Kamerapflege - Seid nett zueinander

© Fotograf: Silke Winkler, Wicky Beckenbauer, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Silke Winkler, Wicky Beckenbauer, Blende-Fotowettbewerb
Früher oder später klebt mal was auf der Linse der Kamera oder des Smartphones. Klein, scharf und krümelig, in der Form eines fetten Flecks. Der erste Gedanke: wegrubbeln mit einem Zipfel des T-Shirts. Das aber ist keine gute Idee – stellt Euch vor, Ihr habt was im Auge und versucht es, mit dem Zipfel eines T-Shirts wegzubekommen. Auf diese Idee würdet Ihr niemals kommen, denn das tut nicht nur weh, sondern beschädigt auch Euer Auge.

Egal ob der Dreck direkt auf einer Linse oder einem davor angebrachten Schutzglas klept, einfach so darauf herumzuwischen kann die Oberfläche ruinieren. Erst das sorgt dann dauerhaft für schlechte Bilder. Ein paar kleine Brösel sieht man nämlich auf den Fotos erst mal gar nicht. Also: Ruhe bewahren, die Fotos schießen und dann beim Reinigen ein paar Tipps befolgen. Nicht lange warten solltet Ihr bei Fingertappern und Spritzern von Meerwasser. Fett und Salz sind nämlich ganz schlecht für die Linsen.

Versucht es erst einmal mit pusten. Oft fliegen die Krümel dann schon weg. Passt aber auf, dass keine Spucketröpfchen auf die Linse kommen. Besser ist ein kleiner Blasebalg oder ein sauberer Pinsel. Damit kriegt man feste Teilchen schonend weg. Es gibt auch tolle Kombinationen von Pinsel und Blasebalg. Feiner Staub, leichte Flecken und Fingertapper werden vorsichtig weggewischt. Aber nicht mit dem T-Shirt. Das verschmiert bloß oder bringt mehr Fussel auf die Linse als es wegbekommt. Nehmt auch kein Papiertaschentuch und kein Küchenpapier. Sie sind zu Linsen nicht so sanft, wie man meinen könnte, sondern ziemlich kratzbürstig. Für Optiken gibt es spezielle Reinigungstücher. Mit ihnen wird der Schmutz sanft von innen nach außen von der Linse gewischt. Bei hartnäckigen Flecken dürft Ihr nicht rubbeln oder mit spitzen Gegenständen herumkratzen. Geht zu einem Fachhändler, der mit Reinigungsflüssigkeit auch diesen Dreck wegbekommt.

Auch das Display auf der Rückseite will schonend mit Optiktüchern gereinigt werden. Putzschäden dort haben zwar auf die Bildqualität keinen Einfluss, aber wer hat schon gerne einen zerkratzten Monitor?

Wenn die Kamera anläuft, weil Ihr aus dem Kalten in einen warmen Raum kommt, habt ihr übrigens mit dem Wischen keine Chance. Die Kamera wird immer wieder beschlagen. Nur Aufwärmen der Kamera hilft jetzt. Meidet feuchte Räume wie die Küche, wenn dort gerade die Spaghetti kochen.

Der wichtigste Tipp gegen Schmutz und Schäden: aufpassen. Lasst die Kamera nicht auf einem Tisch liegen, auf dem volle Kaffeetassen oder Limogläser stehen. Wenn dann noch kleine Kinder herumtapsen, ist das Unheil schon vorhersehbar. Im Winter solltet Ihr die Kamera oder das Smartphone warm halten, am besten in einem Etui unter der Jacke. Wo Wasser spritzt, etwa im Freibad oder am Meer, solltet Ihr ein paar Schritte zurückgehen oder dem Fotoapparat einen „Taucheranzug“ in Form einer Schutzhülle verpassen. Wenn Ihr öfter am Strand oder auf der Skipiste seid, wäre eine echte Outdoor-Kamera eine gute Wahl. Sie ist härter im Nehmen und wassergeschützt. Und wenn Ihr mit Eurer Kamera nicht fotografiert, so gebt sie in eine Fototasche. Niemals solltet Ihr Eure Kamera ohne einen separaten Schutz in Eurem Rucksack transportieren. Zum einen sind da spitze Gegenstände, aber auch Dreck, der sich auf die Optik ebenso legt wie in den Slot für die Speicherkarte oder die Kabelverbindungen.

Foto Jugend Ratgeber 01 / 2013

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