Beat Presser - TOSCANA

Beat Presser Bruna Canale, 1995 ©Beat Presser Bildgalerie betrachten

Beat Presser Bruna Canale, 1995 ©Beat Presser

Noch bis zum 26. November 2016 präsentiert die Galerie 206 in Berlin die Ausstellung „Toscana“ mit Arbeiten des Fotografen Beat Presser.

Der Schweizer Fotograf Beat Presser dokumentiert mit seiner Kamera nicht nur Landschaften, sondern er gestaltet sie auch. Waren es oft Geschichten von fremden Welten und deren Einwohnern, „erzählt“ er mit seiner Serie TOSCANA, die zum ersten Mal in Berlin gezeigt wird, von einer Region in Italien, die sofort Erinnerungsbilder von meist persönlichen Erlebnissen hervorruft. Als eine der ältesten und bedeutendsten Kulturlandschaften Europas ist sie vor allem in Deutschland auch eine politische Landschaft, seinerzeit geprägt von der sogenannten Toskana-Fraktion, einer Gruppe von Politikern und Intellektuellen, die ihren Urlaub und Auszeit dort verbringen. Beat Presser interessiert sich weniger für die Toskana als Refugium, hedonistisches Lebensgefühl, die Säulenzypressen und goldgelben Hügel. Seine Spurensuche gilt der Geschichte dieser Landschaft von der Antike, über die mittelalterliche Architektur bis hin in die Gegenwart.

Es sind die unterschiedlichen historischen Schichten, die er sichtbar macht: Er portraitiert die Toskana und ergänzt mit seinen schwarzweißen Fotografien das allgemein bekannte kollektive Bild. Seine Bilder wirken puristisch und faszinieren in ihrer Einfachheit und Klarheit. TOSCANA ist Zeitreise und Entdeckung zugleich. Das Ergebnis ist ein fotografisches Essay. Mit einem individuellen Blick und reduzierter Formsprache gelingt es Beat Presser, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Der Blick des Betrachters wird so auf die sehr erdigen und kontrastreichen Kompositionen aus Licht und Schatten und den Oberflächenstrukturen gelenkt. Sie verstärken die Faszination für eine Topographie mit historischer Bedeutung. Und dennoch verzichtet der Fotograf in seiner dokumentarischen Arbeit, die man als poetischen Realismus beschreiben könnte, nicht auf dieses eine Gefühl im Sommer in einer italienischen Landschaft, welches er dabei vermutlich selber hatte.

Beat Presser (*1952) ist als Kameraassistent und Set-Fotograf durch die enge Zusammenarbeit mit Werner Herzog und Klaus Kinski berühmt geworden. Ohne formale Ausbildung lernt er das Handwerk bei erfahrenen Fotografen und bei Filmproduktionen in Basel, Paris und New York. Ende der 70er Jahre gibt er die legendäre Fotozeitschriften Palm Beach News und The Village Cry heraus. Seit den 90er Jahren widmet er sich zunehmend der Fotografie und veröffentlichte zahlreiche und vielbeachtende Bildbände über seine Reisen ins Schweizer Hochgebirge, nach Südostasien, Indien, Madagaskar und den Osterinseln, um nur einige Stationen zu benennen. Gleichzeitig leitete er in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und der Schweizer Botschaft Foto- und Filmseminare. Beat Presser lebt in Basel und Berlin, aber vor allem unterwegs.

Weitere Informationen: www.dsq206.com/galerie-206

Fotoausstellungen 09 / 2016

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