Speicherkarten: Datensicherheit - Datenverschlüsselung

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Blende ,“Vor dem Wettkampf”
Christel Behrndt

In der Welt der digitalen Photographie haben Speicherkarten die Rolle des Films übernommen. Unterscheiden sich Filme nach Typ, Format und Empfindlichkeit, so lassen sich die briefmarkengroßen Speichermedien nach Typ, Kapazitäten, Transferraten und eventuellen Zusatzfunktionen, wie beispielsweise Schreib- und Copyright-Schutz, differenzieren.

Dienten Speicherkarten anfangs nur als Zwischenspeicher für die Aufnahmen digitaler Kameras, so haben sie sich inzwischen mehr und mehr als universelle Datenträger für eine Vielzahl von Anwendungen etabliert. Sie dienen zum Datentransfer zwischen den unterschiedlichsten mobilen oder stationären digitalen Geräten wie Camcorder, Photohandys, PDAs, MP3 Player oder auch PCs. Daher werden Speicherkarten - je nach angestrebtem Einsatzzweck - in zahlreichen Varianten für private und professionelle Anwendungen angeboten. Alle Karten - mit Ausnahme der zum CompactFlash Standard kompatiblen MicroDrive Minifestplatten - verwenden Flash-Memory Bausteine als Speicherzellen. Diese nichtflüchtigen Datenspeicher behalten ihre Daten auch, wenn keine Energie fließt. Sie benötigen Strom nur zum Schreiben oder Lesen. Sie sind besonders widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen und benötigen für den Betrieb keine beweglichen Teile. Daher sind sie auch weitgehend unempfindlich gegen Stoß und andere Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen.


Datensicherheit

Galten früher digitale Daten als besonders gefährdet, so haben zahlreiche Tests inzwischen bewiesen, daß dies für die auf einer Speicherkarte abgelegten Daten in der Regel nicht zutrifft. Tester der englischen Zeitschrift „Digital Camera Shopper“ haben beispielsweise Karten vom Typ CompactFlash, Secure Digital, xD, Memory Stick und SmartMedia in Brause getaucht, in der Waschmaschine mitgewaschen, mit dem Skateboard überrollt und zusätzlich einem sechsjährigen Jungen zum Auseinandernehmen überlassen. Die Speicherkarten haben alle diese extremen Behandlungen überstanden. Aufgeben mußten sie erst nach zwei weiteren Härtetests, bei denen sie die zwar sehr fantasievollen aber wenig systematisch vorgehenden Tester mit einem Vorschlaghammer traktierten und an einen Baum nagelten. Selbst nach dieser nicht zur alltäglichen Praxis gehörenden Behandlung konnten Datenrettungsspezialisten der Firma Ontrack Data Recovery die Daten von einer SmartMedia- und einer xD-Picture Card wieder herstellen. Speicherkarten sind demnach viel robuster als gemeinhin befürchtet. Sie haben sich als ein besonders sicheres und flexibel einsetzbares Medium zur Speicherung und für den Transfer von Daten bewährt. Wie überzeugt die Hersteller von der Datenzuverlässigkeit ihrer Speicherkarten sind, zeigt sich auch in ihren Garantieleistungen. Bei den Premiumkarten liegen sie in der Regel bei fünf bis zehn Jahren. Einige Hersteller gewähren sogar lebenslange Garantien.


Datenverschlüsselung

Zum Schutz sensibler Daten vor unberechtigtem Zugriff arbeiten die Speicherkartenhersteller auch an Möglichkeiten der Datenverschlüsselung. Dies geschieht in der Regel über spezielle Software-Module, mit denen sich die Sicherheitseinstellungen von Kamera und Speicherkarte vom Anwender individuell konfigurieren lassen. Möchte jemand auf die entsprechend ausgestattete Speicherkarte zugreifen, braucht er einen gültigen Benutzernamen und das dazugehörige Paßwort. Allerdings bieten Kamerahersteller auch Verschlüsselungstechniken, die unabhängig vom Speicherkartentyp arbeiten.
 

Digitalfotografie 07 / 2005

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