iPhone-App Delfie: Selfies mit Vierbeinern

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Das perfekte Training, damit der Hund ein ordentliches Selfie-Gesicht macht, das verspricht die App Delfie. Nun, Versprechen sind die eine Sache, das etwas geliefert wird eine andere. Denn in Wirklichkeit ist Delfie nur eine Bildersammlung. Und wer daran teilnimmt, gibt seine Bilder mit allen Rechten daran ab.

Einen Hund dazu zu bringen, dass er aufs Handy schaut, den Dackelblick auflegt und so dann das perfekte Foto entsteht, das erfordert vielleicht ein wenig Ausdauer. Je nach Hund, der eine macht mit, der andere nicht gleich – wer seinen Hund kennt, der weiß, wie er ihn genau dazu bringt. Und jetzt kommt Delfie und liefert allen Ernstes eine Sammlung von unsäglichen Tönen, die einen Hund dazu bringen sollen, in die Kamera zu schauen. Abgesehen davon, dass die Qualität der Töne unterirdisch schlecht ist und an die Anfangszeit der Computer erinnert, sie sind auch ziemlich sinnlos. Denn Hunde schauen vielleicht die ersten zehnmal noch zur Smartphone haltenden Hand, aber danach wird’s uninteressant, wenn wieder ein Quietschen abgespielt wird, das ernsthaft mit „Squirrel“, also „Eichhörnchen“ betitelt wird.

Aber gut, der Ton ist ja optional, die App muss für 1,99 Euro ja noch etwas anderes liefern können. Bilder von anderen Hundebesitzern zum Beispiel. Die kann man sich anschauen, in einer endlosen Reihe und dann Herzchen vergeben, Listen erstellen, sich freuen. Auch gut, aber der Sinn erschließt sich nicht so wirklich. Man könnte jetzt tatsächlich seine Lieblingsbilder aussuchen, in einer Liste zusammenfassen und dann immer wieder anschauen. Oder den Leuten folgen – Delfie versteht sich als ein soziales Netzwerk.

Oder der Nutzer kann selbst teilnehmen. Also den Hund dazu bringen, dass er sich mit Frauchen oder Herrchen fotografieren lässt – die meisten Hunde werden da eher kein Problem damit haben – und dann das Bild hochladen und es aus der Hand geben. Denn wie so oft, lohnt sich auch hier ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die verheißen nichts Gutes. Denn wer Delfie nutzen will, muss sich zuerst einmal anmelden, ohne Anmeldung kein Ausprobieren.

Wer dann ein Foto bei Delfie hochlädt gibt dem Betreiber damit alle Rechte an die Hand, für immer, unwiderruflich. Delfie kann die Bilder seiner User ohne Einschränkung nutzen, weitergeben und weiterverkaufen an andere, sie bearbeiten und speichern. Und weil das alles noch nicht genug ist, steht auch noch explizit dabei, dass das auch für alle möglichen später entwickelten Technologien gilt. Da sollten bei jedem die Alarmglocken schrillen.

In Apples App-Store hat Delfie noch keine einzige Bewertung von Usern bekommen. Und das scheint auch einen Grund zu haben. Denn soziale Netzwerke gibt es bereits, funktionierende, die auch Apps liefern, die nicht wie handgestrickt aussehen.

Delfie für iPhone und iPad (1,99 Euro), ab iOS 9.0
Downloadgröße 72,3 MB, Entwickler: Delfie LLC., Version 1.1
https://itunes.apple.com/de/app/delfie/id1085626859?mt=8

Foto-Apps Besprechung 11 / 2016

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