Rinko Kawauchi - lebenswelt | life-world

Rinko Kawauchi: Untitled, from the series Ametsuchi, 2012, C-Print, 148 x 185 cm
© Rinko Kawauchi, courtesy | PRISKA PASQUER, Köln Bildgalerie betrachten Rinko Kawauchi: Untitled, from the series “Ametsuchi”, 2012, C-Print, 148 × 185 cm

Unter dem Titel „lebenswelt | life-world“ zeigt die Alexander Tutsek-Stiftung in München noch bis zum 20. Oktober 2017 zeitgenössische Skulpturen japanischer Künstlerinnen und Künstler sowie Fotografien von Rinko Kawauchi. Die Kunstwerke thematisieren subjektive Alltagserfahrungen, zeitliche Abläufe in der Natur und die zwischenmenschliche Kommunikation.

Rinko Kawauchi (geboren 1972 in Shiga, Japan) ist in ihrem Heimatland eine bedeutende Künstlerin. In Europa und den USA ist sie bisher nur Eingeweihten bekannt. In ihren Fotografien verwandelt sie Alltag oder Natur in etwas atemberaubend Neues. Aus der Serie „Ametsuchi“ zeigt die Ausstellung großformatige Fotografien. Reduzierte Landschaftsbilder von traditioneller Brandrodung thematisieren anhand der zerstörerischen, gleichzeitig verjüngenden Kraft des Feuers, das Verhältnis von Mensch, Natur, Zeit. Weiterhin werden aus der Serie „Illuminance“ kleine, intime Fotografien gezeigt. Hier widmet sich Rinko Kawauchi – basierend auf persönlichen Erfahrungen – sanft, teils auch verstörend, alltäglichen Dingen oder Tätigkeiten. Durch die Wahl der Ausschnitte und Perspektiven und den subtilen Einsatz von natürlichem Licht in Kombination mit oft durchscheinenden Farben hat Rinko Kawauchi in ihrer Fotografie eine ganz eigene Charakteristik und Sprache. Ihre Werkgruppen lassen den Betrachter die alltägliche Umwelt bewusster, weiter und mit veränderten Augen sehen.

Die Skulpturen von überwiegend jungen, in der westlichen Welt noch nicht ausgestellten Künstlern verstärken diese Empfindung. In einem in der Kunst eher ungewöhnlichen Medium – dem vielschichtig zu verarbeitenden Material Glas – thematisieren sie unmittelbare, subjektive Erfahrungen des Menschen.

Der Titel der Ausstellung „lebenswelt | life-world“ ist eine Anspielung auf das gleichnamige Konzept in der Phänomenologie. Damit ist die Welt gemeint, wie sie unmittelbar und direkt in der Subjektivität des alltäglichen Lebens erlebt wird (Edmund Husserl). Diesen Ansatz, alltägliche Phänomene individuell aber auch in ihrem sozialen und kommunikativen Kontext (Jürgen Habermas) wahrzunehmen, visualisieren die für die Ausstellung ausgewählten Kunstwerke.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Japanischen Generalkonsulats München.

Weitere Informationen: www.atstiftung.de

Änderungen vorbehalten.

Fotoausstellungen 09 / 2017

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