MAXIME BALLESTEROS - LES ABSENTS

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Kraftvoll, körperbetont und immer ein wenig surreal: Der Wahl-Berliner Maxime Ballesteros malt mit Blitzen und analogen Bildern seine Sicht auf eine Welt, in der sich Grenzen auflösen und eine subjektive Realität zutage tritt. Bei Hatje Cantz ist mit Les Absents nun seine erste Monografie erschienen.

„Ich habe immer eine Kamera dabei. Und ich mache jeden Tag Fotos. Das ist natürlich banal, wenn man an die heutige Instagram-Welt denkt, jeder macht ständig Fotos. Aber es geht mir nicht um eine Dokumentation, es ist mehr der Drang, bereit zu sein, wenn ich etwas sehe.“ Seit der Franzose Maxime Ballesteros (*1984) als Teenager erstmals eine Kamera in die Hand nahm, legt er diese nicht mehr zur Seite. Er schießt Fotos aus dem Augenblick heraus, folgt seinen Protagonisten auf wilde Partys, in private Wohnungen oder an den frühmorgendlichen Strand – flirrend und exzessiv, scharf und immer in Style. Kein Wunder, dass sich Mode- und Lifestylemagazine wie Purple, Numéro, Vice oder 032c um Engagements des Wahl-Berliners reißen. Ob Auftrag oder freie Arbeit, Ballesteros fotografiert stets analog und erzeugt dank dieser Technik eine gewünschte Verzögerung zwischen Geschehen und Wiedergabe. Dies ist besonders dann reizvoll, wenn er Szenen einer Partynacht festhält und der Appetit nach seinen Bildern schon während des Abends groß ist. Aber auch bei Arbeiten für Auftraggeber hat sich diese Herangehensweise bewährt: „Bei Aufträgen sieht niemand das Bild – der Kunde nicht, das Model nicht. Man muss einander vertrauen und sich öffnen. So entsteht eine gemeinsame Basis.“

Ballesteros vergleicht die analoge Fotografie mit der Kunst des Bogenschießens: „Ein Pfeil ins Ziel. Kein Maschinengewehr, das man abfeuert, in der Hoffnung, irgendetwas zu treffen.“ Muten seine Bilder auch häufig wie beiläufig geschossen an, so enthüllen sie bei genauem Hinsehen jedoch stringente Merkmale: „Nie einen Zoom benutzen – wenn Du näher ran musst, nutze Deinen Körper. Nie einen anderen Ausschnitt wählen, nie ein Bild beschneiden – wenn das Original nicht funktioniert, musst Du umdenken.“

Ballesteros lebt, um Bilder zu machen und seine subjektive Sicht auf die Dinge zu veranschaulichen. Seine Aufnahmen zeigen einen Ausschnitt der Welt. Fügt der Künstler Blitzlicht hinzu, entsteht bereits eine Transformation. Das Foto wird Teil von Ballesteros’ Realität, seiner Vorstellungskraft. „Die Welt meiner Nächte, meiner Träume und Albträume, ist genauso Teil der Wirklichkeit, wie die, die wir mit offenen Augen sehen,“ so der 33-Jährige in einem Interview mit Hatje-Cantz-Consulting-Editor Nadine Barth.

Mit Les Absents erscheint, in Kooperation mit dem visionären Kultur- & Fashion-Network Sang Bleu aus London, nun erstmalig eine Monografie des Cutting-Edge-Künstlers. Die Publikation enthält 217 farbige, großformatige Abbildungen auf knapp 280 Seiten.

Verlag Hatje Cantz, 256 Seiten, 217 Abb., gebunden 17,00 × 25,00 cm, ISBN 978-3-7757-4356-3, € 35,00.

Fotobücher 08 / 2017

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