Photographische Gesellschaft in Sachsen e.V.

Die Neue Photographische Gesellschaft in Sachsen e.V. wurde 1990 gegründet und ist seit 1991 als gemeinnützig anerkannt. Sie organisiert jährlich etwa zehn Veranstaltungen, zu denen sie öffentlich einlädt. In zwei- bis dreijährigem Turnus finden an verschiedenen Orten ihre Treffen der Fotohistoriker und Fotografiesammler statt. Die Teilnahme an den Vorträgen und Besichtigungen ist in der Regel kostenlos, Voranmeldung nicht erforderlich. Interessenten sind herzlich zur Mitgliedschaft eingeladen. Aufnahmeanträge befinden sich im Impressum des Internetportals http://photo.dresden.de, dessen Herausgeberin die Gesellschaft seit Anfang 2009 ist.

Mittwoch, 30. September 2009, 17.00 Uhr
Prof. Dr. Klaus Sachs-Hombach: Bild und Sprache. Einige methodologische Anmerkungen zur Bildwissenschaft aus philosophischer Sicht Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Studiensaal, Residenzschloß, Eingang Sophienstraße, 3. Stock

Die viel beschworene Wende zum Bild kann angemessen nur im größeren Rahmen medienreflexiver Unternehmungen verstanden werden. Einer der prominenten Ansätze ist die durch den späten Wittgenstein inspirierte Wende zur Alltagssprache, mit der sich die Einsicht durchsetzt, dass unser Selbst- und Weltverständnis in systematischer Weise durch unsere Sprache beeinflusst wird. Das letztlich durch soziale Lebensformen konstituierte Medium Sprache ist dieser Einsicht zufolge also eine unaufhebbare Vermittlungsinstanz. Auch die Wende zum Bild wird nur insofern Bestand haben, als es gelingt, das Phänomen Bild in ähnlich elementarer Weise als Vermittlungsinstanz unseres Selbst- und Weltverhältnisses aufzufassen. Im Vortrag wird erläutert werden, was genau in ähnlich elementarer Weise bedeuten kann. Das wird insbesondere ein intensiveres Nachdenken über das Verhältnis von Bild und Sprache einschließen. Der Referent lehrt Philosophie an der TU Chemnitz mit Schwerpunkt Kognitionswissenschaften.

Samstag, 17. Oktober 2009, 15.00 Uhr
Dr. Andreas Henning: Alte Meister in Second Life. Die Erweiterung des Museums in den virtuellen Raum als neue Kommunikationsstrategie?
Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Studiensaal, Residenzschloß, Eingang Sophienstraße, 3. Stock

Am 30. Mai 2007 eröffnete die Dresdener Gemäldegalerie Alte Meister eine Dependance in der Online-Welt von Second Life: Dreidimensional und maßstabsgetreu sind die Räume des Museums nachgebaut, alle 750 ausgestellten Werke werden präsentiert. In Echtzeit kann man die Kunst anschauen, mit den anderen Besuchern kommunizieren, Informationen zu den Kunstwerken abrufen, an Veranstaltungen der Kunstvermittlung teilnehmen, Eindrücke im Gästebuch notieren oder sich im Shop umsehen (siehe www.dresdengallery.com). Kein Reproduktionsmedium konnte bislang in Echtzeit den räumlichen Eindruck eines Museumsbesuchs so wirkungsvoll suggerieren. Die Gemäldegalerie ist das erste Museum von internationalem Format, das auf die neuen Herausforderungen des Webs mit einem solchen Klon seiner selbst reagiert. Andreas Henning, Konservator für Italienische Malerei an der Gemäldegalerie Alte Meister, hat das Projekt initiiert, das vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Dresden wissenschaftlich begleitet wird. Er wird den virtuellen Auftritt vorstellen und Ergebnisse/Perspektiven des neuen web 2.0 diskutieren.

