Steuerungsfunktionen von digitalen Kameras

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Blende ,“Singender Star”
Ruthard Honeck

Weißabgleich
Unter Weißabgleich versteht man die Kompensation von Lichtwellen, deren Licht von der normalen RGB Tageslichtbalance abweicht und zu Farbverfälschungen führen würde. Unabhängig von Lichtquelle beziehungsweise Tageszeit besitzt Licht immer eine gewisse Farbtemperatur. Dieser Umstand fällt im täglichen Leben nicht auf, weil unser Gehirn einen automatischen Farbausgleich durchführt. Anders ist dies bei digitalen Kameras. Sie müssen explizit auf die Farbsituation eingestellt werden beziehungsweise führen eine entsprechende Messung und Einstellung durch, um farbneutrale Bilder zu erhalten.

Belichtung
Zu den wichtigsten Gestaltungsmitteln in der Photographie zählt die Belichtung, die im Zusammenspiel mit der "Blende" für die Schärfentiefe einer Aufnahme verantwortlich ist. Man unterscheidet vier Belichtungsautomatiken: Programmautomatik, Zeitvorwahl, Blendenvorwahl, manuelle Belichtungseinstellung.

1. Programmautomatik
Mit Hilfe eines Meßsensors wird das in das Objektiv einfallende Licht gemessen und sowohl die Blendenöffnung als auch die notwendige Belichtungszeit festgelegt. Je nach Kameramodell können verschiedene motivabhängige Belichtungsprogramme zur Verfügung stehen.

2. Zeitvorwahl
Hier wird die Belichtungszeit festgelegt und die Kamera wählt die passende Blendengröße.

3. Blendenvorwahl
Die Blende wird vom Photographen vorgegeben und die Kamera stellt die dazu notwendige Belichtungszeit per Automatik ein.

4. Manuelle Belichtungseinstellung
Diese Betriebsart bietet den größten kreativen Spielraum für den Photographen, der über etwas Grundwissen verfügen sollte, da sowohl Zeit als auch Blende manuell eingestellt werden können.

Optischer Zoom/Digitalzoom
Viele Digitalkameras sind neben dem optischen Zoomobjektiv noch mit einer Digitalzoomfunktion ausgestattet, mit der der Bildausschnitt in den gewünschten Zoomstufen verändert werden kann. Die vergrößerte Darstellung eines Motivs mit Hilfe der Digitalzoomfunktion geschieht auf Kosten der Bildauflösung und sollte daher nur angewendet werden, wenn die tatsächliche Auflösung der Kamera vergleichsweise hoch liegt und wenn die verbliebene Auflösung für die spätere Darstellung beziehungsweise den späteren Ausdruck ausreichend ist.

Lichtempfindlichkeit
Wie bei analogen Kameras wird auch bei Digitalkameras die Lichtempfindlichkeit in ISO angegeben. Die meisten Kameramodelle verfügen über die Option, die Lichtempfindlichkeit von Bild zu Bild verändern zu können. In der Automatikposition stellen die meisten Digitalkameras bei unzureichenden Lichtverhältnissen eine höhere Empfindlichkeit ein. Wie beim Film auch, führen höhere Empfindlichkeiten zu gesteigerter Körnigkeit, die als Rauschen bezeichnet wird.

Rauschen
Als Rauschen werden unerwünschte Störsignale bezeichnet, die dann auftreten, wenn andere Signale fälschlicherweise als Lichtsignale interpretiert werden. Das Rauschen tritt vorwiegend beim Photographieren von dunklen Farbflächen auf, die bei der Wiedergabe ein buntes Pixelmuster erkennen lassen. Abhängig ist das Rauschen von der Qualität des Aufnahmechips und resultiert daraus, daß die einzelnen CCD-Zellen auch ohne Lichteinfall eine minimale Strommenge abgeben, die von der Kamera als Farbpixel interpretiert werden.

Zusatzfunktionen
Viele Digitalkameras verfügen über zahlreiche Zusatzfunktionen, an die in der analogen Photographie nicht zu denken ist. So können kurze Videosequenzen eingefangen werden, wobei Qualität und Auflösung nicht mit der von Camcordern Schritt halten können. Es besteht die Möglichkeit, Bilder mit Kommentaren zu versehen. Steht eine Videokonferenz an, so wird die Digitalkamera zum Webcam. Je nach Hersteller verfügen Digitalkameras über weitere Features, von der kabellosen Fernbedienung der Kamerafunktionen über den Direktanschluß an einen Drucker bis hin zu Serienbild- oder Panoramafunktion.
 

Digitalfotografie 01 / 2003

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