Die Gewinner des ersten weltweiten Großformat-Fotowettbewerb stehen fest
Preisverleihung auf der photokina 2018

Fast alles, was Rang und Namen in der Großformat-Fotoindustrie hat, hat sich mit dem Großformat-Fotowettbewerbs zusammen getan, um das Kulturgut der analogen Großformatfotografie zu fördern, zu feiern und in die Zukunft zu tragen. Ausgelobt sind Sachpreise im Wert von über 20.000 EUR. Neben den Hauptsponsoren CHAMONIX, JOBO und ARCA SWISS beteiligten sich ADOX, GITZO, ILFORD, PHOTOKINA und RODENSTOCK, um diesen weltweiten Fotowettbewerb möglich zu machen.

Was war gefordert

Ausschließlich analoge Fotoaufnahmen mit einer Fachkamera durften ins Rennen gehen. Durch dieses Nadelöhr kamen ca. 400 Fotos hindurch. Zur besonderen Freude der Veranstalter wurden fast 40 % davon als Originalprint eingereicht, „aus aller Herren Länder“. Mit dabei waren auch Exoten wie Kollodiumaufnahmen auf Glas, Direktpositivaufnahmen in 20×24“ Größe, Heliogravuren, Platinumdrucke,… Eine beeindruckende Vielfalt an fotografischer Handwerkskunst. Jedes Foto wurde mit Hingabe und Expertise erstellt.

Die Jury

Um die Auswahl der Finalisten zu bewerkstelligen, wurden alle Einreichungen von der Jury über 2 Tage in mehreren Durchgängen bewertet. Die Jury besteht aus fünf hochkarätigen Fotografen: Bruce Barnbaum aus USA, bekannt als Fotograf und Autor. Detlef Grosspietsch aus Deutschland, der dem Hause JOBO eng verbunden ist. Der Fotograf und Filmemacher Urs Bernhard aus der Schweiz. Stefan Maria Rother, Kurator und Dozent für Fotografie aus Deutschland. Und schließlich Feng Jian Guo, Professor für Fotografie aus China.

Die fachkundigen Juroren einigten sich auf nachstehende 6 Finalisten

Es gibt keine Rangfolge bei der Platzierung, es gibt nur Gewinner. Dies wird dem breiten Spektrum der Arbeiten gerecht: Open Genre.

Tim Franco – Unperson (South Korea)

Der Portraitserie des in Südkorea ansässigen Europäers Tim Franco über Flüchtlinge aus Nordkorea gelingt es, eine ganze Geschichte aus den Gesichtern sprechen zu lassen. Prämiert wurde dabei die Aufnahme von Ahn Myeong-Cheol. Alle Bilder transportieren, dass diese Flüchtlinge von ihrer Geschichte in Nordkorea nicht loskommen und in Südkorea vielleicht noch gar nicht richtig angekommen sind. Aufgenommen mit einer Shen Hao 4×5“ auf Fuji FP-100.

Olli Jaakkola – The Head (Finland)

Aus Finnland konnte Olli Jaakkola mit einer wunderschönen Landschaftsaufnahme überzeugen. Mit seiner 4×5“ Arca Swiss und der Normalbrennweite von 150 mm kam es nach vielen Besuchen derselben Bucht zu der wunderbaren S-Formation. Ein ND-Filter erlaubte die Verschlusszeit für den überzeugenden Bildeffekt.

Markus Kaesler – crossing cities (Frankfurt//Fez)

Eine Auswahl von 3 Bildern einer einzigartigen und äußerst aufwändigen Architektur/Städteserie wurde von Markus Kaesler aus Deutschland eingereicht. Der Fotograf bereiste dazu verschiedenste Großstädte auf entgegengesetzten Seiten des Globus, um diese als Doppelbelichtung und Städtepaar auf jeweils einen einzigen Planfilm festzuhalten. Oft lagen mehr als 12 Monate zwischen den Aufnahmen. Besonders gelungen fand die Jury die Aufnahme Frankfurt // Fez auf Fomapan 100.

Garry Ridsdale – The Spiral Forest (England)

Aus Großbritannien kamen von Garry Ridsdale zwei wunderbare Farbaufnahmen auf Fuji Velvia 50 ins Finale. Prämiert wurde der „Spiral Forest“, aufgenommen mit einer Arca Swiss 4×5“ und einem moderaten Tele von 210mm.

Gerhard Schlötzer – Bamberg (Germany)

Aus Deutschland gelangte ein zweiter Fotograf ins Finale. Gerhard Schlötzer reichte eine dokumentarische Arbeit auf Großformat ein, welche den öffentlichen Raum von Bamberg in veränderlichem Zustand einfriert. Zeitgeschichte wird in 8×10“ Qualität für die Zukunft festgehalten. Die perfekte Komposition der Baustelle in der Altstadt wurde von der Jury prämiert.

Marcelo Troche – Libellule (Canada)

Der Italiener Marcelo Troche hält auf 8×10“ und 11×14“ Kameras Insekten auf Kollodium fest. Mit riesigen Balgenauszügen werden dabei Abbildungen im Maßstab von 3:1 erstellt. Das Nassplattenverfahren mit Kollodium erfordert ebenso hohe handwerkliche Expertise wie die Kameraeinstellung, um diese höchstauflösenden Unikate zu erstellen. Hervorzuheben ist die perfekte Kombination von Medium und Objekt.

Die Bilder der Finalisten sind ab sofort unter folgendem Link zu sehen. In den folgenden Monaten werden etliche weitere Einreichungen auf derselben Website als Online-Galerie veröffentlicht, um allen Beteiligten und Interessierten die Vielfalt der Aufnahmen zugänglich zu machen.

Preisverleihung auf der photokina

Am Donnerstag, den 27. September 2018 um 17.30 Uhr auf der großen Bühne (Communities Stage) in Halle 2.2. Als weiteres Highlight dürfen sich die Finalisten darauf freuen, ihre Arbeiten auf der Kölner Liste 2019 ausgestellt zu sehen.

Imaging is more … from grain to grain … von Korn zu Korn

Änderungen vorbehalten.

Fotonachrichten 08 / 2018

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