DGPh: Otto-Steinert-Preis 2017 geht an Ina Schoenenburg

Ina Schoenenburg, © Ina Schoenenburg Bildgalerie betrachten Ina Schoenenburg, © Ina Schoenenburg

Der Otto-Steinert-Preis 2017 der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) geht an Ina Schoenenburg. In der entscheidenden Runde am 26. September fiel die Wahl auf Ina Schoenenburg, die für ihr fotografisches Langzeitprojekt „Blickwechsel“ ausgezeichnet wird.

Die Arbeit von Ina Schoenenburg hat die Jury durch ihre hohe fotografische Qualität überzeugt. Ina Schoenenburg fotografiert ihre Familie bereits seit sechs Jahren und tut dies mit großer emotionaler Nähe und observierender Distanz zugleich. Mit einer ungewöhnlichen Bandbreite von dokumentarischer Beobachtung bis hin zu einer manchmal fast theatralen Inszenierung lässt uns die Fotografin teilhaben an ihrem sowie dem Leben und den Emotionen ihrer Eltern und ihrer Tochter. Ein außergewöhnlich vielschichtiges Projekt mit einer ganz eigenen Bildsprache, die es schafft, intime Privatheit zu zeigen und zugleich ganz auf Voyeurismus zu verzichten. Der Otto-Steinert-Preis soll Ina Schoenenburg ermöglichen, an diesem Langzeitprojekt weiterzuarbeiten.

Ina Schoenenburg lebt und arbeitet in Berlin, wo sie 2012 ihr Fotografie-studium an der Ostkreuzschule für Fotografie als Schülerin von Sibylle Fendt abschloss. Seit dem Herbst 2016 ist sie Mitglied der Photographen-Agentur Ostkreuz.

Neben der Preisträgerin beeindruckten die Arbeiten der beiden Nachwuchsfotografinnen Monika Hanfland und Ksenia Kuleshova.

Monika Hanfland reichte den vielversprechenden Beginn ihrer Arbeit „The Perfect Match?“ ein. Sie setzt sich mit der Herstellung und Nutzung von Liebespuppen auseinander und wirft so die Frage auf, ob dadurch neue Arten von Beziehungen entstehen können, in denen die Puppen den menschlichen Partner ersetzen. Ein mit Ironie und Witz fotografisch festgehaltenes Eintauchen in eine seltsame Welt.

Auch die Fotostudentin Ksenia Kuleshovas hat mit einer eher spielerischen Arbeit überzeugt, in “ABKHAZIA” widmet sie ihr Augenmerk unter anderem skurrilen Freizeitbeschäftigungen. Ihre genaue Beobachtungsgabe für die Absurditäten des Alltags gepaart mit dem Gefühl für den entscheidenden Moment haben die Jury überzeugt. Beide Teilnehmerinnen sind Studentinnen an der Fachhochschule in Dortmund.

Der mit 5.000 Euro dotierte Otto-Steinert-Preis der DGPh wurde am 26. September 2017 durch die diesjährige Jury bestehend aus dem Preisträger 2015, Georg Brückmann, dem Fotokünstler und Verleger Boris Becker, sowie dem Vorstand der Sektion Bild der DGPh, Bettina Flitner, Christoph Bangert und Manfred Linke, als Arbeitsstipendium für die Realisierung einer neuen Arbeit vergeben. Nach einem langen, mehrstufigen Auswahlprozess von über 165 Bewerbungen ist die Arbeit von Ina Schoenenburg in der finalen Auswahl als qualitativ herausragend befunden worden.

Weitere Informationen: www.dgph.de/

Änderungen vorbehalten.

Fotonachrichten 10 / 2017

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