Selbstgestaltetes Fotobuch selbst drucken

Ist man im Besitz eines Druckers, der Prints in Fotoqualität garantiert, so hat man die Option, selbstgestaltete Fotobücher auch über diesen zu Papier zu bringen. Der große Vorteil ist, dass dies schneller ist als der Druck durch einen Dienstleister, bei dem in der Regel mehrere Tage Produktion sowie zusätzliche Zeit für die Zustellung anfallen. Auch bietet die Eigenproduktion potenziell größeren gestalterischen Freiraum. Man kann im Prinzip das Papier ebenso frei wählen wie das Lieblingsmaterial für den Umschlag. Selbst ausgefallene Wünsche, wie etwa ein Einband mit Fell oder mit Prägung, scheinen so möglich.

Damit die Qualität vergleichbar der eines bei einem Druckdienstleister georderten Werk wird, ist jedoch einiges an Aufwand sowie Material nötig und es kommen dadurch einige Kosten zusammen. Dies beginnt schon mit der Software zur Bucherstellung. Wer gewohnt ist, sich ein kostenloses Programm vom Druckdienstleister herunterzuladen, muss umdenken. Deren Programme sind nämlich nur für den Druck beim jeweiligen Hersteller ausgelegt. Selbst wenn man PDFs ausgeben kann, bekommt man diese nicht in druckfähiger Auflösung – der Fotobuchservice lebt ja schließlich vom Druck.

Man muss sich also selbst auf die Suche nach einer Gestaltungssoftware machen. Im Prinzip kann das jedes Programm sein, das Bilder verarbeiten kann und mit dem jeweiligen Druckermodell zusammenarbeitet. Allerdings empfiehlt sich die Nutzung einer speziellen (Fotobuch)Layout-Sofware, wie etwa InDesign oder das kostenlose Scribus. Damit kann man effizient hochwertige Ergebnisse erzielen. Allerdings ist die Einarbeitung zeitaufwändig. Schneller geht es mit Bildbearbeitungsprogrammen mit integrierter Buchfunktion, wie etwa Photoshop, Lightroom oder iPhoto.

Quelle: Canon-Pressefotobereich
Quelle: Canon-Pressefotobereich
Für professionelle Ergebnisse ist ein hochwertiger Drucker Pflicht. Ein preisgünstiger Tintenstrahldrucker, wie man ihn typischerweise zu Hause oder im Büro hat, liefert keine den professionellen Druckmaschinen vergleichbare Qualität. Dazu sind spezielle Fotodrucker nötig, die unter dem Begriff „FineArt Drucker“ verkauft werden. Sie kosten ab etwa 400 bis 800 Euro und liefern sehr hochwertige Ergebnisse. Sie verfügen im Gegensatz zu den üblichen Tintenstrahldruckern nämlich über 8 bis 10 Farben und werden in einer Variante mit langfristig beständigen Pigmenten angeboten, so dass die Haltbarkeit solcher Werke mit der von Fotobuchservices vergleichbar oder sogar besser ist. Allerdings sind die Seiten je nach Oberfläche deutlich griffempfindlicher als ein beim Fotoservice geordertes Buch.

Damit der Drucker seine Stärken ausspielen kann, ist ein passendes hochwertiges Druckerpapier wichtig und die richtige Abstimmung von Drucker sowie Papier nötig. Für ein Fotobuch muss es eine deutlich höhere Papierdicke (der Fachbegriff lautet „Grammatur“) als typisches Kopier- beziehungsweise Druckerpapier aufweisen. Auch ist die Oberfläche entscheidend für den professionellen Eindruck. Von verschiedenen Herstellern wird mittlerweile eine große Vielfalt an speziellen Papieren unter dem Begriff „FineArt Fotoapapier“ angeboten. Am besten schaut man sich Muster beim Händler an, um einen Eindruck der verschiedenen Qualitäten zu bekommen. Um die Farbwiedergabe für das jeweilige Papier zu optimieren, sollten die passenden Farbprofile eingesetzt werden. Diese können meist beim Papierhersteller für die gängigen Modelle heruntergeladen oder noch besser selbst erstellt werden. Dazu ist eine Einarbeitung in das Thema Farbmanagement sehr sinnvoll, da man sonst entweder nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt oder auf dem Weg sehr viel Material verbraucht.

Foto: Petra Vogt, Album: Tecco
Foto: Petra Vogt, Album: Tecco
Ein Stapel ausgedruckter Bilder ergibt noch lange kein Fotobuch. Sofern man nicht auf eine Rundumlösung der Papieranbieter zurückgreift, benötigen die Bögen einen Umschlag sowie eine stabile Bindung. Bei einem kleinen Heft kann man notfalls noch etwas dickeres Papier und Heftklammern verwenden, bei umfangreichen Büchern funktioniert das nicht mehr. Da werden ein stabiler Karton für den Umschlag und Techniken aus der Buchbindekunst zum Zusammenhalt der Seiten benötigt. Wer eine Buchbindewerkstatt in der Nähe hat, sollte schauen, ob dort Kurse angeboten werden. Darin lernt man die Buchherstellung von der Pike auf. Wer sich Fertigkeiten gern selbst beibringt, findet im Internet zahlreiche Anleitungen. Das Buchbinden macht viel Spaß, kostet allerdings auch viel Zeit und benötigt spezielle Werkzeuge.

Deutlich praktischer und einfacher ist es, ein Buchset zu kaufen, wie sie im Handel angeboten werden. Es besteht aus einer Anzahl von passenden Buchseiten, die in den Drucker eingelegt werden, sowie einem Umschlag. Meist ist die Bindung mit Schrauben angelegt, so dass man die bedruckten Buchseiten nur einlegen muss und ganz einfach fixieren kann.

Fotobuch selbstgemacht 11 / 2014

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