Bildformat, Bildverhältnis, Seitenverhältnis - 4:3, 3:2 oder gar 16:9

Die Crux mit der Begrifflichkeit: Bildformat

Mit den Begrifflichkeiten ist es oftmals so eine Sache, erst recht dann, wenn ein und derselbe Begriff in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz kommt. Der Begriff Bildformat steht in der Fotografie für das Aufnahmeformat beziehungsweise Dateiformat, beim Papierbild und auch einigen Kameras für das Seitenverhältnis und in Bezug auf Fernseher sowie PC-Monitore steht er für die Auflösung und im Film auch für das Drehformat.

Bildformat – Bilddateiformat – Aufnahmeformat in der Fotografie

Ist heute im Zusammenhang mit der Fotografie vom Bildformat die Rede, so wird hierunter zu wenigstens 90 Prozent das Aufnahmeformat verstanden. Korrekter wäre wahrscheinlich der Begriff Bilddateiformat, denn dann würde es auch nicht zu den Verwechslungen kommen, wurde und wird der Begriff auch verwendet, wenn man in der Kamera das Seitenverhältnis von 4:3, 3:2 oder 16:9 einstellen kann, in dem fotografiert werden soll.

Bildformat - Bilddateiformat – Aufnahmeformat in der Fotografie
Bildformat – Bilddateiformat – Aufnahmeformat in der Fotografie

Unterschieden werden in der Fotografie derzeit die Bildformate/Bilddateiformate GIF, PNG, JPEG, RAW, TIFF, BMP und seit kurzer Zeit HEIF”:/digitalfotografie/heif-was-sie-ueber-apples-neues-bildformat-wissen-sollten-10011072. Das am weitesten verbreitete Bildformat/Bilddateiformat ist nach wie vor JPEG. Für Fotografen, die ihre Bilder bearbeiten, ist RAW das ultimative Bildformat, weil es die größte nur denkbare Einflussnahme bietet. Verschwiegen werden sollte nicht, dass immer wieder intensiv und heiß diskutiert wird, ob RAW heute noch das ultimative Bildformat ist. Ein Großteil der aktuellen Kameramodelle verfügt heute über die Option, dass Aufnahmen sowohl als JPEG als auch als RAW parallel gesichert werden können. Das kostet zwar mehr Speicherplatz, aber man hält sich damit alle Optionen offen.

Bildformat – Bildverhältnis – Seitenverhältnis – 4:3, 3:2 oder gar 16:9 in der Fotografie

Ein Punkt in einigen Kamera-Menüs und Bedienungsanleitungen kann irritieren, wenn es wahlweise um Bildformat, Bildverhältnis, Seitenverhältnis oder schlicht um das Format geht. Alle genannten Bezeichnungen stehen für das Verhältnis der langen zur kurzen Seite des Bildes, das die Kamera machen soll. Bilder können im Seitenverhältnis von 4:3 oder 3:2 oder 16:9 aufgenommen werden.

Bildformat - Bildverhältnis - Seitenverhältnis - 4:3, 3:2 oder gar 16:9 in der Fotografie
Bildformat – Bildverhältnis – Seitenverhältnis – 4:3, 3:2 oder gar 16:9 in der Fotografie

Bei Kameras mit Auswahlmöglichkeit kann man das gewählte Bildverhältnis im Display verfolgen. Wechselt man im entsprechenden Menüpunkt von 4:3 auf 3:2 zieht die Kamera oben und unten zwei dunkle Balken ein, das Bild wird flacher. Genauso gut könnte man weiter im werkseitig eingestellten 4:3 fotografieren und später am PC oben und unten wegschneiden, was nicht gefällt. Dasselbe gilt für das stark gestreckte panoramaähnliche 16:9-Format. Wichtig ist eine Voreinstellung dann, wenn man ohne späteren Beschnitt von den Bildern Abzüge anfertigen will, aber im Papierformat festgelegt ist.

Bildformat – Aufnahmeformat – Drehformat im Film

Bildformat – Aufnahmeformat - Drehformat im Film
Bildformat – Aufnahmeformat – Drehformat im Film

Der Begriff umfasst zwei unterschiedliche Vorgänge. Er umfasst das Aufnahmeformat (die Frage danach, in welcher Größe das Bewegtbild auf den Datenträger aufgenommen wird) und das Seitenformat (die Frage danach, welches Seitenverhältnis das aufgenommene Bild auf dem Datenträger hat). Beide diese Aspekte, Bildgröße und Seitenverhältnis, werden auch als Drehformat oder Bildformat bezeichnet. Weitere Infos: https://filmpuls.info/filmformat-seitenverhaeltnis-bildgroesse/

Bildformat – Papierformat

Ist vom Bildformat in Bezug auf Papierbilder die Rede, so orientieren die sich in den letzten Jahrzehnten am Kleinbildformat (24 mm × 36 mm, 2:3). So entstanden Formate wie 7×10 (7 cm × 10 cm), 9×13 oder beispielsweise 10×15 als übliche Vergrößerungsformate, auch wenn immer etwas vom Bild abgeschnitten werden muß. Als wichtiges Standardformat wird heute noch die sogenannte „Weltpostkarte“ mit 10,5 cm × 14,8 cm (DIN A6) genannt. Aktuell übrigens absolut angesagt ist das quadratische Bildformat.

Bildformat – Papierformat
Bildformat – Papierformat

Alle diese Formate entsprechen weder dem Negativformat von 3:2 noch dem bei vielen Digitalkameras üblichen Format von 4:3. Dementsprechend müssen die Fotovorlagen vor dem Druck angepasst werden. In guten Laboren kann angegeben werden, ob bei nicht passendem Format die Papierbilder beschnitten werden sollen – dies ist Standard – oder ob fehlende Bereiche weiß „aufgefüllt“ werden sollen.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2018

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