet, ausgegeben werden. Die Verbreitung der Foto-Terminals ist groß und beschränkt sich nicht nur auf den Fotohandel oder Drogerieketten. Immer öfter sind Foto-Terminals auch an Flughäfen anzutreffen. Praktisch – so lässt sich die Wartezeit verkürzen.

Heute lassen sich die Handys nicht mehr nur per USB-Kabel mit den stationären Druckerstationen verbinden. Viele neuere Druckerstationen beinhalten ein Bluetooth- oder WLAN-Modul, mit dem das Smartphone kommunizieren kann.

Die Smartphone-Bilder lassen sich in nahezu jedem beliebigen Format stationär ausdrucken und sofort mitnehmen. Die Auswahl geht aber über den reinen Bilderdruck hinaus. Aufwendigere Drucke, wie Fotobücher oder Kalender, sind oft auch im Angebot. Die Software der Drucker-Stationen ist mittlerweile so breit aufgestellt, dass sich die Smartphone-Fotos auch hier direkt bearbeiten, zurechtschneiden oder mit Filtern und Rahmen versehen lassen.

Fazit: Smartphone-Fotos selbst drucken ist eine Typ-Frage

Letztendlich kommt es beim Sofortausdrucken von Smartphone-Bildern darauf an, für welchen Zweck die Ausdrucke gedacht sind. Ein stationärer WLAN-Drucker zu Hause schafft mit der richtigen Tinten- und Papierwahl tolle und haltbare Ausdrucke direkt vom Smartphone. Hier müssen allerdings vorab einige Voraussetzungen erfüllt werden, wie kompatible WLAN-Drucker und die passenden Smartphone-Apps. Das direkte Drucken vom Smartphone auf den Drucker ist nämlich aufgrund der mageren Bearbeitungsmöglichkeiten nicht empfehlenswert. Die Anschaffung eines WLAN-fähigen Fotodruckers lohnt sich für diejenigen, die nur ab und zu Fotos direkt vom Smartphone ausdrucken wollen.

Für alle, die ihre digitalen Schnappschüsse regelmäßig und in großer Stückzahl ausdrucken sind Foto-Terminals oftmals die bessere Wahl. Die stationären Drucker-Terminals bieten viele Bearbeitungsmöglichkeiten und alle gängigen Formate bis hin zum Fotobüchern und Kalendern.

Portable Smartphone-Drucker gewinnen an Beliebtheit, denn auf „analoge Weise“ werden Bilder geteilt. Hinzu kommt der Prozess, wenn sich das Papier nach Ausgabe entwickelt, der fasziniert.

Digitalfotografie 11 / 2017

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