Gert Weigelt - Autopsie in Schwarz/Weiss

Im „Deutsches Tanzarchiv/SK Stiftung Kultur“ ist derzeit die Fotoausstellung „Autopsie in Schwarz/Weiss“ mit Fotografien von Gert Weigelt zu sehen. Menschliche Skulpturen füllen den Raum. Skulpturen in Bewegung – inszeniert von dem Fotografen Gert Weigelt. Seine Arbeiten in Schwarz/Weiß, entstanden aus der Zusammenarbeit mit Tänzern im Studio, gehen weit über das Selbstverständnis konventioneller Tanzfotografie hinaus. Sie sind Ausdruck eines ästhetischen Anspruchs, der sich anschickt, Körperlichkeit und Tanz mit der Kamera aus analytischer Perspektive zu sehen und zu zeigen. Häufig mit einem ironisierenden Augenzwinkern.

Gert Weigelt: a circle, a line, 2000 © Gert Weigelt
Gert Weigelt: a circle, a line, 2000
© Gert Weigelt

Die Ausstellung „Gert Weigelt – Autopsie in Schwarz/Weiß“ widmet sich seinen Studioarbeiteninszenierte Körper- und Portraitstudien – die durch ihre betonte Formenstrenge und Ästhetik sowie ihr erotisches Flair faszinieren. Die Fotoausstellung wird ergänzt durch die Präsentation seiner Kunstfilme – in Bewegung gesetzte Bildchoreographien –, die Gert Weigelt in den 1990er Jahren für das Zweite Deutsche Fernsehen und den niederländischen Fernsehsender NOS kreiert hat.

Gert Weigelt: body fist, 1983 © Gert Weigelt
Gert Weigelt: body fist, 1983
© Gert Weigelt

Gert Weigelt wurde in Berlin und Kopenhagen zum Tänzer ausgebildet. Danach tanzte er in Compagnien wie dem Königlich-Schwedischen Ballett, dem Cullberg Ballet und dem Nederlands Dans Theater. Die Zusammenarbeit mit renommierten Choreographen wie Hans van Manen, Jiří Kylián, Jerome Robbins, Birgit Cullberg, Glen Tetley, Kurt Jooss und José Limon prägte seinen hohen künstlerischen Anspruch bis heute.

Gert Weigelt: Ballet is woman, 1995 © Gert Weigelt
Gert Weigelt: Ballet is woman, 1995
© Gert Weigelt

Nach seiner Bühnenkarriere studierte Gert Weigelt (Jg. 1943) ab 1975 künstlerische Fotografie an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln, wo er 1985 zum Meisterschüler ernannt wurde. Schon während seiner Tänzerjahre fotografierte er mit Begeisterung. Seine intensive Arbeit als Bildchronist der internationalen Tanzszene begann jedoch erst während seines Kunststudiums. Es war die Zeit, in der sich (vor allem bei Pina Bausch in Wuppertal) das Tanztheater formierte und eine völlig neue Auffassung von Tanz entstand, die Weigelt auf kongeniale Weise mit der Kamera erfasste. Seine Fotografien haben die visuelle Darstellung des Tanztheaters in den vergangenen 40 Jahren maßgeblich geprägt. Gert Weigelt lebt und arbeitet seit 1975 in Köln.

Gert Weigelt: it takes two to tango, 1986 © Gert Weigelt
Gert Weigelt: it takes two to tango, 1986
© Gert Weigelt

Weitere Informationen: www.deutsches-tanzarchiv.de

Fotoausstellungen 03 / 2018

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