Familienfotos - Schrecklich nett

© Fotograf: Andreas Bobanac, Zahn der Zeit, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Andreas Bobanac, Zahn der Zeit, Blende-Fotowettbewerb
Viele moderne Kameras können anzeigen, wo auf der Welt ein Foto gemacht wurde. Dabei ist das bei einem Großteil der Bilder gar nicht nötig, weil man zu Hause in den eigenen Wänden fotografiert und so mit dem Fotoapparat oft nicht einmal vor die Tür kommt. Schaut Ihr Euch die in der zurückliegenden Zeit gemachten Aufnahmen in Fotobüchern, Alben oder wie auch immer an, so werdet Ihr feststellen, dass die Familie zu den am häufigsten fotografierten Motiven gehört. Das ist auch gut so, denn mit der verbindet man die meisten Erlebnisse und die kann man nun einmal am besten mit der Kamera dauerhaft festhalten.

Toll ist bei Fotos in den eigenen vier Wänden, dass immer irgendwie etwas an denen hängt. Später weiß man genau, wo und wann es „Klick“ gemacht hat. Aber oft stört es auch, wenn zum Beispiel die Wanduhr im Hintergrund genau aus Omas Frisur zu wachsen scheint. Achtet bei Fotos von Menschen darauf, dass der Hintergrund ruhig ist, am besten eine weiße Wand. Geht immer nah ran oder zieht das Wichtigste mit dem Zoom Eurer Kamera heran. Macht nicht nur ein Foto von einer Stelle, sondern wechselt den Standpunkt. Kleine Geschwister fotografiert Ihr am besten auf Augenhöhe, also geht in die Hocke oder legt Euch flach auf den Boden, wenn das Geschwisterchen erst im Krabbelalter ist. Manche dieser sogenannten Perspektiven wirken spannender, andere langweilig. Auswählen könnt Ihr später.

© Fotograf: Maren Faulhaber, Bedingungslose Liebe, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Maren Faulhaber, Bedingungslose Liebe, Blende-Fotowettbewerb
Am natürlichsten wirken Mama, Papa und Co., wenn sie gar nicht merken, dass jemand fotografiert. Wenn sie also kein Fotolächeln aufsetzen. Es müssen gar nicht immer fröhliche Gesichter sein, die Ihr fotografiert. Es gehört zum Familienalltag, dass Papa sich ärgert, während die Sportnachrichten laufen. Oder dass Mama flucht, weil das Kinderzimmer nicht aufgeräumt ist oder der Sonntagsbraten angebrannt ist. Solche Stimmungen einzufangen, ist das Tollste an der Fotografie überhaupt.

Haltet das Alltagsleben in Euren vier Wänden fest. Wenn gekocht, gefaulenzt oder gespielt wird. Versucht dabei, das natürliche Licht, zum Beispiel der Lampen über dem Tisch, zu nutzen, das ist immer schöner als Blitzlicht. Stellt dazu den Fotoapparat auf ein Stativ oder eine feste Unterlage in einem Regal und aktiviert den Selbstauslöser („Timer“). Im Laufe der Zeit werdet Ihr so ein richtiges Familienalbum zusammenstellen können. Die schönsten Bildern könnt Ihr dann gerahmt oder zum Beispiel auf ein Knuddelkissen gedruckt verschenken oder mit ihnen einen Kalender oder ein Fotobuch gestalten.

Foto Jugend Ratgeber 05 / 2013

6 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden