Das Polaroid-Projekt - Die Eroberung durch die Kunst

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Polaroid ist magisch: Innerhalb von Minuten und wie von Zauberhand erscheint das gerade gemachte Foto. Wie Künstler sich diese Technik aneigneten, wie sie mit ihr experimentierten und neue Wege der Gestaltung entdeckten, zeigt der attraktiv bebilderte Band anhand von über 300 herausragenden Werken international renommierter Künstler aus der einzigartigen Polaroid Collection.

Schon 1949, ein Jahr nach der Vorstellung des ersten Polaroid-Land-Modells 95, wurde der Fotograf Ansel Adams beauftragt, den Polaroidfilm zu erproben. Er war fortan als Berater tätig, denn es gehörte von Anfang an zum Konzept des Unternehmens, bekannte Fotokünstler mit einzubeziehen, ihnen Polaroid-Kameras zur Verfügung zu stellen und vor allem die neuen Filme auszuprobieren. Denn die entscheidende Erfindung bei der Sofortbildfotografie war nicht die Kamera, sondern der Film. Dazu holten die Produktentwickler sich immer wieder den Rat von bedeutenden Fotografen, die Probefilme zum Testen und Bewerten erhielten, ein. Bald erkannten daher viele Künstler die neuen aufregenden Möglichkeiten, vor allem, als 1972 die SX-70 und nur ein Jahr später die Großformat-Polaroid für das 20×24-inch-Format auf den Markt gebracht wurde: Etwa wenn David Hockney ein Stillleben-Mosaik aus einzelnen Fotos schuf, Charles Eames geometrische Muster festhielt, Dennis Hopper Farbstudien in Los Angeles betrieb oder Robert Mapplethorpe Akt-Selbstporträts machte. Und so prägten Tausende von renommierten Fotokünstlern erstellte Polaroidfotografien die Kunstwelt im späten 20. Jahrhundert. Diese sind in dem im Hirmer-Verlag, München, erschienenen Bildband „Das Polaroid-Projekt – die Eroberung durch die Kunst“ ebenso enthalten, wie Werke von Ansel Adams, Nobuyoshi Araki, Peter Beard, Guy Bourdin, Philip-Lorca diCorcia, Harold Edgerton, Walker Evans, Arno Fischer, Joan Fontcuberta, Gisèle Freund, Philippe Halsman, André Kertesz, Sarah Moon, Andy Warhol, William Wegman und vielen anderen.

Unter dem Titel „Polaroid: Geschichte einer Technik“ wird zudem in zwei Teilen, einem für die Zeit zwischen 1928/29 und 1972 sowie einem für die Periode zwischen 1973 und 2010, anhand von Abbildungen der Kameras und der Filmrollen sowie einem Zeitstrahl die technische Entwicklung detailliert dargestellt. Nach dem Vorwort von Todd Brandow und der unter der Überschrift „In der Frage steckt bereits die Antwort“ stehenden Einleitung von William A. Ewing beschreiben insgesamt neun Fachautoren in teilweise persönlichen Erinnerungen eindrucksvoll die Welt und die Geschichte der Sofortbildfotografie. (H.-G. v. Zydowitz)

Hirmer-Verlag, 288 Seiten, 318 Abbildungen in Farbe, Format: 23 × 27,5 cm, Leinen Schutzumschlag, ISBN: 978-3-7774-2873-4, € 49.90.

Fotobücher 08 / 2017

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