Tiefen und Lichter korrigieren - wenn die Aufnahme über- oder unterbelichtet ist

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Blende ,“Gasse”
Dr. Gerd Ludwig

Belichtungsfehler können trotz ausgereifter Kameratechnik nicht ausgeschlossen werden, denken wir nur daran, wenn die Belichtungsautomatik durch Schnee oder beispielsweise in engen Gassen in die Irre geführt wird. Belichtungsreihen sind ein probates Mittel, um wenigstens ein optimal belichtetes Bild später in den Händen zu halten. Es gibt jedoch Situationen, wo Belichtungsreihen nicht möglich sind. Dank digitaler Bildbearbeitung können Belichtungsfehler mit der Funktion Tiefen/Lichter wirkungsvoll korrigiert werden. Zu dunkle und mitunter richtig abgesoffene oder zu helle und detaillose Bildpartien erhalten wieder Zeichnung, ohne daß dadurch die Gesamtbalance der Aufnahme beeinträchtigt wird.

Ist es notwendig eine Tonwertkorrektur vorzunehmen, so lassen sich die Tiefen und Lichter im Bild unabhängig voneinander optimieren, was von großem Vorteil ist. Sofern mit Photoshop gearbeitet wird, sollte die Korrektur bei aktivierter Option „Vorschau“ und eingeblendeter „Histogramm-Palette“ nach Augenmaß vorgenommen werden. Die Stärke der Tonwertkorrektur im jeweiligen Tonwertbereich bestimmt das Ausmaß der Korrektur. Je höher der Wert ist, desto stärker fällt die Tonwertkorrektur aus. Mit der Tonbreite kann die Größe des von der jeweiligen Korrektur betroffenen Tonwertbereichs festgelegt werden. Wird ein niedriger Wert gewählt, werden ausschließlich ganz dunkle beziehungsweise ganz helle Bildbereiche korrigiert, bei einem mittleren Wert wirkt sich dies bis in die Mitteltöne hinein aus. Wird der Wert der Tonbreite zu hoch gewählt, können an den Kanten zwischen ganz hellen und ganz dunklen Bereichen Farbkränze entstehen, die die Bildqualität deutlich herabsetzen. Es ist also wichtig darauf zu achten, daß der Wert für die Tonbreite so gewählt wird, daß keine Farbkränze sichtbar sind.

Mit dem Radius wird die Größe des Bereichs um ein Bildpixel bestimmt, den Photoshop beim Ermitteln der Tiefen- und Lichterbereiche berücksichtigt. Die Größe des Radius ist vom Bild und der Größe des zu dunklen beziehungsweise des zu hellen Bildbereichs abhängig. Wird der Radius zu groß gewählt, kann dies dazu führen, daß das gesamte Bild zu dunkel oder zu hell wird.

Werden die Tiefen und Lichter in einer Aufnahme korrigiert, kann sich die Sättigung der Farbe in diesen Bereichen verändern. Im Zuge der Tiefen- und Lichterkorrektur muß deshalb vielfach auch eine Farbkorrektur mit dem Regler „Farbkorrektur“ vorgenommen werden. Die Farbkorrektur bezieht sich in diesem Fall nur auf die Bildpixel, die von der Tiefen- und Lichterkorrektur betroffen sind. Zu beachten ist, daß die Wirkung eines bestimmten Farbkorrekturwertes nicht absolut, sondern abhängig von der eingestellten Stärke ist.

Digitale Bildbearbeitung erfordert ihre Zeit, dies zeigen die Ausführungen zur Tiefen und Lichterkorrektur. Auf die Schnelle kann keine Aufnahme optimiert werden. Vieles ist heute möglich, manchmal ist es jedoch ratsam, schon während der Aufnahme auf eventuelle Fehlbelichtungen zu achten.
 

Digitalfotografie 02 / 2006

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