Samstag, 28. November 2009, 15.00 Uhr
Rolf Birn: Vom Schülerfilmstudio zur Trickfilmschule Fantasia Medienkulturzentrum Pentacon, Schandauer Straße 64, Aufgang B, Untergeschoss

Vor über 40 Jahren wurde mit Unterstützung des Altmeisters des Silhouettentrickfilms, Bruno Böttge, in Dresden das Schülerfilmstudio Fantasia gegründet, das in enger Zusammenarbeit mit dem DEFA-Trickfilmstudio bald ein beachtliches Niveau erreichte. Erste Filme waren Dokumentarfilme aus dem Schulbereich und Kurzspielfilme mit Effekten, es folgten Auszeichnungen und Preise bei zahlreichen Wettbewerben im In- und Ausland. 1980 zog das Studio in den Pionierpalast um und 2004 ins Medienkulturhaus Pentacon. Das Profil des Schülerfilmstudios hat sich mittlerweile zu dem einer internationalen Trickfilmschule gewandelt. Neben wöchentlichen Kursen, Wochenendseminaren und Projekten mit Schulklassen führt Fantasia Workshops in Deutschland, Polen und Russland durch, bei denen ehemalige Mitglieder, die inzwischen professionelle Abschlüsse haben, ihr Wissen und Können einbringen. Die Geschichte des Studios erläutert anhand preisgekrönter Filme Rolf Birn, der Gründer des Schülerfilmstudios und Leiter von Fantasia-Dresden e.V.

Samstag, 30. Januar 2010, 15.00 Uhr
Dr. Andreas Krase, Dr. Helmut Lindner, Roland Schwarz: Technische Sammlungen Dresden, Schritte zum Medienmuseum. Technische Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1-3

Die Umkonzeption als Medienmuseum im Blick, hatten die Technischen Sammlungen im Sommer 2007 die ersten Räume ihrer neuen Dauerausstellung mit der Ausstellung über die Produkte und Geschichte der Firma Heinrich Ernemann eröffnet. Schrittweise sollen das Haus umgestaltet und die Sammlungen zur Kameratechnik und Kinematographie, zur Fotografie, von akustischen Maschinen und Fernsehgeräten, zur Schreib- und Rechentechnik neu in Beziehung gesetzt werden. Entstehen kann damit ein Museum, das die Durchdringung von ästhetischen Bedürfnissen und technischer Entwicklung in der Alltagskultur des 19. und 20. Jahrhundert ebenso thematisiert wie den Beitrag der Dresdner (und der sächsischen) Industrie hierzu. Die verantwortlichen Mitarbeiter des Museums berichten von den theoretischen Grundlagen dieser Konzeptionsarbeit, von Präsentationsformen und didaktischen Überlegungen sowie den Realisierungsschritten.

Für die Mitglieder der Neuen Photographischen Gesellschaft in Sachsen: Vor Beginn der Veranstaltung, um 14 Uhr, ist eine Jahreshauptversammlung mit der Wahl des neuen Vorstandes geplant. Es erfolgt eine gesonderte Einladung.

Samstag, 27. Februar 2010, 15.00 Uhr
Prof. Thomas Weski: Kulturen des Kuratorischen Hans-Nadler-Saal, Residenzschloß, Eingang Sophienstraße, 2. Stock (in Verbindung mit Freundeskreis GGNM)

An der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ist zum 1. Juni 2009 die Stiftungsprofessur Kulturen des Kuratorischen eingerichtet und mit Thomas Weski besetzt worden. Gelehrt werden sollen zeitgenössische kuratorische Praktiken und Wissensformen in enger Verbindung sowohl mit künstlerischer Praxis als auch mit Theorien und Methoden der Bild- und Kulturwissenschaften. Verbunden hiermit werden die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die HGB ihre Zusammenarbeit intensivieren. Dabei ist die Einrichtung von interdisziplinären Plattformen für die Entwicklung zukunftsbezogener Fragestellungen des Ausstellens ebenso intendiert wie die Förderung des wissenschaftlichen, kuratorischen und künstlerischen Nachwuchses und die Weiterbildung der Mitglieder und Angehörigen beider Einrichtungen, die Förderung von deren Ausstellungs-, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie der überregionale und internationale Austausch mit sammelnden, ausstellenden und ausbildenden Kunsteinrichtungen. Berichtet wird über Konzept und Praxisschritte dieser in Deutschland einmaligen Professur, die sich nicht zuletzt schwerpunktmäßig auch Fragen des Ausstellens von Fotografie zuwendet.

