Jean Pigozzi - Best of ME & CO & Pool Party

IMMAGIS | FINE ART PHOTOGRAPHY in München präsentiert noch bis zum 4. August 2018 die FotoausstellungBest of ME & CO & Pool Party“ mit Werken von Jean Pigozzi. Mit rund 40 klein- und mittelformatigen, zumeist schwarz-weißen Fotografien zeigt die Ausstellung nicht nur Pigozzis berühmt-berüchtigte SeriePool Party“, sondern auch sein neuestes ŒuvreME & CO“; eine kulturelle Chronik, die der inoffizielle Erfinder des Selfies im Jahr 1974 begann und bis heute weiterführt.

Jean Pigozzi - ME and Lady Gaga, 2012
Jean Pigozzi
ME and Lady Gaga, 2012
© Jean Pigozzi
courtesy IMMAGIS Galerie

Das ProjektSelfie“ begann auf einer Harvard-Party im Jahr 1973, als Jean, Sohn von Henri Pigozzi, dem Gründer des Automobilherstellers SIMCA, sein erstes Doppelporträt mit Faye Dunaway aufnahm: Unbedarft und schnell näherte er sich der jungen Schauspielerin, riss den langen Arm hoch, fragte kurz nach der Genehmigung und schoss flux das Bild, mit dem seine lebenslange Passion beginnen sollte. Zu der damaligen Zeit waren Selfie-Aufnahmen noch verpönt und somit alles andere als populär; aber bald schien jeder, der Rang und Namen hatte, mit diesem jungen Fotografen zu posieren. Pigozzi studierte in Harvard, war großer Bewunderer von Robert Frank und vertrieb sich seine Freizeit am liebsten auf den Partys der New Yorker High Society. Dort entstanden seine DoppelSelfies mit Schauspielern wie Steve Martin, John Belushi, Julie Christie, Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone sowie Musikern wie Art Garfunkel, Grace Jones, Rod Stewart und Bono. Über die Jahrzehnte kamen auch Kunstikonen wie Andy Warhol und Ed Ruscha, Blue-Chip-Galeristen wie Larry Gagosian oder Provokateure wie Ai WeiWei oder Maurizio Cattelan mit aufs Bild – gefolgt von weiblichen Stars wie Catherine Deneuve, Daphne Guinness, Lady Gaga, Sarah Jessica Parker, Elle MacPherson oder Cate Blanchett.

Jean Pigozzi - Helena Christensen, Bono and ME, 2010
Jean Pigozzi
Helena Christensen, Bono and ME, 2010
© Jean Pigozzi
courtesy IMMAGIS Galerie

Jean Pigozzi - Andy Warhol and ME, 1986
Jean Pigozzi
Andy Warhol and ME, 1986
© Jean Pigozzi
courtesy IMMAGIS Galerie

Niemand entwischte seiner Methode “langer Arm, Weitwinkelobjektiv, Blitzlicht und Schnell-Sein” und wurde somit umgehend Teil von Pigozzis fotografischem Tagebuch. “Ich habe nie versucht, schöne Bilder zu machen”, sagte der Fotograf einmal, der, anders als die “normalen” Paparazzi, auch offiziell Zutritt zu den exklusiven Events hatte, da er bereits seit Jugendtagen zum engen Kreis der Stars gehört.

Jean Pigozzi - Zebra, 2015, Villa Dorane, Antibes
Jean Pigozzi
Zebra, 2015, Villa Dorane, Antibes
© Jean Pigozzi
courtesy IMMAGIS Galerie

Auch Pigozzis zweite SeriePool Party“, die im Sommer 2017 in der Berliner Helmut Newton Stiftung gezeigt wurde, ist ein Beispiel seines illustren Freundeskreises. Anhand von spontanen, überraschend-frischen und schnappschussartigen Aufnahmen bekommt der Betrachter den Eindruck, selbst Teil der legendären Sommerpartys zu sein, die traditionell zwischen Juni und September in der Villa Dorane am Cap d’Antibes stattfinden. Das Anwesen, im Jahr 1953 von Ettore Sottass für Pigozzis Vater erbaut, gehört, neben Immobilien in New York, London, Paris, Genf und Panama, zu Pigozzis favorisierten Rückzugsorten. Die Fotos selbst zeigen das internationale Who’s who beim ungezwungenen Treffen mit Freunden in entspannter Atmosphäre, darunter u. a. Mick Jagger, Naomi Campbell, Bianca Jagger, Nicolas Ghesquière, Liz Taylor, Mel Brooks oder Helmut Newton.

Jean Pigozzi - Larry Gagosian and Helmut Newton, 1991 Villa Dorane, Antibes
Jean Pigozzi
Larry Gagosian and Helmut Newton, 1991 Villa Dorane, Antibes
© Jean Pigozzi
courtesy IMMAGIS Galerie

Über Jean Pigozzi: geboren 1952 in Paris, seine Eltern stammen aus Turin; er studierte an der Harvard-Universität, bevor er bei der Gaumont Film Company und anschließend bei 20th Century Fox arbeitete. Pigozzi ist Besitzer der weltweit größten Sammlung zeitgenössischer afrikanischer Kunst (www.caacart.com). Die erste Ausstellung seiner Fotografien fand 1974 im Musée d’Art Moderne in Paris statt; sein erstes Buch Pigozzi’s Journal of the Seventies erschien im Jahr 1978. Weitere ausgewählte Ausstellungen: Light Gallery, New York (1980); A Short Visit to Planet Earth, Gagosian Gallery, New York (1991); Pigozzi and the Paparazzi, Helmut Newton Stiftung, Berlin (2008); Rencontres d’Arles Festival, Arles (2010); Johnny Stop!, Gagosian Gallery, New York (2010); Colette, Paris (2010); SEM-ART Gallery, Monaco (2012); Pigozzi, STOP! You’re too close, Multimedia Art Museum, Moskau (2011); Unseen International Art Fair, Galerie Alex Daniels-REFLEX, Amsterdam (2012); Johnny’s Diary, Galerie du Jour, Agnès B, Paris (2013); Fotografien, gezeigt im Rahmen eines Kurzfilms von Brett Ratner anlässlich des 100. Geburtstags des Vanity Fair Magazins, New York (2013); My World, Ullens Center for Contemporary Art, Peking (2014); Johnny’s Pool, Gagosian Gallery, New York (2016); The Baker Museum, Naples, Florida (2016); Galerie Gmurzynska, St. Moritz (2017); Helmut Newton Stiftung, Berlin (2017).

Weitere Informationen: www.immagis.de

Änderungen vorbehalten.

Fotoausstellungen 06 / 2018

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