Fotoidee - Auf den Spuren der Lomografen und blind auslösen

© Blende, Paula Hardt, Menschen in Bewegung Bildgalerie betrachten

© Blende, Paula Hardt, Menschen in Bewegung

Wir sprechen uns mit unseren Beiträgen mehr für das Fotografieren als für das Knipsen aus. Das bedeutet nun im Umkehrschluss nicht, dass wir etwas gegen Knipser haben. Das Gegenteil ist der Fall, denn es geht um den Spaß an der Fotografie und der liegt in jedem Fall vor. Wie Ihr wisst, liegt unser Fokus in den Praxistipps in der Bildgestaltung. Aus unserer Sicht, und mit dieser Ansicht stehen wir nicht alleine da, kann man darüber seine Motive wirkungsvoller in Szene setzen. Heute, mit diesem Beitrag also nicht verwundert sein, wenn wir Euch dazu ermuntern, Sucher/Kameradisplay zu ignorieren und quasi blind aus der Hüfte heraus auf Motivjagt zu gehen. Zu analogen Zeiten, als mit Film fotografiert wurde, entwickelte sich daraus übrigens ein großer Trend, die Lomografie. Diese hat auch heute im digitalen Zeitalter noch Kultstatus wegen ihrer ganz eigenen Bildsprache. Da ist nicht alles scharf und so manches auch schief – also ein gerader Horizont hat eher Seltenheitswert.

Zurück zu unserem Thema „blind auslösen und Kameradisplay/Sucher ignorieren“. Gerade in der Stadt ergeben sich bei dieser Art der Fotografie sehr wirkungsvolle Aufnahmen. Diese Form der Fotografie ist auch bestens geeignet, um unauffällig auf Motivjagd zu gehen. Die Menschen um Euch herum bekommen gar nicht mit, dass Ihr den Auslöser betätig. Natürlich ist bei Euren Bildern auch viel Ausschuss dabei. Denkt an frisch geladene Akkus und an eine Speicherkarte mit einer hohen Speicherkapazität, damit alle Eure Aufnahmen auf ihr Platz finden. Ob Ihr die Kamera nun blind aus der Hüfte heraus auslöst oder die Kameraposition beispielsweise Eure Brust ist, ist Euch überlassen. Wichtig ist, dass Ihr Eure Kamera mit einem Kameragurt sichert, damit sie Euch nicht versehentlich zu Boden fällt. Also den Kameragurt beispielsweise mehrfach um das Handgelenk wickeln.

Bei dieser Art der Fotografie empfiehlt sich die Weitwinkeloptik – also ein weiter Bereich, den Ihr ablichtet. Die Weitwinkeloptik zeichnet sich dadurch aus, dass sie aufgrund der großen Schärfentiefe das Fokussieren nahezu überflüssig macht. Dadurch sind Euch in der Regel scharfe Bilder garantiert. Wenn Ihr mit einer Brennweite von 24 mm bis 35 mm fotografiert, dann vermeidet Ihr Verzerrungen. Alternativ zum Weitwinkel könnt Ihr auch ein Normalobjektiv einsetzen – dessen Blickwinkel entspricht weitestgehend unseren Sehgewohnheiten. In keinem Fall empfiehlt sich für diese Art der Fotografie ein Teleobjektiv beziehungsweise mit ausgefahrenem Zoom zu fotografieren. Fotografiert Ihr mit einer Kamera (hochwertige Kompaktkamera, kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera), die manuelle Einstellungen zulässt, dann ist die Zeitautomatik bei Blende f8 oder f11 aus unserer Sicht die beste Option. Objekte vor und hinter der Fokusebene werden scharf abgelichtet. Sollte die berechnete Verschlusszeit für verwacklungsfreie Aufnahmen zu kurz sein, dann müsst Ihr die ISO-Empfindlichkeit erhöhen. Wenn Ihr meint, dass sich das Ereignis vor Eurer Kameralinse lohnt einzufangen, dann einfach den Auslöser betätigen. Sofern Eure Kamera über die Option der Serienbildfunktion verfügt, so aktiviert diese, denn das erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Moment der Momente einzufangen.

Foto Jugend Ratgeber 12 / 2015

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2 Kommentare

Zufallsfotos? Damit kann ich definitiv nix anfangen.

von Joachim
18. Dezember 2015, 08:50:44 Uhr

Man kann es aber auch gerne mit der echten Lomografie ausprobieren. Wirkt befreiender und authentischer, als wenn man dieser Bildsprache digital hinterherjagt ;) Würde mich über mehr Artikel über analoge Fotografie sehr freuen! Viele Grüße!

von Lomoherz
16. Dezember 2015, 15:08:34 Uhr

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