Epson art photo award 2007/2008 entschieden

Ungarische Hochschule gewinnt hochdotierten Nachwuchspreis für Photokunst

Eine Gruppe von Photostudenten der Moholy-Nagy University of Art and Design in Budapest hat den hochdotierten Epson art photo award 2007/2008 gewonnen. Der Preis für den besten Einzelkünstler geht an Pawel Dziemian aus Polen, Student der Academy of Fine Arts in Poznan. Die Bilder der Gewinner sowie 25 besonders von der Jury ausgezeichnete Einzelarbeiten junger Photokünstler zeigen die wichtigsten Trends zeitgenössischer Kunst durch Photographie. Sie wurden dem internationalen Publikum in einer Ausstellung auf der Art Cologne vom 16. bis 20. April 2008 in Köln sowie in einem umfangreichen Katalog präsentiert.

Das war ein schweres Stück Arbeit für die Jury, bestehend aus Andreas Gursky (Photograph), Dr. Rupert Pfab (Galerist), Tim Sommer (Chefredakteur art – Das Kunstmagazin) und Thomas Weski (Kurator) in diesem Jahr: fast 200 teilnehmende Photoklassen, über 1.400 Teilnehmer und knapp 7.000 Bilder galt es zu bewerten. Der Epson art photo award 2007/2008 konnte in seiner dritten Runde etwa doppelt so viele Photostudenten zur Teilnahme motivieren wie noch ein Jahr zuvor. Doch nicht nur das pure Wachstum ist beeindruckend, sondern auch die Verbreitung des Wettbewerbs für Nachwuchskünstler aus dem Bereich Photo: Aus 31 Ländern, von China bis Kanada, kamen diesmal die Teilnehmer. Und natürlich die Qualität der eingesandten Arbeiten, insbesondere die der ausgezeichneten Photokunstwerke. Thomas Weski: "Die Arbeiten des Epson art photo award sind originell und frisch. Der Jury ging es vor allem darum, das Unverbrauchte, Unfertige und Wagemutige zu entdecken und Konzept und künstlerische Umsetzung auszuzeichnen."

Diese künstlerische Kraft sah die Jury auf jeden Fall in den Bildern der Siegergruppe aus zwölf Photostudenten der Moholy-Nagy University of Art and Design in Budapest. Matè Bartha, Sàri Ember, Lili Èrmezei, Dàniel Halàsz, Viola Kaulics, Alexandra Lázàr, Lilla Liskay, Làszló Nànàsi, Ildikò Pèter, Zoltàn Szmolka, Dorka Taskovics und Sàri Zagyvai, unter der Leitung der Professoren Gàbor Arion Kudàsz und Peter Puklus, reflektieren mit ihren Portfolios ihren eigenen Lebensraum und definieren mit den Mitteln der Photographie eine Bildsprache, deren Aussagen über den rein individuellen Selbstbezug hinausgehen. Die Spontanität und die gestalterische Frische auf einem durchgängig hohen Qualitätslevel waren für die Jury ausschlaggebend für die Vergabe des Gesamtsieges und ein Preisgeld in Höhe von € 15.000 nach Budapest. Damit gewinnt erstmals eine Photoinstitution außerhalb Deutschlands diesen mit insgesamt € 37.500 dotierten Photonachwuchspreis. In den Vorjahren siegten Klassen der Fachhochschule Dortmund (2005) und der Universität Duisburg-Essen (2006).

Menschen in ihrer Umwelt, dargestellt in dunkel-pastellen Farben, mit einer Ästhetik wie im Softwareprogramm dem freien Spiel von Kontraststeuerung und Helligkeit ausgesetzt, so wirken die Bilder von Pawel Dziemian von der Academy of Fine Arts in Poznan (Polen). Der Sieger der Einzelwertung des Epson art photo award 2007/2008 zeigt in jedem seiner Bilder den Menschen - allerdings nicht als Porträt oder erkennbares Individuum, sondern als funktionales, teilweise sogar ausschließlich formal ästhetisches Element in einer malerischen Szenerie. Diese „unfarbige Farbigkeit“ sowie das durchgängige Konzept haben die Jury überzeugt, dem jungen Photokünstler den Preis in Höhe von € 10.000 zuzuschreiben. Seine Arbeiten, so die Jury, zeichnen ihn als Vertreter der „neuen Romantik in der Photographie“ aus, einem seit dem vergangenen Jahr in der bildenden Kunst generell aufkommenden Trend.

Außer der besten Photoklasse und dem besten Einzelkünstler zeichnete die Jury 25 weitere Arbeiten aus, beispielsweise die Arbeit „Shell“ der schwedischen Studentin Nora Bencivenno von der University of Film and Photography. Die Einzelarbeiten werden mit einem Preisgeld von jeweils € 500 belohnt. Sie repräsentieren ebenfalls aktuelle Trends in der künstlerischen Photographie, wie die Inszenierung des Menschen in seiner Umwelt, menschliche Spuren in der Landschaftsphotographie oder auch spontane Bildschüsse ohne Rücksicht auf konventionelle Gestaltungsvorgaben.

Der jährlich ausgeschriebene Epson art photo award ist ein wichtiger Teil des umfangreichen Kunst-Nachwuchsförderprogramms von Epson Deutschland, zu dem außerdem der vor wenigen Wochen eröffnete Epson Kunstbetrieb in Düsseldorf gehört.

Weitere Informationen: www.art-photo-award.com/index.php?id=2069&L=0
 

Fotonachrichten 04 / 2008

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