Sabine Weiss - Un regard personnel

Sabine Weiss: Françoise Sagan chez elle lors de la sortie de son premier roman Bonjour tristesse, Paris, 1954 Bildgalerie betrachten Sabine Weiss: Françoise Sagan chez elle lors de la sortie de son premier roman Bonjour tristesse, Paris, 1954

Die Galerie Hilaneh von Kories in Berlin präsentiert noch bis zum 26. Januar 2018 die Fotoausstellung „Un regard personnel“ mit Werken von Sabine Weiss.

Ohne Zweifel ist die heute 93-Jährige Sabine Weiss die Grande Dame der Humanistischen Fotografie und hat in vielen Jahrzehnten ein vielschichtiges Lebenswerk geschaffen; gleichwohl kann sie in Deutschland noch immer als Entdeckung gelten. Die Fotografin zählt zur so genannten “école humaniste” und gehört zusammen mit Robert Doisneau, Willy Ronis, Édouard Boubat, Brassaï oder Izis zu den bekanntesten Vertretern dieser Richtung, die mit ihrer “photographie humaniste” ihr Interesse auf das Alltagsleben ihrer Zeitgenossen und das vor allem auf den Straßen von Paris und seinen Vororten lenkten. Durch das feine Sensorium der Fotografin öffnet sich der Blick auf die kleinen Dinge des Lebens.

Die Aufnahmen wirken zunächst unspektakulär, leben aber von dem direkten Blick auf den Alltag, die Arbeit und die Freizeit der fotografierten Personen. Ebenso wichtig wie die im Mittelpunkt stehenden Menschen ist auch das Umfeld der Aufnahmesituation, daher sind neben vielen Straßenmotiven oft auch Cafés oder Kneipen bevorzugte Orte, die Geselligkeit und Ungezwungenheit dokumentieren.

Die von der Galerie Hilaneh von Kories präsentierte Auswahl zeigt Aufnahmen aus Paris und von Reisen in europäischen Ländern und den USA. Neben Straßenszenen sind feinsinnig inszenierte Porträts von prominenten Küstlern zu sehen, und Bilder von Kindern, die Weiss besonders gerne beim Spiel auf den Straßen fotografierte. Ihr großes Interesse an der Abbildung des Wechselspiels von Licht und Schatten zeigt sich in großartig komponierten Bildern von Bahnhöfen und Metrostationen. Der Schwerpunkt der Auswahl liegt auf Motiven aus den 1950er und 1960er Jahren.

Schon in jungen Jahren entschied sie sich für die Fotografie. Nach einer Ausbildung im Atelier Paul Boissonnas in Genf ging sie mit 22 Jahren nach Paris, wo sie bis heute lebt und arbeitet. Sie war Assistentin des Fotografen Willy Maywald, bevor sie sich 1950 als selbständige Fotografin etablierte. Zusammen mit ihrem Mann, dem amerikanischen Küstler Hugh Weiss, verkehrte sie im Pariser Küstlermilieu der Nachkriegszeit und pflegte Kontakte zu vielen bildenden Küstlern, Schauspielern, Musikern und Schriftstellern, die sie vielfach porträtierte.

Auf die Empfehlung von Robert Doisneau wurde Weiss um 1952 Mitglied der Fotoagentur Rapho. Sie arbeitete für viele internationale Magazine wie The New York Times Magazine, Life, Newsweek, Vogue, Point de vue, Paris Match, Esquire, Holiday. Ihre Fotografien waren u.a. auch in der legendären Ausstellung “Family of Man” zu sehen. Schon in den Füfzigerjahren hatte sie erste Ausstellungen in den USA, u.a. in Chicago (Art Institute of Chicago, 1954) und in Minneapolis (Walker Art Center, 1954).

Ausstellungen in europäischen Museen haben Weiss in den letzten Jahren wieder verstärkt in den Fokus der Fotografiegeschichte und der öffentlichen Wahrnehmung gerückt, so u.a. in Kriens (Museum im Bellpark, 2016), Tours (Jeu de Paume-Château de Tours, 2016), Zürich (Photobastei, 2014), Aachen (Suermondt-Ludwig Museum, 2011), Paris (Maison Européenne de la Photographie, 2008). Erstmals wird Sabine Weiss nun auch in Berlin mit einer Einzelpräsentation gewürdigt. Seit 1995 ist Sabine Weiss, geboren 1924 in der Walliser Grenzgemeinde Saint-Gingolph am Genfer See, französische Staatsbürgerin.

Weitere Informationen: www.galeriehilanehvonkories.de

Änderungen vorbehalten.

Fotoausstellungen 10 / 2017

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