Warum die Fotografie mehr ist als nur den Auslöser zu drücken

Intensivere Bilderlebnisse – Es lohnt sich, sich Zeit für seine Bilder zu nehmen

Die Bildspeicherung gehört zur Fotografie wie das Auslösen

© Fotograf: Manfred Gerngroß, Fotografieren, Blende-Fotowettbewerb
Manfred Gerngroß, Fotografieren, Blende-Fotowettbewerb

Ist von der Fotografie die Rede, dann verbinden die meisten damit das Auslösen der Kamera beziehungsweise des Smartphones. Insbesondere für Hobbyfotografen, die sich meist intensiver mit der Fotografie auseinandersetzen, schließt dies im Vorfeld mit ein, sich mit dem Motiv auseinandergesetzt und die vielfältigen Optionen der Bildgestaltung für sich genutzt zu haben. Wenn das Bild im Kasten ist, dann geht der fotografische Prozess weiter – man spricht vom Imaging Workflow – und zwar nicht nur in Punkto Archivierung der Bilddaten, auch wenn dieser Punkt an erster Stelle steht.

Sicherung der Bilddaten

Sobald fotografiert wurde gehören die Bilddaten mehr als zeitnah gesichert. Das gilt für Smartphonefotografen ebenso wie für alle, die mit der Kamera unterwegs waren. Insbesondere Smartphonefotografen gehen vielfach mit der Bilddatensicherung nachlässig um, wenn die Speicherung nicht automatisiert über die Cloud erfolgt. Die Wege, die zur Bilddatensicherung eingeschlagen werden, sind so vielfältig wie das zur Verfügung stehende Angebot an Speicherlösungen. Die Cloud ist neben der Sicherung auf internen und externen Festplatten, NAS, Speichermedien wie DVD, USB-Sticks, Speicherkarten eine von vielen Optionen. Manche zählen zur Bilddatensicherung auch die Bildausgabe auf Papier wie zum Beispiel in einem Fotobuch dazu. Letztgenanntes gilt übrigens als das sicherste Speichermedium, denn digitale Speichermedien unterliegen einer Halbwertszeit. Sie haben in der Regel eine Lebensdauer von um die zehn Jahre. Oftmals sind es nicht die Speichermedien, die einen Defekt erleiden, sondern technologische Weiterentwicklungen. So wird heute nahezu kein PC mehr mit einem Laufwerk für CD’s beziehungsweise DVD’s angeboten. Wichtig ist, dass Bilddaten möglichst umgehend gesichert werden. Möchte man auf der ganz sicheren Seite sein, so empfiehlt sich wenigstens die Zweifachsicherung. In Punkto Speichermedium sollte man immer auf dem aktuellen Stand sein und bestehende Bilddatenbestände darauf updaten.

Speicherlösungen

Ordnung behalten bei der Bilddatensicherung

Die Bilderberge wachsen – jeder einzelne nimmt von Jahr zu Jahr mehr Fotos auf. Da die Ordnung zu behalten kann herausfordernd sein. Und man sollte vorausschauend sein. Fotografiert man mit Kamera und Smartphone im Jahr 500 Bilder – was übrigens nicht hoch angesetzt ist – dann sind das in zehn Jahren 5.000 Aufnahmen. Ratsam ist die Anschaffung eines Archivierungsprogramms. Hier tut sich übrigens gerade eine Menge mit einem noch größeren Mehrwert für Nutzer. Künstliche Intelligenz (KI) ist aktuell das alles bestimmende Thema. Es ist damit zu rechnen, dass auf der photokina 2018, die vom 26. bis 29. September in Köln ihre Tore öffnet, bahnbrechende Innovationen zu sehen sein werden. Die auf dem Rechner angelegte Ordnerstruktur ist eine Lösung – aus heutiger Sicht jedoch nicht die beste. Sie kostet viel Zeit, denn eher früher als später wird man die Ordnerstruktur ändern müssen, weil man seine Bilder nicht findet. Nur wer jährlich sehr wenige neu hinzukommende Bilddaten hat, sollte diesen Speicherweg einschlagen.

