Datenbrillen im Tourismus: Vom Sessel aus um die ganze Welt

Oculus Rift, Reisebüro © Thomas Cook
Viele planen derzeit schon den nächsten Jahresurlaub oder werden es in Kürze tun. Stellt sich Ihnen auch die Frage, wohin die Reise dieses Mal gehen soll? Früher konnte man im Reisebüro allenfalls Kataloge einsehen, mittlerweile setzen die ersten Reiseanbieter auch Virtual-Reality-Brillen ein. Diese ermöglichen einen fast schon realen Eindruck von Destinationen.

Die Brillen stammen eigentlich aus der Computerspiel-Szene. Dort sind sie vor allem beliebt, weil sie ein – manchmal erschreckend – reales Erleben von Videos, Spielszenen und Bildern ermöglichen. Das ist so überzeugend, dass Höhenängstliche bei einem Himalya-Video Schweißausbrüche bekommen. Umgekehrt kann der Blick durch eine solche Brille auch die Faszination von glasklaren Bergseen und schneebedeckten Gipfeln vermitteln. Im Gegensatz zu konventionellen 3D-Darstellungen ist es zusätzlich möglich, sich im Raum zu bewegen – und das ganz ohne einen Schritt mit den eigenen Beinen tun zu müssen.

In der Tourismusbranche bieten Virtual-Reality-Brillen so die Möglichkeit, ganz bequem vom Sitzplatz aus eine Schnupperreise zu machen. Einmal aufgesetzt, geht es per Knopfdruck nach New York, Zypern, Chile und vielen weiteren Destinationen. Dabei sind sowohl Besichtigungen eines Ortes als auch einer Unterkunft möglich. So kann man zum Beispiel bereits vor der Buchung entscheiden, ob ein Hotel die richtige Wahl ist – oder sich alternativ ganz spontan in ein neues Ziel verlieben.

VR-Brillen sind keine Zukunftsideen, sondern haben bei verschiedenen Anbietern wie Lufthansa, British Airways und Turkish Airlines bereits Einzug gehalten. Auch alle, die sich schon immer einmal ein Kreuzfahrtschiff von innen ansehen wollten, profitieren von Virtual Reality. Mit einer VR-Brille lässt sich sowohl über das Deck von „Mein Schiff“ als auch über das der AIDA-Flotte schlendern. Auch Thomas Cook und Neckermann Reisen wagen den Schritt in Richtung Zukunft. Der Kunde kann direkt vor Ort im Reisebüro mithilfe einer VR-Brille seine Destination auskundschaften und seine Vorfreude so noch ein bisschen steigern.

Wer lieber zu Hause in die Ferne schweift, bastelt sich eine Datenbrille aus Smartphone und Pappe (siehe unseren Bericht) und kann dann im Internet interessante Reise-Videos und Panoramen herunterladen.

Wir empfehlen Ihnen, sich von dieser Technologie vor ihrem nächsten Urlaub einmal inspirieren zu lassen, warnt aber auch: Die Erde ist voll mit schönen Orten, deren Besuch – selbst nur virtuell – ein hohes Suchtpotential hat.

Fotografische Anwendungen 11 / 2015

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1 Kommentare

Bin mal gespannt wann wir alle nur noch mit solchen Brillen rumlaufen. Hatte neulich mal die von Zeiss auf der Nase. Das war schon ein Erlebnis

von Richard
15. November 2015, 16:36:47 Uhr

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