Fotos von unten - Ab auf den Rücken

© Fotograf: Sebastian Hartmann, Und gleich wird der Frosch zum Prinz!, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Sebastian Hartmann, Und gleich wird der Frosch zum Prinz!, Blende-Fotowettbewerb
Hans Guck-in-die-Luft plumpste ins Wasser, weil er sich nicht auf die Straße konzentrierte. Unartiges Kind! Soweit die Kindergeschichte. Man kann sie auch anders erzählen. Der Hans fand es einfach viel interessanter, was über ihm passierte, als das, was vor seinen Füßen auf dem Boden lag. „Nach den Dächern, Wolken, Schwalben starrte damals der junge Bursche“, heißt es im Gedicht. Hätte er schon eine Kamera besessen, hätte der Hans sicher ein paar coole Schnappschüsse gemacht. Denn über unseren Köpfen spielen sich spannende Geschichten ab.

Um bei der Geschichte zu bleiben: Dächer, Wolken und Schwalben sind tatsächlich lohnende Fotomotive. Das Dach von unten zeigt sich oft nur mit dem Teil, der am Haus übersteht, mitsamt der Dachrinne. Ein Jagdrevier für Fotografen, denn da spielt sich so manches ab. Im Winter ist dies der Ort für Eiszapfen. Bei Tauwetter wachsen sie immer länger, um irgendwann abzufallen. Im Frühling und Sommer trällern auf den Rändern der Dächer Vögel aus voller Kehle. Und unter dem Dachvorsprung bauen sich Schwalben ihre Lehmnester. Die Vögel sind in Siedlungen viel weniger scheu als beispielsweise Singvögel. An niedrigen Dächern, wie beispielweise an Garagen oder Ställen, wo sie die Nähe des Menschen gewöhnt sind, lassen sich Schwalben beim Ein- und Ausflug kaum stören, wenn Ihr etwas Abstand haltet. So sind tolle Fotos mit der Telezoomeinstellung des Fotoapparats möglich, wenn die kleinen Piepmätze ihre Schnäbel aus dem Einflugsloch stecken.

© Fotograf: Klaus Neubauer, Düsseldorf Perspektive alt - neu, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Klaus Neubauer, Düsseldorf Perspektive alt – neu, Blende-Fotowettbewerb
Mit Bildern von Dächern oder Dachrinnen lassen sich tolle Fotoserien erstellen. Dachrinnen können blitzblank sein oder vom Rost zerfressen, löchrig und tropfend. In manchen wachsen Gras oder sogar kleine Bäumchen durch angeflogenen Samen. Nicht nur Vögel treiben sich auf ihnen herum, auch Katzen werden bisweilen in den Dachrinnen von Schuppen gesichtet, wo sie faul dösen. Und Wolken sind sowieso ein riesiges Thema für Fotografen. Jedes Wetter, jede Jahreszeit, jede Tageszeit hat ihre eigenen Wolken. Und sie verändern sich sogar noch, während ihr sie fotografiert. Auch das gibt fantastische Serien: Eine Wolke, die sich im Verlauf von einigen Minuten verwandelt: von einem Dinosaurier zu einem Herz. Oder zu allem, was Eure Fantasie in ihr entdeckt.

Foto Jugend Ratgeber 06 / 2013

3 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden