Speicherkarten im Überblick




















Speicherkarten, in vielen Fällen gerade mal so groß wie eine Briefmarke, sind das unverzichtbare Medium zur Aufzeichnung und zum Austausch digitaler Daten. Gerade in der Digitalen Photographie, aber auch in Digicams, Photohandys, PDAs oder mobilen Audiogeräten kommen sie zum Einsatz und warten bereits mit Speicherkapazitäten von bis zu vier Gigabyte auf, Tendenz steigend. Einher mit den vielfältigen Einsatzgebieten der Speicherkarten geht auch die Vielfalt der auf dem Markt erhältlichen untereinander nicht kompatiblen Kartentypen. Im Folgenden hier ein Überblick über die Leistungsmerkmale der derzeit auf dem Markt befindlichen Speicherkarten:


CompactFlash-Speicherkarten (CF)

Bei CompactFlash-Speicherkarten handelt es sich um Festspeicher, die weder Strom/Batterie zum Datenerhalt benötigen, noch bewegliche Teile wie eine Festplatte. Sie sind robust, verfügen über eine integrierte Steuerelektronik, so daß die Karten den "Plug and Play"-Anforderungen entsprechen und von den gängigen Betriebssystemen automatisch erkannt werden. ComapctFlash-Speicherkarten genießen eine große Verbreitung, und über ein spezielles Lesegerät an einen PC angeschlossen ist der Bilddatentransfer bis zu 50mal schneller als über den seriellen Anschluß der Digitalkamera an einen PC. Die CompactFlash-Karten gibt es derzeit mit Speicherkapazitäten von bis zu 4 GB, es werden bereits Karten mit bis zu 6 GB Speicherplatz angekündigt. Der wesentliche Unterschied zwischen den sich derzeit auf dem Markt befindlichen CompactFlash-Karten liegt in der Schreib- und Lesegeschwindigkeit.


Man unterscheidet bei CompactFlash-Speicherkarten zwei verschiedene Versionen, Typ I und Typ II, die sich in der Größe voneinander unterscheiden. Der Karten-Typ I paßt sowohl in Typ I als auch in Typ II Karteneinschübe - umgekehrt gilt dies nicht. Derzeit wird erwartet, daß neue Technologien die Transferrate noch mehr steigern werden. Um diese höheren Kapazitäten nutzen zu können, ist es jedoch notwendig, die Karten für FAT32 zu formatieren. Die meisten Digitalkameras nutzen jedoch FAT12 oder FAT16, so daß diese neuen Karten von älteren Kameras nicht mehr erkannt werden, außer der Anwender achtet bei der Formatierung auf die Wahl des richtigen FAT-Dateisystems.


Nach Presseberichten waren bis vor kurzem CompactFlash-Karten neben den SmartMedia-Karten die am häufigsten verwendeten Speichermedien in der Digitalphotographie. CompactFlash-Karten, die auch großen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden können, gelten als sehr robust. Die CompactFlash-Assoziation verspricht gar, daß die Compact-Flash-Speicherkarten bei normalem Gebrauch bis zu 100 Jahre ohne Datenverlust überstehen. - Ob es dann allerdings noch Geräte geben wird, die diese Karten lesen können, sei in Frage gestellt.


MultiMedia Card (MMC)

Die MultiMedia-Karten sind eine Gemeinschaftsentwicklung, die zunächst als Wechselspeicher für Mobiltelefone gedacht waren und deren Speicherbedarf ständig wächst. Trotz guter Akzeptanz bei tragbaren Audiogeräten, einigen Handys und Camcordern konnten sich die MultiMedia-Karten nur zögerlich etablieren, und manche sagten bereits ein baldiges Ende voraus. Derzeit erleben die MultiMedia-Karten ein Comeback - sie sind zur Zeit mit einer maximalen Kapazität von 128 MB verfügbar - und die MultiMediaCard Assoziation hat eine neue Spezifikation (Version 4.0) verabschiedet mit dem Ergebnis, daß die Daten mit 52 Megabyte pro Sekunde bis zu 20mal schneller als bisher übertragen werden können. So sieht die Zukunft dieses Kartentyps aus. Grundvoraussetzung für diese neue Spezifikation der MultiMedia Card ist, daß sowohl der auf der Speicherkarte integrierte Speicher als auch die Kameraelektronik mit den Geschwindigkeiten der Datenübertragung mithalten kann. Mittel- und langfristig kann damit gerechnet werden, wobei dank eines eingebauten Controllers die neuen MultiMedia Cards auch in älteren Geräten funktionieren sollen. Rein mechanisch gesehen passen MultiMedia Cards in jeden Secure-Digital-Karten-Slot (SD), umgekehrt übrigens nicht.


