DGPh-Symposium „Überallbilder“

Aspekte und Wechselwirkungen zwischen Photographie und Internet

Die Sektion Bild der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) veranstaltete unter dem Titel „Überallbilder“ am 17. und 18. Oktober 2008 in der Hochschule Magdeburg-Stendal ein Symposium, das sich umfassend mit den soziologischen und technischen Veränderungen, die das Internet für das Medium Photographie bedeutet, auseinandersetzte. Mit Vorträgen und bei Diskussionen beleuchteten Fachleute die unterschiedlichsten Aspekte und Wechselwirkungen zwischen publizistischer Photographie und aktuellen Internetangeboten, insbesondere Photocommunities, wie „Flickr“ oder „fotocommunity.de“. Dabei wurden bisherige Erfahrungen von Anwendern ebenso eingebracht, wie Möglichkeiten für Photographen dargestellt sowie damit verwobene rechtliche Aspekte und historische Blickwinkel angesprochen.

Photocommunities bieten Photographen einfache, verglichen mit einer eigenen Website kostengünstige Publikationsmöglichkeiten. Der Photograph Fabio Borquez berichtete in seinem Beitrag von seinen positiven Erfahrungen, aber auch darüber, welche Probleme er mit Löschungen von Bildern hat. Oft werde heute davon ausgegangen, dass „das Internet“ ein öffentlicher Raum sei, in dem Meinungsfreiheit herrsche. Dies sei aber wohl nie so gewesen, stellte Dirk Feldmann, Justitiar der Agentur Freelens, klar. Möglichkeiten für Photographen, trotz der immensen Zahl von kostenlosen oder sehr preiswerten Amateurbildern zu bestehen, zeigten Marc Ludwig, Foto-TV, und Lars Bauernschmitt, Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive (BVPA), auf.

Wie das Medium Internet zur modernen Nutzung historischer Photographien genutzt werden kann, schilderte Michael Ebert am Beispiel der von ihm für die „Visual Gallery“ der photokina kuratierten Ausstellung „The Mirror with a Memory“. Zusammen mit seinen Helfern bereitete er digitale Scans von Bildern des amerikanischen Bürgerkriegs von 1861 bis 1865 auf. Damals erstellte Kollodium-Glasplatten-Negative, deren enorme Auflösung früher nicht genutzt werden konnte, erlauben heute sogar extreme Ausschnittvergrößerungen und ergeben damit einen großartigen Detailreichtum.

Christoph Schaden berichtete über die kunsthistorischen Hintergründe zur Suche nach ersten photographischen Bildern, die nach heutigem Kenntnisstand immer wieder neu gestellt werden muss.

Ditmar Schädel, der Vorsitzende der DGPh-Sektion Bildung und Weiterbildung, und Renatus Schenkel, Professor an der Hochschule Magdeburg-Stendal, weiteten den Blick auf die bereits jetzt verfügbaren oder sich abzeichnenden technologischen Möglichkeiten der Photocommunities und damit zusammenhängende Initiativen der EU.

Höhepunkt und Abschluss des Symposiums „Überallbilder“ der DGPh-Sektion Bild war ein Vortrag von Gottfried Jäger. Dessen Vater Ernst war Photograph in Burg bei Magdeburg, dessen Sohn Markus wirkt heute als die Photographie einsetzender Künstler. Und der Vortragende selbst ist als einflussreicher Lehrer für Photographie und Bildmedien sowie als künstlerischer Photograph – Stichwort „Generative Photographie“ - weithin bekannt. Gottfried Jäger machte in seinem Beitrag die stattgefundenen Entwicklungen am familiären Beispiel deutlich.
 

Fotonachrichten 10 / 2008

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