Fotografieren kann jeder

© Fotograf: Lukas Schildbach, Nachtaktiv, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Lukas Schildbach, Nachtaktiv, Blende-Fotowettbewerb
Das Tolle an der Fotografie, und das war in der fast 175-jährigen Geschichte nicht immer so, ist, dass heute jeder fotografieren kann, der das möchte. Früher, in den Anfängen der Fotografie, war dies nur ganz wenigen Menschen vorbehalten – heute für uns unvorstellbar, wo doch quasi jeder von uns über mindestens ein Aufnahmegerät verfügt.

© Fotograf: Selina Schneider, Genießerkatze, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Selina Schneider, Genießerkatze, Blende-Fotowettbewerb
In den Anfängen der Fotografie waren die Kameras schwer, und damit sehr unhandlich – und was noch entscheidender war, es konnte sie nicht jeder bedienen, denn solche Programmmenüs wie heute gab es noch nicht. Viele Kenntnisse waren also notwendig und manche Aufnahmen waren rein technisch nicht möglich. Heutige Aufnahmegeräte sind technische Wunderwerke mit einem Funktionsumfang, der atemberaubend ist. Dank diverser interner Programme wie zum Beispiel dem Automatikmodus kann jeder ohne große Vorkenntnisse Aufnahmegeräte bedienen – man muss noch nicht einmal die Bedienungsanleitung lesen – auch, wenn dies empfehlenswert ist, möchte man alle Möglichkeiten ausschöpfen.

© Fotograf: Niklas Cohrs, In the forest, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Niklas Cohrs, In the forest, Blende-Fotowettbewerb
Grundvoraussetzung für die Fotografie ist natürlich ein Aufnahmegerät, ob es nun ein Smartphone ist oder aber eine Kompaktkamera mit fest eingebautem Objektiv und je nach Modell variierendem Zoombereich oder aber eine Kamera, bei der man das Objektiv wechseln kann. Mit Smartphones, die als „Immer-Dabei-Kamera“ gelten, stößt man schnell an die fotografischen Grenzen des Machbaren, wobei aktuelle Modelle schon eine wesentlich bessere Bildqualität liefern. Beim Smartphone muss man sich einfach vor Augen führen, dass die Fotofunktion nur eine von vielen ist und Verbraucher Geräte wünschen, die sozusagen nicht auftragen und in jede Hosentasche passen. Das ist auch der Grund dafür, warum das Objektiv bei Smartphones recht klein ausfällt. Dieses kann deshalb einfach nicht die Leistungen bringen wie an Kameras.

© Fotograf: Anneleen Elter, Keine Hexe - Mein Bruder, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Anneleen Elter, Keine Hexe – Mein Bruder, Blende-Fotowettbewerb
Um zu fotografieren, reichen prinzipiell ein geladener Akku, eine Speicherkarte und natürlich das Auslösen des Aufnahmegerätes aus. An diesen Ausführungen sieht man, dass die Fotografie nicht schwer, sondern ganz leicht ist. Also Motiv sehen und sozusagen auslösen – fertig ist das Bild. Die Frage ist dann natürlich, ob das Bild auch so geworden ist, wie man es sich wünscht.

In der Fotografie ist immer wieder die Rede von guten oder schlechten Bildern. Unendlich viele Diskussionen werden darüber geführt. Wir finden, dass vieles in der Fotografie auch eine Frage des Geschmacks ist. Wer zum Beispiel kein Katzenfreund ist, den wird man nur schwer mit tollen Aufnahmen dieser verschmusten Vierbeiner begeistern können. Das Motiv entscheidet also auch darüber, ob Bilder gefallen oder aber eben nicht.

© Fotograf: Anja Haas, Die Arbeitskette, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Anja Haas, Die Arbeitskette, Blende-Fotowettbewerb
Das Tolle an der Fotografie ist, dass jeder gestaltend aktiv sein kann und dadurch seinen Aufnahmen eine ganz persönliche Note verleihen kann. Einfach nur „abdrücken“ kann jeder – wenn man jedoch in die Bildgestaltung eingreift, so kann man aus einem Allerweltmotiv etwas ganz Besonderes werden lassen, was nicht nur einen selbst mehr fesselt, sondern auch Freunde, denen man seine Aufnahmen zeigt. Dafür ist es allerdings notwendig, beispielsweise mit der Perspektive zu spielen, also mal einen Schritt weiter nach vorn zu gehen oder aber nach rechts beziehungsweise links. Oder wie wäre es einmal mit dem Fotografieren aus der Hocke heraus, quasi aus der Froschperspektive, die Motive ganz anders, weil ungewohnt, wirken lässt. Auch mit dem Format sollte man gestalterisch Einfluss auf das Motiv nehmen. Sehr beliebt ist das Querformat, weil es unseren Sehgewohnheiten entspricht. Wenn es die Situation zulässt, so sollte man zwei Aufnahmen machen, und zwar einmal im Quer- und einmal im Hochformat. Anschließend schaut man, bei welchem Format das Motiv wirkungsvoller erscheint. Natürlich kann es auch schräg zugehen – aber bitte nicht, wenn Wasserflächen fotografiert werden, denn hier hat der Betrachter das Gefühl, das Wasser aus dem Bild herausläuft.

Foto Jugend Ratgeber 02 / 2014

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