Secure Digital Cards (SDC)

Secure Digital Cards sind robust und garantieren eine schnelle Datenübertragung. Sie kommen seit geraumer Zeit immer häufiger in Digitalkameras zum Einsatz und Marktforscher gehen davon aus, daß bis 2005 der Anteil von Secure Digital Karten 50 Prozent des gesamten Marktes für Speicherkarten betragen wird. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat herausgefunden, daß bereits 39 Prozent aller in Deutschland verkauften Digitalkameras SD-Karten verwenden.


Die Secure Digital Card unterscheidet sich äußerlich zur abwärtskompartiblen MultiMedia Card in drei wichtigen Punkten. Sie ist 0,7 mm dicker, weist statt zwei insgesamt neun Kontakte auf und verfügt darüber hinaus über einen Schieber zur Aktivierung des Schreibschutzes. Der größte Unterschied zwischen der MultiMedia Card und der Secure Digital Card liegt im Inneren der Karte. Die SD-Karte verfügt über eine Technologie, die illegale Kopien von Copyrightgeschützten Inhalten verhindert.


SD-Speicherkarten bieten derzeit eine maximale Kapazität von 512 MB, wobei bereits Karten mit 1 GB angekündigt wurden. Die Schreib- und Lesegeschwindigkeit der jüngsten SD-Karten-Generation entspricht der von CompactFlash-Speicherkarten, da im Prinzip die gleiche Speichertechnik und die gleichen FlashMemory-Chips zum Einsatz kommen. Da die Steuerelektronik wie bei den CompactFlash-Karten auf der Karte untergebracht ist, können auch neuere SD-Karten in älteren Kameras eingesetzt werden.


mini-Secure Digital Cards (mSDC)

Die mini-Secure-Digital Card wurde in erster Linie für den Einsatz in Handys entwickelt. Sie ist um rund die Hälfte kleiner als die Secure Digital Card und verfügt über zusätzliche Kontakte für innovative Anwendungen im Mobilfunkbereich. Die mini-Secure Digital Card ist kompatibel zur SD-Technologie, und mit Hilfe eines entsprechenden Adapters kann sie auch in SD-Slots verwendet werden. Derzeit beträgt ihre maximale Kapazität 256 MB.


Memory Stick (MS)

Der Memory Stick findet seinen Einsatz in Digitalkameras, Camcordern, LCD- und Plasma-Fernsehern, Notebooks, Organizern, Handys sowie Audioplayern und wird fälschlicherweise immer noch als Alleingang von Sony angesehen. Derzeit unterstützen rund 500 Firmen die unterschiedlichen Memory Stick-Speicherkarten-standards.


Genauso wie die SD-Karte ist der Menory Stick mit einem Kopierschutz ausgestattet. Flaggschiff ist der Memory Stick Pro mit 1 GB Speicherplatz, schneller Schreib- und Lesegeschwindigkeit sowie hoher Datensicherheit. Die schnelle Transferrate macht es möglich, Videosequenzen samt Ton in DVD-Qualität aufzeichnen zu können. Aufgrund der hohen Datentransferrate bietet sich der Memory Stock Pro für die Aufzeichnung und Wiedergabe hochauflösender Photo- und Videoaufnahmen an. Der Memory Stick Pro Duo - ihn gibt es mit Kapazitäten von bis zu 512 MB - weist die gleichen Eigenschaften wie der Memory Stick Pro auf, ist jedoch nur etwa ein Drittel so groß. Über einen Adapter kann er auch in Geräten mit herkömmlichen Memory Stick-Slots verwendet werden. Varianten des Memory Stick Pro Duo in gleicher Baugröße, aber mit einer maximalen Kapazität von 128 MB sind der Memory Stick Duo mit Magig Gate Technologie und High-SpeedKompatibilität, der Magig Gate Memory Stick Duo und der Memory Stick Duo. Alle drei können über einen Adapter in herkömmlichen Memory Stick-Slots verwendet werden. Der Memory Stick Select verfügt über zwei getrennt ansteuerbare Speicherplätze von jeweils 128 MB, die mechanisch anwählbar sind und dem Anwender dadurch ganz neue Möglichkeiten der Datenverwaltung bieten. Die Memory Stick ROM stellt eine Sonderform dar, denn sie dient ausschließlich der Verteilung von Daten und Multimediainhalten.


