Martin Roemers - Relikte des Kalten Krieges

Das Haus der Geschichte in Bonn zeigt noch bis zum 26. August die Fotoausstellung „Relikte des Kalten Krieges“ mit Aufnahmen von Martin Roemers. Nach dem Zusammenbruch der Anti-Hitler-Koalition der Alliierten beherrschte der „Kalte Krieg“ das politische Geschehen der Nachkriegszeit bis 1989/90. Mehrmals drohte eine direkte militärische Konfrontation der Super-mächte USA und Sowjetunion und damit auch die Gefahr eines weltumspannenden Atomkrieges. Geprägt war der Konflikt vor allem von ideologisch unüberbrückbaren Gegensätzen. Was ist von dieser Epoche geblieben? Der niederländische Fotograf Martin Roemers dokumentiert eindrucksvoll die baulichen und topographischen Hinterlassenschaften des Ost-West-Konflikts in Europa. Das Haus der Geschichte in Bonn zeigt eine Auswahl von rund 70 Fotografien des Künstlers im Foyer und in der U-Bahn-Galerie des Museums.

Deutschland, Berlin. Antennenkuppel einer US-amerikanischen Abhörstation auf dem Teufelsberg in Berlin; 2001 © Martin Roemers
Deutschland, Berlin. Antennenkuppel einer US-amerikanischen Abhörstation auf dem Teufelsberg in Berlin; 2001 © Martin Roemers

Die Aufnahmen entstanden zwischen 1998 und 2009 in zehn Ländern: Darunter sind Staaten, die zur Sowjetunion gehörten wie Russland, die Ukraine, Lettland und Litauen, Staaten des ehemaligen „Ostblocks“ wie Polen und die Tschechoslowakei sowie Großbritannien, die Niederlande, Belgien und Deutschland. Die Fotografien führen den Betrachter zu verlassenen Armeestützpunkten und Bunkeranlagen, zu technischen Installationen, Überwachungs- aber auch Gedenkorten. Insbesondere die Relikte der Roten Armee auf dem Gebiet der früheren DDR und die mit riesigem Aufwand installierten Bunker- und Kontrollanlagen sind Schwerpunkte der Fotografien Martin Roemers.

Deutschland, Lorch. Versorgungslager der Bundeswehr; 2008 © Martin Roemers
Deutschland, Lorch. Versorgungslager der Bundeswehr; 2008 © Martin Roemers

Die Ausstellung vereint verschiedene Serien Roemers über die architektonischen Spuren, die von der jahrzehntelangen Konfrontation der Systeme überall in Europa geblieben sind: Erhalten gebliebene Wandmalereien in ehemaligen sowjetischen Kasernen, verrostete, ausgediente Panzer, stillgelegte Flugzeuge, verbrauchte Munition auf ehemaligem Sperrgebiet. Roemers Fotografien verdeutlichen, dass der Kalte Krieg eine Auseinandersetzung zweier Systeme war, zugleich aber auch ähnliche funktionale Hinterlassenschaften auf beiden Seiten des „Eisernen Vorhangs“ hervorbrachte.

Deutschland, Großenhain. Sowjetischer Luftwaffenstützpunkt; 1998 © Martin Roemers
Deutschland, Großenhain. Sowjetischer Luftwaffenstützpunkt; 1998 © Martin Roemers

Der Fotograf Martin Roemers

Martin Roemers, 1962 im niederländischen Oldehove geboren, studierte an der Akademie für Kunst und Industrie (AKI) in Enschede in den Niederlanden. Er ist bekannt geworden durch seine Langzeit-Fotoprojekte, die in renommierten Museen zu sehen waren und Fotobände wie “Metropolis” über das Leben in Millionenstädten. Er ist zweimaliger Preisträger des World Press Photo Awards und des Street Photography Awards. Martin Roemers lebt und arbeitet im niederländischen Delft.

Deutschland, Laarbruch. Hangar für Jagdflugzeuge auf einem Stützpunkt der britischen Royal Air Force; 2002 © Martin Roemers
Deutschland, Laarbruch. Hangar für Jagdflugzeuge auf einem Stützpunkt der britischen Royal Air Force; 2002 © Martin Roemers

Weitere Informationen: www.hdg.de

Änderungen vorbehalten.

Fotoausstellungen 05 / 2018

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