Sollte man nur die Bilddaten der besten Fotos speichern?

Die Meinungen gehen auseinander, ob man alle Bilddaten sichern soll oder nur die Aufnahmen, mit denen man 100 prozentig zufrieden ist. Die Bilder auf denen man nichts erkennen kann, weil sie beispielsweise in ungewollter Unschärfe verschwimmen, kann man getrost löschen. Anders verhält es sich bei Aufnahmen, die beispielsweise hinsichtlich der Bildgestaltung nicht perfekt gelungen sind. Insbesondere wenn Menschen und liebgewonnene Tiere darauf zu sehen sind sollte man – wenn überhaupt – sehr mit Bedacht löschen. Mit etwas Abstand betrachtet können es diese Aufnahmen sein, auf die man zu einem späteren Zeitpunkt zurückgreifen möchte.

Die Besten von den Besten

Sind die Aufnahmen gesichert, dann lohnt es sich, die Fotos herauszufiltern, die besonders gelungen sind. Bildarchivierungssoftware bietet hier den Vorteil, zum Beispiel Sterne vergeben zu können. Ist man noch mit der Ordnerstruktur unterwegs, so bietet sich ein Unterordner an, in dem die besten Aufnahmen nochmals gesichert werden. Die Arbeit der Klassifizierung lohnt sich. Auf diese Weise hat man schon wertvolle Vorarbeit geleistet, wenn man beispielsweise am Jahresende ein Fotojahrbuch gestalten oder an Fotowettbewerben wie „Blende“ teilnehmen möchte.

Die besten Bilder nachbearbeiten

Bildbearbeitung

Auch, wenn die Aufnahmen gelungen sind, so bleibt es oftmals nicht aus, Fotos nachbearbeiten zu müssen. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die eine große Wirkung haben können. Beispiele wären das Festlegen des Bildausschnitts oder das Geradestellen von Aufnahmen. Auch, wenn aktuelle Aufnahmegeräte brillante Bildqualitäten garantieren, so kann es oftmals ratsam sein, zum Beispiel den Kontrast anzuheben. Bildbearbeitung, und das ist wichtig zu wissen, sollte immer Mittel zum Zweck sein und nicht einem Selbstzweck folgen. Wichtig ist zudem, dass die Bearbeitung immer nur an der Bilddatenkopie erfolgt. Auch, wenn es heute zahlreiche Kritiker gibt, die die Bildbearbeitung verfluchen, so gehört sie zur Fotografie dazu. Sie ist von elementarer Wichtigkeit, denn man setzt sich mit seinen Aufnahmen nochmals auseinander und kann gegebenenfalls seine Intention intensivieren.

Bilder von digitalen Speichermedien befreien

Am Ende des Imaging Workflows steht die sogenannte Befreiung der digitalen Bilddatensätze. Die Bilddaten, die sich auf digitalen Speichermedien und natürlich in der Cloud befinden, sind in der Regel nicht präsent, weil nicht greifbar. Zur Fotografie gehört die Bildausgabe. Es geht um greifen und fühlen und damit um die Intensivierung der Bild- und Seherlebnisse. Fotos über den Monitor oder das Display betrachtet sind flüchtig. Diese Flüchtigkeit verstärkt sich fortlaufend auch durch den geänderten und immer schnelleren Umgang mit dem Internet – seien es die Social Media Kanäle wie Facebook und Co oder WhatsApp, die Kommunikation, in der Bilder eine große Rolle spielen. Tag täglich werden hunderte von Aufnahmen gescannt. Genauso schnell wie sie erfasst werden verschwinden sie auch aus dem Fokus. Das hat auch Einfluss auf dem Umgang mit den eignen Bildern – auch sie werden schnell gescannt und verlieren genauso schnell an Bedeutung, wenn sie nicht ausgegeben werden.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen. In Kürze startet mit „Blende 2018“ die neue Wettbewerbsrunde.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Digitalfotografie 03 / 2018

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