Architekturfotografie und HDR

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© Blende, Eberhard Decker, Hoch hinaus

Ein aktuell sehr beliebtes Stilmittel in der Architekturfotografie ist HDR. Dies ist nicht verwunderlich, denn immer mehr aktuelle Kameramodelle bieten dieses Feature, mit dem Fotografen unter anderem in der Architekturfotografie ihre eigene künstlerische Note verankern können. Somit ist nicht nur der Architekt des Bauwerks ein Künstler, sondern in verstärktem Maße auch der Fotograf, der dieses ablichtet. HDR ist zudem bestens in der Architekturfotografie geeignet, um Emotionen, die beispielsweise von stillgelegten Industriebauten ausgehen, wirkungsvoll zu verankern. Gerade in der Architekturfotografie liegen im gesteigerten Kontrastumfang, den HDR garantiert, einzigartige Qualitäten, die Bauwerke auch wie aus einer anderen Zeit erscheinen lassen. Wie weit man in der künstlerischen Verfremdung geht, ist vom persönlichen Geschmack ebenso abhängig wie von der Bildaussage, die man treffen möchte. Auch wenn mittlerweile bezüglich HDR viel Kritik laut wird, so sollte man es für sich als Stilmittel in Betracht ziehen. In der Architekturfotografie erachten wir HDR als überaus reizvoll.

HDR-Bilder können von immer mehr Kameras aufgenommen, als 3D-Computergrafiken künstlich erzeugt oder aus einer Belichtungsreihe rekonstruiert werden. Bei letzterem werden zwischen zwei und bis zu acht Aufnahmen von ein und demselben Motiv mithilfe von Software zu einer HDR-Aufnahme verschmelzt. Als Motive bieten sich neben der Architektur, Landschaften aber auch Panoramen sowie Produkte an.

Ein HDR-Bild besteht aus mindestens zwei unterschiedlich belichteten Aufnahmen. Der Belichtungsunterschied sollte ein bis zwei Belichtungsstufen betragen. Die Anzahl der für ein HDR notwendigem Bild hängt vom Motiv, den Lichtverhältnissen, dem Belichtungsunterschied innerhalb des Motivs, dem Kontrastumfang, von der Auflösung des Sensors, dem Bildformat, der verwendeten Software und den eigenen Ansprüchen ab. In der Regel reichen meist drei Aufnahmen für ein HDR-Bild. Generell garantieren unterbelichtete Aufnahmen dem Anwender mehr Möglichkeiten einer Korrektur als überbelichtete.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2013

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