SmartMedia Card (SMC)

Die SmartMedia Cards - anfangs mit einer Speicherkapazität von 32 MB ausgestattet, jetzt mit 128 MB - standen anfänglich in starker Konkurrenz zu den CompactFlash Karten wegen ihrer für damalige Verhältnisse kleinen Bauweise. Die SmartMedia Cards sind mit einem nichtflüchtigen Flash Memory Speicher ausgestattet, der die Daten ohne Strom sichert, beziehungsweise die Energie hierfür kommt direkt von der Kamera. SmartMedia Karten sind aufgrund der geringen Produktionskosten preiswert, haben aber die Nachteile, daß sie über keinen eingebauten Controller verfügen - die "Intelligenz" muß also in der Kamera eingebaut sein - und die Kontakte offen liegen, wodurch es durch Staub, statische Aufladungen oder Schweiß zu Datenverlusten kommen kann. Nach derzeitigem Stand dürfte es angesichts der raschen Fortentwicklung konkurrierender Speicherstandards und des geringen Datenvolumens von maximal 128 MB dazu führen, daß die SmartMedia Cards keine goldene Zukunft haben. Hierfür spricht auch die Tatsache, daß zwei Kamerahersteller (Fuji und Olympus) gemeinsam einen Nachfolger, die xD-Card, entwickelt haben, die deutlich kleiner ist als die bisherige SmartMedia Card und auch höhere Kapazitäten aufweist.


Angeboten werden die SmartMedia Cards übrigens in 3,3 - bei der Draufsicht auf die Kontakte sind die Karten oben links abgeschrägt - und 5 Volt - bei der Draufsicht auf die Kontakte sind die Karten oben rechts abgeschrägt. Damit wird das versehentliche Einstecken der Karte in ein Gerät mit anderer Betriebsspannung verhindert.


xD-Karten

Die xD-Karte ist derzeit das kleinste Flashbasierende Wechselspeichermedium mit Kapazitäten von 512 MB, geplant sind in den nächsten Jahren Speicherkapazitäten bis 8 GB. Ihr Einsatzgebiet beschränkt sich nicht nur auf Digitalkameras, erwartet wird dank ihrer geringen Größe auch der Einsatz in Kamerahandys, PDAs oder mobilen Audiogeräten. xD-Karten verfügen über keinen eigenen Controller, die Hersteller versprechen aber, daß das fehlende Kontrollelement bei zukünftigen Kapazitätssteigerungen nicht zu Inkompatibilitäten führen soll. Bezüglich der Schreib- und Lesegeschwindigkeit liegt die xD-Karte im oberen Mittelfeld.


 

 speicherkarten

"Motorradfreaks"
Rudi Eckhardt
Speicherkarten im Überblick


































































Speicherkarte

Ankürzung
Maße

(H x L x B)     
        
Kapazität           Lesege-

schwindigkeit

Schreibge-

schwindigkeit

Überspiel/

Kopierschutz
CF Typ I3,3 x 43 x 36 mm32 MB - 4 GB2,7 MB/s1,0 MB/snein/nein
CF Typ II5,0 x 43 x 36 mm32 MB - 6 GB2,6 MB/s2,6 MB/snein/nein
MMC1,4 x 24 x 32 mm32 MB - 1 GB1,5 MB/s0,9 MB/snein/ja
SDC2,1 x 24 x 32 mm32 MB - 1 GB2,7 MB/s2,0 MB/sja/ja
MS2,8 x 50 x 21 mm64 MB - 256 MB2,0 MB/s1,5 MB/sja/ja
SMC0,8 x 45 x 37 mm32 MB - 128 MB1,5 MB/s2,0 MB/sja/ja
xD1,7 x 25 x 20 mm64 MB - 512 MB5 MB/s3 MB/snein/nein

Quelle: www.hama.de
  
Fazit

Alle Speicherkarten haben ihre spezifischen Vorzüge und auch Nachteile, wobei die Unterschiede nicht so gravierend sind, daß man einer Karte den Vorzug geben muß. Generell zu berücksichtigen ist, daß die Geschwindigkeit einer Speicherkarte auch vom Zusammenspiel mit der Kameraelektronik abhängt. Wichtigstes Kaufkriterium für Speicherkarten sind Kompatibilität, Flexibilität und Robustheit. Für Digitalkamerabesitzer empfiehlt es sich, ein Kartenlaufwerk mit Steckplätzen für die gängigsten Speicherkarten einzusetzen. Nur wer sicher ist, in Zukunft mit nur einem Speicherkartentyp zu arbeiten, sollte sich ein Einzellaufwerk mit entsprechendem Steckplatz zulegen. Wer den Geschwindigkeitsvorteil moderner Speicherkarten für sich nutzen möchte, der sollte auf eine USB 2.0 oder Firewire-Schnittstelle Wert legen.
  

 

Digitalfotografie 03 / 2004

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