Actionfotografie - Ab auf die Piste, welches Aufnahmegerät darf es sein?

© Fotograf: Andreas Günther, Elchspeed, Photoglobus
© Fotograf: Andreas Günther, Elchspeed, Photoglobus
Der Winter ist mit zahlreichen sportlichen Aktivitäten verbunden, die Fotografen und Filmern eine Vielzahl an eindrucksvollen Motiven garantieren. Um diese bildlich festzuhalten, ist logischerweise ein Aufnahmegerät Pflicht. Das Smartphone, das als „Immer-Dabei-Kamera“ gilt, ist sicherlich eine Option. Doch Hand aufs Herz: Für den Schnappschuss in der Skihütte ist es noch gut geeignet, aber spätestens, wenn man mit Handschuhen bekleidet im Freien den Auslöser betätigen möchte, wird man in seine Schranken verwiesen, weil die Kleinheit der Geräte und die Bedienung mit Handschuhen einander ausschließen. Das Aufnahmegerät sollte also eine gewisse Größe mit sich bringen und die Bedienung mit Handschuhen zulassen.

© Fotograf: h kurt, vereist, Photoglobus
© Fotograf: h kurt, vereist, Photoglobus
Möchte man seine eigenen sportlichen Aktivitäten in Bildern festhalten, so sind die Action Cams die richtige Wahl. Das Angebot an Kameras ist hier ebenso umfangreich wie das Befestigungszubehör – ob nun auf dem Helm, an den Skiern oder beispielsweise an den Beinen. Auch, wenn Action Cams Stehbilder zulassen, so kommt im Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten natürlich die Videofunktion stärker zum Einsatz. Outdoorkameras bieten gerade in der nassen und kalten Jahreszeit den großen Vorteil, dass sie gegenüber Feuchtigkeit sehr unempfindlich sind – selbst, wenn sie einmal in den Schnee fallen sollten, schadet es ihnen nicht, da sie auch gegen Erschütterungen recht unempfindlich sind. Konstruktionsbedingt sind dem Zoom bei Outdoorkameras Grenzen gesetzt, denn Objektivteile, die herein- und herausgefahren werden, gibt es bei diesen Kameras nicht. Derzeit liegt der maximale Zoombereich bei 5-fach, das reicht für viele, aber nicht für alle Einsatzgebiete bei Eis und Schnee aus. Gerade, wenn man aus größerer Entfernung Aktionen auf der Piste ablichten möchte, stößt man mit dem 5-fach-Zoom schnell an seine fotografischen Grenzen. Dem ist nicht so, wenn man auf eine Kompaktkamera mit einem größeren Zoombereich oder eine Superzoomkamera – auch als Bridgekamera bezeichnet – setzt. Diese Kameras verfügen über einen großen Funktionsumfang und, dank ihres großen Zoombereichs hat man fast alle fotografischen Freiheiten. Superzoomkameras sind aufgrund des großen Zoombereichs, natürlich nicht so kompakt wie Outdoor- oder Kompaktkameramodelle, die auch in kleineren Jackentaschen Platz finden. Oftmals kleiner und auch leichter fallen die sogenannten kompakten Systemkameras aus. Diese Kameras bieten, wie die Spiegelreflexkameras, die Option des Objektivwechsels, wodurch man alle fotografischen, aber auch filmischen Freiheiten genießt. Spiegelreflexkameras, bei denen man, wie bei den kompakten Systemkameras, durch die Option des Objektivwechsels einen großen fotografischen Spielraum genießt, sind deutlich größer und schwerer als Superzoom- beziehungsweise kompakte Systemkameras.

© Fotograf: Silke Morgenstern, Backside, Photoglobus
© Fotograf: Silke Morgenstern, Backside, Photoglobus
Gerade auf der Piste liegt die Videofunktion absolut im Trend. So findet man immer mehr Ski- und Snowboardfahrer, die mit der Kamera – vornehmlich kompakte System- und Spiegelreflexkameras – an einem Einbeinstativ befestigt, die Piste herunterbrettern. Nachahmung ist jedoch nur dann angesagt, wenn man sicher auf den Brettern ist und die Kamera am Stativ sicher hält. Über die Gefahr eines möglichen Sturzes oder das die Kamera bei einer tieferen Bodenwelle auch mal aufstößt, muss man sich bewusst sein. Dieser Bodenkontakt kann dazu führen, dass die Kamera Schaden erleidet.

Unabhängig davon, mit welchem Aufnahmegerät fotografiert oder gefilmt wird, gehören Ersatzakkus eingepackt, denn kältere Temperaturen gehen zulasten der Akkulaufzeit. Auch genügend Speicherkarten gehören in die Fototasche beziehungsweise Rucksack. Gerade die Videos benötigen viel Speicherplatz, und davon kann man bekanntlich nie genug haben, wenn man unterwegs ist.

Kehrt man nach einem ereignisreichen Tag auf der Piste heim in die Unterkunft, so sollte man seiner Fotoausrüstung noch etwas Beachtung schenken. Ist diese beispielsweise feucht geworden, so gehört sie aus der Fototasche beziehungsweise -rucksack und mit einem fusselfreien Tuch abgewischt und dann zum vollständigen Trocknen beispielsweise auf einen Tisch gelegt. Die Fototasche sollte ebenfalls über Nacht zum Trocknen geöffnet sein. Für den nächsten Tag sind die Akkus zu laden. Sofern man keine Ersatzspeicherkarten mitführt, sind die Bilddaten auf einem Rechner oder in der Cloud zu sichern. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man am nächsten Tag wieder auf die Pirsch geht und dort seine Speicherkarte – aus welchem Grund auch immer – verliert.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2013

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