Makrofotografie - Aus der Mücke einen Elefanten machen

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Blende, Tropischer Falter
Jürgen Machulla

Fotografie ist oft dann am spannendsten, wenn sie Dinge sichtbar macht, die dem Auge verborgen bleiben. Besonders die Welt der kleinen Dinge hat es Fotografen seit jeher angetan. Die sogenannte Makrofotografie zeigt kleine Käfer in Postergröße, die Struktur im Flügel einer Libelle und jedes winzige Detail einer Blüte. Solche Aufnahmen sind leichter zu machen als man denkt – wenn Ihr die geeignete Kamera habt. Diese muss nämlich auch noch ganz nahe an die kleinen Tierchen herangehen können und immer noch scharfe Bilder schießen. Bei Fotoapparaten mit abnehmbaren Objektiven gibt es meistens keine Einschränkung, weil es im Fachhandel passendes Zubehör für die Makrofotografie gibt. Bei Kompaktkameras kommt es darauf an, wo die sogenannte Naheinstellgrenze liegt. Das ist die geringste Entfernung, in der die Kamera noch scharfstellen kann. Einige Modelle kommen bis eine Handbreit ans Motive heran, manche schaffen sogar noch scharfe Fotos in einer Entfernung von drei Zentimetern und weniger.

Versucht Euch zunächst an Motiven, die sich nicht bewegen. Blumen sind gut geeignet, auch Zifferblätter von Armbanduhren haben ihren Reiz. Und Briefmarken oder Münzen sehen klasse aus, wenn sie groß rauskommen. Luftblasen in bunten Limogläsern wirken wie Kunstwerke. Den Blitz solltet Ihr abschalten, weil er das Bild so nah nicht ausleuchten kann. Setzt Eure Motive lieber auf einer Fensterbank in die Sonne. Geht nun so nah wie möglich ran, haltet die Kamera ganz ruhig und kontrolliert die Schärfe am Sucher. Drückt oftmals ab, bei so kurzen Entfernungen ist es normal, dass nicht alle Bilder scharf werden und auch nicht alle Bereiche im Bild.

Wenn Ihr Tierchen, wie Insekten oder Spinnen im Netz, fotografiert, versucht deren Augen scharfzubekommen. Unscharfe Beinchen sind nicht so schlimm. Geflügelten Insekten braucht Ihr nicht hinterherzulaufen. Sucht Blumen, auf denen sich oft Schmetterlinge, Heuschrecken oder Libellen tummeln. Fliegen, Bienen und Wespen (Vorsicht Stachel!) lassen sich mit einer süßen Erdbeere anlocken. Das gibt auch einen schönen Farbkontrast. Viel Spaß bei den Makroexperimenten. Richtig gut wirken die kleinsten Motive übrigens in Postergröße an der Wand.

Foto Jugend Ratgeber 05 / 2012

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