Bilder aus Nordkorea

Soldaten am Ufer des Yalu © Reinhard Krause / REUTERS Bildgalerie betrachten

Reinhard Krause: Soldaten am Ufer des Yalu nahe Sinŭiju bemerken, dass sie bei Exerzieren fotografiert werden. © Reinhard Krause / REUTERS

Das Stadthaus Ulm zeigt noch bis zum 18. Juni 2017 die FotoausstellungBilder aus Nordkorea“ mit Arbeiten der Fotografen Nathalie Daoust, Reinhard Krause und Julia Leeb.

Nordkorea, das derzeit am schwersten zugängliche Land der Welt, schottet sich hermetisch ab. Gelingt es Bildjournalisten, Zugang zu bekommen, wird das Zustandekommen von Fotos streng kontrolliert und manipuliert. Heimliche sowie angeblich heimliche Schnappschüsse überschwemmen den Markt und zeigen immer die gleichen Motive. Aufgabe von Fotografen aber ist es, die Wahrhaftigkeit hinter den Fassaden zu suchen, ohne die nordkoreanische Bevölkerung auf alberne Marionetten, Klischees und Feindbilder zu reduzieren. Die Ausstellung „Bilder aus Nordkorea“ mit Arbeiten der drei Ausnahmefotografen Nathalie Daoust, Reinhard Krause und Julia Leeb schaut über den Tellerrand unserer westlichen Welt hinaus in ein für uns fremdes System hinein.

Die Kanadierin Nathalie Daoust, Jahrgang 1977, erkundet Geheimnisse und Tabuisiertes, balancierend auf dem feinen Grat zwischen Vorstellungsgabe und Realität. Bei der Entwicklung ihrer Serie „Korean Dreams“ aus der mysteriösen Welt von Nordkorea strebte sie eine Unschärfe an, die an sich im Moment des Erwachens auflösende Traumbilder erinnert. Es ist ihr Versuch, einer Wahrheit hinter der äußeren Erscheinung der Propagandamaschine näherzukommen. Die Arbeiten von Nathalie Daoust werden international ausgestellt und sind Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen.

Der im Ruhrgebiet aufgewachsene Reinhard Krause, Jahrgang 1959, ist Global Pictures Desk Editor der Nachrichtenagentur Reuters in Berlin. Als Krisen- und Kriegsreporter war er an vielen Brennpunkten dieser Erde und von 2004 bis 2009 als Reuters Chief Photographer China im Büro Peking auch für die Bildberichterstattung aus Nordkorea zuständig. Er reiste nicht nur mehrfach in das Land, er betrachtete es auch von der chinesischen Grenze aus. Reinhard Krauses Arbeiten sind preisgekrönt, die Filmdokumentation „Shooting Under Fire“ (2005) wurde mehrfach ausgestrahlt.

Die Journalistin, Fotografin und Filmerin Julia Leeb hat bereits an die 90 Länder, darunter viele Krisenherde, bereist. Ihre Bilder zeigen u.a. die bekannten Massenchoreografien und sozialistische Architektur, sie hat dabei aber – und dies unterscheidet sie von vielen anderen Nordkorea-Fotografen – den individuellen Menschen innerhalb der monumentalen Inszenierung im Fokus. Julia Leeb sieht das Land bunter als man es üblicherweise zu sehen bekommt und wendet sich, ohne das Regime zu beschönigen, den Menschen selbst mit einem freundlichen Blick zu.

Weitere Informationen: www.stadthaus.ulm.de

Änderungen vorbehalten.

Fotoausstellungen 03 / 2017

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