Großes Buch „MAGNUM Manifesto“

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‚Magnum Manifesto‘ feiert den 70. Geburtstag der Agentur mit einer im Schirmer/Mosel-Verlag erschienenen Publikation, die die berühmten Bilder zeigt, die das Magnum-Archiv in sieben Jahrzehnten zu einem „unerschöpflichen Reservoir an Erinnerungen“ haben anwachsen lassen. Reich illustriert wird in dem Band die Geschichte einer institutionalisierten Idee dargestellt, die längst zum Mythos geworden ist.

Die elitäre Agentur Magnum wurde 1947 mit dem Ziel gegründet, eine Kooperative der weltbesten Fotojournalisten zu sein, die sich für einen unabhängigen Status ihrer redaktionellen Bildbeiträge einsetzt, wobei die Unabhängigkeit sowohl die finanziellen Belange als auch die Themen und die Inhalte betraf. Eine weitere Zielsetzung war es, Verantwortungsgefühl der Welt und den abgebildeten Menschen gegenüber zu fördern. Schließlich setzte Magnum von Anfang an neue Maßstäbe in Sachen Persönlichkeitsrecht der Fotografen: Der Name des Fotografen sollte bei jeder Veröffentlichung seiner Aufnahmen in der Bildunterschrift genannt sowie die Bilder als schöpferische Einheit respektiert und folglich nicht beschnitten werden.

Der Jubiläumsband ist in drei Hauptteile gegliedert, die jeweils mit einem kurzen Text eingeleitet werden. Beispielhaft werden teilweise weltbekannte Aufnahmen gezeigt sowie Reportagen einiger maßgebender Fotografen der jeweiligen Epoche in Wort und Bild vorgestellt. Teil 1 beschreibt unter dem Titel „Menschenrechte und menschliches Unrecht“ die Zeit zwischen 1947 und 1968. Dabei wird das Archiv von Magnum durch eine humanistische Linse mit Fokus auf Nachkriegsideale, wie Gemeinsamkeit und Utopismus, betrachtet. Teil 2 zeigt unter der Überschrift „Ein Inventar der Differenzen“ eine Welt im Zerfall zwischen 1969 und 1989, in deren Brennpunkt Subkulturen, Minderheiten und Außenseiter stehen. In Teil 3, der den Titel „Endzeitgeschichten“ trägt und die Zeit zwischen 1990 und 2017 abdeckt, wird dargestellt, wie Magnum-Fotografen eine von Globalisierung und Digitalisierung gekennzeichnete Welt sehen.

Der Epilog steht unter dem Titel „Magnum ist . . .“. Darin wird versucht, mit einer Sammlung von Texten die Agentur, die unterschiedlichen von ihren Mitgliedern vertretenen Auffassungen von Fotografie sowie deren Wertvorstellungen zu definieren. Mit ihren Memos, Glaubensbekenntnissen und brieflichen Diskussionen ist dies letztlich wie eine Art ‚Manifest‘. Der Geburtstagsband ‚Magnum Manifesto‘ vereint somit 70 Jahre internationalen Fotojournalismus der höchsten Qualität und lässt in über 450 Abbildungen nicht nur die Geschichte der legendären Fotografen-Kooperative lebendig werden – es zeigt darüber hinaus Zeitgeschichte von 1947 bis heute. (H.-G. v. Zydowitz)

München, Schirmer/Mosel Verlag, 416 Seiten, über 450 Bilder – davon 190 in Farbe, Format: 25×30 cm, gebunden, ISBN: 978-3-8296-0789-6; 49.80 Euro

Fotobücher 07 / 2017

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