Samstag, 27. März 2010, 15 Uhr
Dr. Andreas Krase, Ulrike Müller, Ralf Rüdiger: Sammeln, Bewahren, Erschließen. Die Sammlungen Photographie und Kinematographie der Technischen Sammlungen Dresden und des Dresdner Stadtmuseums. Technische Sammlungen Dresden, Junghansstr. 1-3

Im Oktober 2007 wurde für die fotografischen Bestände der Technischen Sammlungen Dresden und des Dresdner Stadtmuseums ein Depot mit Klimatisierungskammern in Betrieb genommen. Der zuständige Kustos Andreas Krase gibt einen Einblick in die Konzeption des neuen Aufbewahrungsortes und die Probleme und unkonventionellen Lösungen bei der Nutzung der ehemaligen Produktionsräume der Ernemann-Werke für konservatorische Aufgaben. Anschließend zeigt die Fotorestauratorin Ulrike Müller klimabedingte Schadensbilder in der Fotografie und stellt Richtlinien für die Archivierung und Konservierung der unterschiedlichen Fotomaterialien vor. Der Leiter der Dokumentationsabteilung, Ralph Rüdiger, wird schließlich einen Einblick in die Erschließung der Bestände mittels einer Sammlungsdatenbank geben.

Mittwoch, 21. April 2010, 19.00 Uhr
Karen Weinert, Thomas Bachler: Menschen des 21. Jahrhunderts.
Galerie bautzner69, Bautzner Straße 69

Seit 2007 entwickeln die Dresdner Fotokünstler Thomas Bachler und Karen Weinert eine Serie schwarzweißer Aufnahmen, die sich mit gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitsformen auseinandersetzt. Die Ausstellung zeigt die ersten 25 Motive dieser noch nicht abgeschlossenen Reihe. Thematisch wie ästhetisch an August Sanders „Menschen des 20. Jahrhunderts“ geschult, entsteht eine flexible Typologie immer neuer Berufsbilder und epidemisch zunehmender, meist kurzfristiger Beschäftigungsverhältnisse. Mit sozialer Fantasie und fotohistorischer Rückbindung entfalten die Bilder ihr kritisches Potenzial auf ganz besondere und durchaus auch ironische Weise: Kunst in Zeiten der Agenda 2010.

Samstag, 29. Mai 2010, 15.00 Uhr
Dipl. Ing. (FH) Hagen Schönherr: Digitale Kinematographie, Moderne Kameratechnik für Kino und HDTV-Fernsehen. Technische Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1-3

Die Filmbranche befindet sich im größten Umbruch ihrer über 100-jährigen Geschichte: Der chemische Film als Weltstandard wird zunehmend durch die elektronische Kinokamera mit Siliziumbildsensor und digitale Rohdatenverarbeitung ersetzt. Ausgehend von den prinzipiellen Unterschieden in den Eigenschaften und Technologien bei traditionellen Kamera/Film-Systemen einerseits und modernen digitalen Systemen andererseits, werden an ausgewählten eigenen Filmbeispielen alte und neue Möglichkeiten der „Digitalen Kinematographie“ aufgezeigt. Dabei werden unter anderem wichtige Begriffe, wie 35mm Filmlook, digitales Negativ oder Formatjungle, erläutert. Hagen Schönherr beschäftigt sich seit seinem neunten Lebensjahr mit Film, anfangs im Pionierfilmstudio Fantasia, studiert nach seinem Diplom im Fachgebiet Medientechnik an der HTW Mittweida seit 2005 Kamera an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Freiberuflich ist er als technischer Berater für HDTV Kamera-Technik und als Kameramann für Dokumentar- und Werbefilme tätig.

Sonntag (!), 27. Juni 2010, 13 Uhr
Günther Rothe: Mit Licht drucken. Die Werkstatt des Lichtdruck-Kunst Leipzig e.V.
Lichtdruck-Kunst Leipzig e.V., Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Der Lichtdruck, den Joseph Albert in München in den 1860er Jahren zur Anwendungsreife gebracht hatte, war das erste für große Auflagen taugliche fotomechanische Druckverfahren. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es allein in Deutschland über 200 Lichtdruckereien. Inzwischen können die einst lichtdruckspezifischen Arbeiten mit modernen Bildbearbeitungsprogrammen und Druckverfahren wesentlich schneller und billiger ausgeführt werden, so dass heute weltweit nur noch wenige Lichtdruckereien existieren. Wir besuchen die letzte in Deutschland tätige Lichtdruckwerkstatt in Leipzig, in der zwei ausgebildete Lichtdrucker tätig sind, die ihren Beruf ununterbrochen ausgeübt haben und wo eine Auszubildende in dieses Kunsthandwerk eingewiesen wird. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Museum für Druckkunst zu besichtigen.
 

Fotonachrichten 07 / 2009

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