Fotografie anders erleben - Analog fotografieren mit Film

Filmstreifen
Mit unserem heutigen Beitrag möchten wir Eure Neugierde für die analoge Fotografie, also das Fotografieren mit Film wecken. Wir gehen davon aus, dass weit über 90 Prozent aller Fotobegeisterten bis 18 Jahre noch nie analog fotografiert haben. Statistisch können wir dies nicht belegen, aber es liegt auf der Hand. Vor über 20 Jahren kamen die ersten Digitalkameras für die breite Masse auf den Markt und eroberten in den darauffolgenden Jahren die Welt mit beeindruckenden Absatzzahlen. Das Interesse an der Analogfotografie, also der Fotografie mit Film, ging zurück – auch, wenn es bis heute noch eine feste Anhängerschar gibt und aktuell sogar festzustellen ist, dass die Analogfotografie eine kleine Wiedergeburt erfährt.

Die ursächlichen Unterschiede zwischen analoger und digitaler Fotografie sind, dass die Bildaufzeichnung bei erstgenanntem auf Film und nicht wie in der Digitalfotografie über einen Sensor erfolgt und die Aufnahmen nicht unmittelbar nach der Aufnahme zum Betrachten verfügbar sind. Analogkameras haben also kein Display, über das man gleich nach Betätigung des Auslöserknopfes prüfen kann, ob die Aufnahmen was geworden sind. Der Film muss erst entwickelt und Papierbilder bestellt werden. Dazu gibt man ihn beispielsweise im Fotogeschäft ab und dann heißt es, zwischen einer Stunde und einer Woche warten. Wie Ihr Euch sicherlich vorstellen könnt, steigt die Spannung. Man stellt sich in dieser Zeit die Frage, ob die Bilder auch was geworden sind. Wenn man dann endlich die Auftragstasche mit den Papierbildern in der Hand hält, dann kann man es gar nicht erwarten, sie zu öffnen, um endlich seine Aufnahmen zu sehen.

Mit einem Film kann man in der Regel 36 Aufnahmen schießen – nicht gerade viel, wenn man die digitale Fotografie gewohnt ist und der Auslöser quasi im Sekundentakt betätigt wird. Da muss man sich schon fokussieren, denn ansonsten ist der Film ruckzuck voll und man muss einen neuen einlegen. Das geht ins Geld, kostet so ein Film zwischen € 5,— und über € 10,—. Hinzu kommen dann noch die Filmentwicklung und die Bestellung der Papierbilder.

Wir selbst fotografieren auch heute noch gelegentlich analog. Grund dafür ist nicht, dass wir zu den ewig Gestrigen gehören, sondern weil es für uns immer wieder Momente gibt, in denen wir uns selbst fotografisch entschleunigen möchten. Es ist für uns immer wieder eine Herausforderung, mit einer Kamera und einem eingelegten Film von nur 36 Aufnahmen unterwegs zu sein. Gerade am Anfang drücken wir, wie von der Digitalfotografie gewohnt, den Auslöserknopf viel zu oft. Erst nach rund 10 Aufnahmen haben wir verinnerlicht, analog unterwegs zu sein und gezielter unsere Motive auszuwählen. Bei den ersten Aufnahmen vermissen wir auch noch das Display an der Analogkamera, die natürlich allesamt mit einem Sucher ausgestattet sind.

Wir können Euch nur den Tipp geben, Euch auch einmal in der analogen Fotografie zu versuchen. Eure Eltern haben mit Sicherheit noch eine Analogkamera im Schrank liegen. Leiht sie Euch aus, kauft einen Film und legt diesen in die Kamera ein. Ihr werdet ein ganz anderes Fotoerlebnis haben. Eventuell braucht Ihr beim Filmeinlegen Hilfestellung, denn, je nach Kameramodell, ist ein gewisses Fingerspitzengefühl notwendig. Bei den Filmen unterscheidet man übrigens zwischen Negativ- und Diafilmen. Wir empfehlen Euch einen Farb-Negativfilm, und zwar einen mit ISO 100 oder 200. Dieser ist bestens geeignet, wenn Ihr tagsüber mit der Analogkamera unterwegs seid.

Foto Jugend Ratgeber 09 / 2015

80 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
4 Kommentare

Es gibt wieder 100 ASA Filme, von Kodak und Fuji.

von Johann Schulz
25. August 2016, 07:43:07 Uhr

ohne jetzt all zu sehr klugscheißern zu wollen. Der ISO-Bereich der zur Zeit verfügbaren Farbnegativ- oder Diafilme geht noch etwas weiter. ISO50 zB. von Cinestill (neg) , ISO1600 (neg) von Fuji oder der Velvia 50 (dia) von Fuji. Und auch ISO100 ist noch zu bekommen. ZB. der og Ektar (neg) von Kodak, oder der AGFA Precisa (dia). Und auch gänzlich neue Ware ist noch von Ferrania zu erwarten.

von Andreas
02. Oktober 2015, 10:54:17 Uhr

Hallo Harald, Farbfilme gibt es derzeit in Iso 100, 160, 200, 400 und sogar 800. als 100 Iso fällt mir z.B. Kodak Ektar ein. Schwarz-weiß Filme gibt es von Iso 20 bis Iso 1600. Die Auswahl ist größer als man glauben mag. Bezugsquellen (versenden natürlich alle überall hin, aber Versandkosten sind natürlich niedriger wenn man im eigenen Lan bestellt) http://www.fotoimpex.de/shop/ (Deutschland), http://www.macodirect.de/(Deutschland), http://www.fotofachversand.com/ (Österreich), http://www.ars-imago.ch/ (Schweiz) LG Thomas

von Thomas
29. September 2015, 15:10:12 Uhr

Sehr guter Beitrag. Es sollte auch noch erwähnt werden, dass die Analogfotografie nach wie vor auch Vorteile hat. Vorallem dann wenn große Hell/Dunkelanteile im Bild sind. Ich war z.B. im Dschungel unterwegs und war froh, dass ich auch meine analoge SLR dabei hatte. Noch ein Hinweis: Filme mit 100 ASA werden meines wissens nicht mehr produziert. Nur noch 200 ASA. mfg Harald Lenzen

von Harald Lenzen
16. September 2015, 15:01:50 Uhr

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden