Welche Mythen es rund um Speicherkarten gibt

Wann man spätestens in eine neue Speicherkarte investieren sollte

Speicherkarten sind Träger von Fotos sowie Videos und damit ein essenzielles Werkzeug für jeden Profi- und Hobbyfotografen. Jeder hat den einen oder anderen Tipp rund um Speicherkarten parat – denken wir hier nur an eine Flugreise. Wie das so ist mit der Stillen Post, hat sich im Laufe der Zeit der eine oder andere Irrtum eingeschlichen. Wir klären über die Mythen auf und geben nachstehend zahlreiche Tipps zum Thema Speicherkarten.

Welche Mythen es rund um Speicherkarten gibt

Mythos 1: Speicherkarten dürfen nicht zwischen unterschiedlichen Kameras ausgetauscht werden

Der Mythos, dass Speicherkarten immer nur in ein und derselben Kamera verwendet werden sollen, hält sich hartnäckig. Sogar von andernfalls drohenden Bildverlusten ist die Rede. Dabei gibt es laut dem Speicherkartenhersteller SanDisk keinen Grund zur Sorge. Auf Nachfragen bei dessen Kundenservice kann die Speicherkarte in unterschiedlichen Kameras eingesetzt werden. Eine Stolperfalle sollte man jedoch beachten: Manche Kameras Fragen bei dem ersten Einsetzen einer Speicherkarte, ob diese formatiert werden soll. Dies darf natürlich nicht ausgewählt werden, da sonst die bisher mit der anderen Kamera aufgenommen Bilder gelöscht werden. Wird eine Karte in mehr als einer Kamera verwendet, werden beim Auslesen am PC in der Regel mehrere Unterordner angezeigt, die jeweils für die einzelne Kamera stehen (siehe Abbildung). Möglicherweise hat das zum Gerücht geführt, dass die Bilder verschwunden sind, weil man sie schlicht nicht wiedergefunden hat. Wem das zu verwirrend ist, der kann daher natürlich auch weiterhin jeweils eine Speicherkarte pro Kamera verwenden – einen Bildverlust durch das schlichte Wechseln der Karten zwischen Kameras muss man jedoch nicht befürchten.

Dateibaum
Wer Speicherkarten in mehreren Kameras verwendet, sollte sich darauf einstellen, dass jede einen oder sogar mehrere eigene Ordner anlegt. Praktischerweise enthalten diese meist die Anfangsbuchstaben des Herstellers oder sogar den kompletten Namen.

Mythos 2: SD-Karte ist gleich SD-Karte

Häufig sammelt sich in einem Fotografen-Leben eine große Vielzahl von SD-Speicherkarten über die Jahre an. Dabei sehen die Speicherkarten auf den ersten Blick nahezu gleich aus, weshalb häufig der Eindruck entsteht, dass die SD-Karte von vor 5 Jahren die gleichen Eigenschaften hat wie die, die der Hersteller kürzlich auf den Markt gebracht hat. Dies ist aber ein Irrtum. In den vergangenen Jahren haben nicht nur die Speicherkartenkapazitätenzugenommen, auch die Lese- und Schreibgeschwindigkeit hat sich deutlich verbessert. Wer also in eine neue Kamera investiert, sollte bei dem Kauf auch gleich eine neue Speicherkarte erwerben. Wie groß die Speicherkapazität sein sollte, welche Schreibgeschwindigkeit heute empfehlenswert ist, darüber gibt die Kamerabedienungsanleitung Aufschluss.

Mythos 3: Wird eine Speicherkarte nass, ist sie kaputt

Die Speicherkarte während der Aufnahmen gewechselt, in die Hosentasche gesteckt und schwups, schon wird sie von der Waschmaschine mitgeschleudert. Ist das Malheur bemerkt, landet die SD-Karte oft vorschnell im Mülleimer. Dabei ist das gar nicht zwangsläufig notwendig: Oft lassen sich Speicherkarten, sobald sie getrocknet sind, noch lesen und die kostbaren Aufnahmen retten. Der Praxistest bei 60 Grad hat gezeigt, dass man diesen Mythos entkräften kann. Die Dateien waren fehlerlos lesbar. Dennoch ist es natürlich besser, Speicherkarten keinem Waschgang zu unterziehen. Das Wasser dürfte eh das geringste Problem sein, sondern eher die mechanische Beanspruchung der Kontakte.

Speicherkarte in der Waschmaschine
Schnell ist eine in der Hosentasche vergessene Speicherkarte in der Waschmaschine gelandet. Erstaunlicherweise war die Karte selbst nach einer 60-Grad Vollwäsche im Test noch anstandslos auslesbar.

Mythos 4: Ein Flughafenscanner macht die Speicherkarte unbrauchbar

Insbesondere im Urlaub wird gerne regelmäßig zur Kamera gegriffen und es hält sich hartnäckig der Mythos, dass die Sicherheitsscanner am Flughafen der Karte einen Schaden zufügen können. Doch auch hier kann man Entwarnung geben. Bei sehr empfindlichen Filmen für Analog-Kameras mag das früher ein Problem gewesen sein, der digitalen Speicherkarte macht der Scanner aber nichts aus.

Mythos 5: Bilder auf der Speicherkarte am besten über den Rechner löschen

Um das Leeren von Speicherkarten ranken sich wohl die meisten Mythen: Speicherkarten nicht am PC, doch am PC, formatieren oder beispielsweise Bilder einzeln löschen – die vielen Aussagen können verwirren. Unser Rat: Zunächst alle Bilder auf dem Rechner oder einer externen Festplatte sichern. Höchste Datensicherheit bietet übrigens die Cloud und setzt voraus, dass die Bild- und Videodaten wenigstens auf zwei unterschiedlichen Speichermedien abgelegt und die an unterschiedlichen Orten aufbewahrt werden. Werden die Bilddaten von der Speicherkarte über ein Kartenlesegerät bzw. die Kamera auf den Rechner beziehungsweise eine externe Festplatte übertragen, so ist das ordnungsgemäße auswerfen wichtig. Hierüber wird sichergestellt, dass sich die Speicherkarte nicht gerade im Schreib- beziehungsweise Leseprozess befindet und Bilder durch das einfache Herausziehen verloren gehen könnten. Bevor die Speicherkarte formatiert wird – ist besser als einzelne Bilder oder alle Aufnahmen zu löschen – ist es ratsam zu prüfen, ob der Datentransfer auch geklappt hat.

Mythos 6: Wenn man seine Karte formatiert sind alle Bilder auf ihr endgültig gelöscht.

Besonders hartnäckig hält sich auch der Mythos, dass ein Formatieren der Karte die Bilder endgültig löschen würde – das ist nicht der Fall. Die Aufnahmen werden dann lediglich zum Überschreiben freigegeben und der „Master Boot Record“, der etwa einem Inhaltsverzeichnis entspricht, entfernt. Sollte man die Speicherkarte aus Versehen formatiert haben, so lassen sich in der Regel die Aufnahmen mit einem Datenrettungsprogramm wiederherstellen.

Digitalfotografie 07 / 2018

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