Alec Soth - Gathered Leaves

Crazy Legs Saloon © Alec Soth / MAGNUM Photos Bildgalerie betrachten Alec Soth: Crazy Legs Saloon, Watertown, New York, USA, 2012

Noch bis zum 7. Januar 2018 präsentiert das Haus der Photographie / Deichtorhallen in Hamburg die Fotoausstellung „Gathered Leaves“ mit Werken von Alec Soth (*1969). Dieser gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Dokumentarfotografie. Die Ausstellung „Gathered Leaves“ ermöglicht in einer umfassenden Schau mit rund 65 Werken einen tiefen Einblick in das Schaffen des Magnum-Fotografen.

Die britische Tageszeitung „The Telegraph“ sieht in Alec Soth den größten lebenden Fotografen sozialer und geografischer Landschaften Amerikas. Soth tritt so in die Tradition von Robert Frank, Stephen Shore oder Joel Sternfeld. Diese Ausstellung gibt einen Überblick über ein Jahrzehnt des Schaffens des amerikanischen Fotografen. Sie bringt vier Hauptwerke zusammen: „Sleeping by the Mississippi“ (2004), „Niagara“ (2006), “Broken Manual” (2010) und als jüngstes Werk „Songbook“ (2014). Erweitert wird die Ausstellung, die zunächst im Media Space/Science Museum in London ausgestellt wurde, mit der frühesten Arbeit von Soth „Looking For Love“ (1996), die 2012 als Buch veröffentlicht wurde.

Soth ist bildender Künstler, Magnum-Fotojournalist, Blogger, Selfpublisher, Instagrammer und Pädagoge. Er untersucht die vielen verschiedenen Macharten, die die Fotografie in der Welt annehmen kann und stellt unterschiedliche mediale Formen der Begegnung mit dem Publikum her: von Museumsschauen bis hin zu Live-Workshops, die von seinem Winnebago-Wohnmobil aus durchgeführt werden. Die Idee dieser Ausstellung ist es, die Entwicklung der einzelnen Serien von Modell, Marquette und Buch bis hin zur Ausstellungswand widerzuspiegeln.

Als lyrischer Dokumentarfotograf sieht sich Soth als „American Photographer“. Die natürlichen Landschaften seines Heimatlandes – der majestätische Mississippi, die tosenden Niagarafälle, die weiten offenen Wüsten und unberührten Reservate, die Kleinstädte und städtischen Randgebiete – bilden die Struktur und das Setting seiner poetischen Studien des amerikanischen Lebens.

Der Ausstellungstitel „Gathered Leaves“ (gesammelte und versammelte Blätter) bezieht sich einerseits auf die Fotografie im Sinne eines offenen Albums von zusammengetragener Prints. Andererseits zitiert der Titel ein Motiv aus dem epischen Gedichtzyklus „Song of Myself“ (1855) von Walt Whitman. Whitmans Lyrik schildert die paradoxe Vielfalt der individuellen Existenz am Vorabend des Amerikanischen Bürgerkrieges. Soth charakterisiert das Amerika des beginnenden 21. Jahrhunderts ebenfalls als eine spannungsgeladene Zeit voll von widersprüchlichen Sehnsüchten und konträren politischen Idealen, im Ringen um den Ausgleich zwischen Individualität und Gemeinschaft.

„Gathered Leaves“ wurde für das Londoner Science Museum/Media Space von Kate Bush kuratiert. Für Hamburg gestaltete Ingo Taubhorn in Kooperation mit der Fotoagentur Magnum, Paris und der Galerie Loock, Berlin die Ausstellung.

Weitere Informationen: www.deichtorhallen.de

Änderungen vorbehalten.

Fotoausstellungen 10 / 2017

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