iPhone-App Google Fotoscanner: Bild vom Bild im Handumdrehen

Foto im Rahmen platzieren und den Auslöser einmal antippen Bildgalerie betrachten Foto im Rahmen platzieren und den Auslöser einmal antippen

Ein Foto oder eine Postkarte mit dem Handy abfotografieren kann mühsam sein. Wer die Linse nicht genau über die Mitte des Bildes hält, muss schiefe Ränder in Kauf nehmen und wer nicht aufpasst, hat Reflexionen im Bild. Bis jetzt. Denn mit Googles neuem Fotoscanner für das Smartphone funktioniert das ganz problemlos, immer gerade und fast ohne störende Reflexionen.

Der Fotoscanner vom Suchmaschinenriesen ist kostenlos erhältlich, sowohl für Android (ab Version 5), als auch für iPhone (iPhone 5S oder neuere Modelle). Die Technik ist im Prinzip simpel: mit der Kamera werden mehrere Bilder gemacht und dann zusammen gefügt. So gelingt es, eine rechteckige Vorlage tatsächlich auch rechteckig abzubilden und nicht als Trapez, selbst dann, wenn die Kamera eben nicht mittig über das zu fotografierende Bild gehalten wird. Dass damit aber auch ein ganz schöner Rechenaufwand verbunden ist zeigt sich, wenn erst einmal alle geforderten fünf Bilder gemacht sind. Die App rechnet noch eine ganze Weile, selbst bei Apples neuem iPhone 7.

Der größte Gewinn ist allerdings, dass man beim Duplizieren von Bildern keine Rücksicht auf Reflexionen nehmen muss. Wobei es sich zeigt, dass manche Bildoberflächen, wie beispielsweise eine Perlen-Struktur (auch bekannt als Seidenglanz), zu leichten Störungen in der Reproduktion führen kann. Das liegt wohl aber nicht an den Reflexionen, die Googles Fotoscanner zuverlässig entfernt. Bei Benutzung der App werden Benutzer extra nochmals darauf hingewiesen, dass es jetzt eben nicht mehr nötig ist, Verrenkungen zu machen, um Spiegelungen von Deckenlampen zu verhindern.

Gründe, Bilder zu digitalisieren gibt es jede Menge. Google selbst nennt die Möglichkeit, endlich alte Fotos zu digitalisieren. Das ist eine Möglichkeit. Aber auch im täglichen Leben gibt es Anwendungen. Da kommt beispielsweise eine klassische Urlaubspostkarte mit der Post und die soll dann auch mal die Runde machen. Da macht sich ein ordentlicher Scan natürlich besser als ein windschiefes Foto.

Dazu kommt als ganz großer Pluspunkt, dass die Bedienung wirklich einfach ist. Beim ersten Aufrufen der App gibt es eine kurze, prägnante Einführung und tatsächlich braucht es dann auch nicht viel Können, um ein Bild abzuscannen. Zuerst einmal wird das gesamte Bild erfasst, einmal der Auslöser gedrückt. Dann legt die App vier Punkte fest, die man mit einem Kreis auf dem Display in Deckung bringen muss. Jedes Mal wird von der App automatisch ein Foto gemacht und am Ende die fünf Bilder übereinander gelegt und ohne Reflexionen montiert. Klingt einfach, ist es auch. Selbst wenn der Blitz benötigt wird, löst der automatisch aus, ist später im fertigen Bild aber nicht zu sehen.

Leicht verwirrend wird es nur dann, wenn das Bild im Kasten ist. Dann wird es am Smartphone angezeigt – aber abgespeichert werden kann es in dieser Ansicht nicht. Das mit drei Punkten in der oberen rechten Ecke angedeutete Menü lässt nur zu, das Bild direkt in Google Fotos zu speichern. Wer es lokal speichern will, muss zuerst mit dem Pfeil nach links in seine Bild-Übersicht und kann dort auswählen, welche Bilder gespeichert werden sollen und welche nicht.

Insgesamt funktioniert Google Fotoscanner aber hervorragend, ist einfach und mit nur wenigen Schritten zu bedienen. Die Zeit schief abfotografierter Fotos sollte damit endgültig der Vergangenheit angehören. Als Ergebnis gibt es ein Foto mit etwa 2.000 Pixel Kantenlänge, das ist für eine abfotografierte Postkarte allemal ausreichend.

Google Fotoscanner für iPhone und Android (gratis), ab iOS 8.1, ab iPhone 5S oder Android 5
Downloadgröße 67 MB, Entwickler: Google Inc., Version 1.1
https://itunes.apple.com/de/app/fotoscanner-scanner-von-google/id1165525994?mt=8
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.android.apps.photos.scanner&hl=de

Foto-Apps Besprechung 12 / 2016

1 Kommentare

Ein weiterer Schritt, das Urheberrecht und Copyright leichtfertig zu missachten. Bravo!

L

von L
21. Dezember 2016, 10:58:40 Uhr

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