360-Grad - Bilder mit Rundumblick

Panoramabilder liegen absolut im Trend und die Kameras für Einsteiger wie Ambitionierte werden immer effektiver und erleichtern den Weg zur 360-Grad Fotografie. In Verbindung mit Virtual-Reality-Brillen wird mit 360-Grad ein ganz neues Seherlebnis geschaffen: Als Betrachter steht man förmlich inmitten einer Szenerie, in der man einen Rundumblick ohne Einschränkungen genießen kann. 360-Grad in Verbindung mit VR, da sind wir uns sicher, wird die Art und Weise, wie wir fotografieren sowie filmen verändern, mit dem Wunsch der Intensivierung der visuellen Reize.

© Fotograf: Stefan Liebermann, Nachtzauber auf dem Kickelhahn, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Stefan Liebermann, Nachtzauber auf dem Kickelhahn, Blende-Fotowettbewerb
360-Grad-Fotografie war schon immer möglich – neueste Kameramodelle die beispielsweise die 360-Grad Rundumsicht mit Hilfe von zwei Optiken, deren Linsen jeweils ein Sichtfeld von mehr als 180-Grad aufzeichnen, fördern den Hype. Das Endresultat wird dann mittels integrierter Software zusammengesetzt. Alle 360-Grad-Kameras haben gemein, dass der Fotograf ganz oder in Teilen in der Rundumsicht zu sehen ist. Das ist weniger schön. Abhilfe kann hier geschaffen werden, wenn die Kamera zeitverzögert oder per Fernbedienung beispielsweise über eine Smartphone App auslöst wird, um dem Fotograf die Möglichkeit zu geben, aus dem Sichtfeld der Kamera zu verschwinden.

© Fotograf: Hermann Mohr, Heilbronn Marktplatz, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Hermann Mohr, Heilbronn Marktplatz, Blende-Fotowettbewerb
In den Genuss des visuellen Erlebnisses von 360-Grad über Smartphone kommt man nur mit entsprechender App-Software sowie VR-Brille. Zu letztgenanntem gibt es bereits eine große Auswahl, so auch Pappmodelle, in die das Smartphone integriert wird. Die Software ist das eigentliche Kernstück, denn sie fügt die Einzelaufnahmen zu einer 360-Grad Aufnahme zusammen. Das als „stiching“ bezeichnete Zusammenfügen der beiden 180-Grad Bilder zu einer 360-Grad-Aufnahme ermöglicht erst die Rundsicht. Für die 2D-Ansicht wird das 360-Grad Panorama auseinandergezogen und in die Breite gedrückt. Diese Form der Darstellung wird Rektangularprojektion genannt.

Die Bilddatei enthält eine gezielte Meta-Information, die dem Darstellungsmedium anweist, dass es sich um eine 360-Grad Aufnahme handelt, die entsprechend entzerrt dargestellt werden muss. Durch ein passendes Plugin erkennen Browser und Apps diesen Steuerbefehl und zeigen die Aufnahme als 360-Grad Panorama. Es lebe die smarte intelligente Imagingwelt.

© Fotograf: Jörg Schnibbe, St.Martinuskirche Herten, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Jörg Schnibbe, St.Martinuskirche Herten, Blende-Fotowettbewerb
Ist eine Kamera nicht mit einem optischen System von zwei oder mehr Linsen ausgestattet, muss der altbekannte Weg der Panoramafotografie beschritten werden. Hierbei sollte der Nodalpunkt beachtet werden, da sonst die Gegenstände im Vordergrund deutlich verzerrt werden können (vgl. Artikel „Fototechnik: Little Planet Panoramen“). Diese Art zu Fotografieren hat den Vorteil, dass der Fotograf immer hinter der Kamera steht und sich somit nicht im Sichtfeld des Panoramas befindet.

© Fotograf: Norbert Janssen, Drohendes Unwetter, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Norbert Janssen, Drohendes Unwetter, Blende-Fotowettbewerb
Aktuelle Techniken sind bereits so weit ausgereift, dass sowohl Fotos als auch Videos für 360-Grad Darstellungen erstellt werden können. Sie bieten sich insbesondere für das Teilen in sozialen Netzwerken an. Allerdings gilt auch hier wie so oft, je mehr Aufwand bei der Planung betrieben wird und je höher die Standards beim Shooting und der Nachbearbeitung sind, umso größer ist die Qualität des 360-Grad Panoramas in Punkto Schärfe und Kontrast für den Betrachter.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2016

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