Blende - Wichtiges Gestaltungsmittel in der Fotografie

Blende - Wichtiges Gestaltungsmittel in der Fotografie
Insider verbinden mit „Blende“ den deutschlandweiten Fotowettbewerb – eine seit nahezu 40 Jahren stattfindende jährliche Gemeinschaftsaktion deutscher Tageszeitungen und der Prophoto GmbH – der als größter Contest für Amateurfotografen gilt. Bekanntlich stammt der Begriff Blende aus der Fototechnik und bezeichnet nicht mehr und nicht weniger die verstellbaren Lamellen im Objektiv. Die Blende ist dabei so im Strahlengang positioniert, dass sie nur als Aperturblende und nicht als Gesichtsfeldblende wirkt. Von der Wahl der Blendenzahl hängen vor allem Belichtungszeit sowie Schärfentiefe ab. Die Blendenzahl gibt das Verhältnis von Brennweite zur Blendenöffnungsweite an. Je größer sie ist, desto länger ist die Belichtungszeit (denn desto kleiner ist die Blendenöffnung). Je kleiner die Blendenzahl ist, desto kürzer ist die Belichtungszeit (denn desto größer ist die Blendenöffnung).

Die Blende gilt in der Fotografie als eines der wichtigsten Gestaltungsmittel. Sie hat großen Einfluss auf die Schärfentiefe – früher auch vielfach als Tiefenschärfe bezeichnet. Die Schärfentiefe beschreibt die Größe des Entfernungsbereichs, innerhalb dessen ein Objekt hinlänglich scharf im Abbild der Kameraoptik erscheint. In der Regel wird eine große Schärfentiefe durch kleine Blendenöffnungen oder Objektive mit kurzen Brennweiten erreicht: Von vorn bis hinten sieht dann alles mehr oder weniger scharf aus. Das Gegenteil ist der sogenannte „Film-Look“, bei dem der Bereich der Schärfentiefe klein ist (englisch: shallow): Die Kamera zeichnet die zentrale Figur scharf, eventuell nur das Porträt einer Person, während alles vor und hinter ihm unscharf erscheint. Tief bedeutet bei Schärfentiefe die Tiefe des Raums, also die Richtung weg von der Optik.

Für viele Fotografen gilt die Wahl einer geringen Schärfentiefe als Allerheilmittel für wirkungsvolle Aufnahmen – sie sehen hierin die einfachste Möglichkeit, mit ihren Fotografien Geschichten zu erzählen. Eine geringe Schärfentiefe lenkt das Auge und reduziert das Bild auf eine einzige Information. Um die Wirkungsweise der Blende für sich erlebbar zu machen, sollte man die Kamera auf ein Stativ setzen, ein Motiv, wie zum Beispiel eine Kaffeetasse, auswählen und diese bei unterschiedlicher Blendenzahl fotografieren.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2012

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1 Kommentare

"Um die Wirkungsweise der Blende für sich erlebbar zu machen, sollte man die Kamera auf ein Stativ setzen, ein Motiv, wie zum Beispiel eine Kaffeetasse, auswählen und diese bei unterschiedlicher Blendenzahl fotografieren." Man könnte auch einfach ein Bild mit einer Blendenreihe in dem Artikel zeigen. Dann würde sich a) das Experiment für den Leser erübrigen bzw. b) er wüßte überhaupt erstmal, was überhaupt gemeint ist. Wer den Effekt schon kennt, versteht es natürlich auch so. Aber der Artikel schien mir für Einsteiger gedacht zu sein. Wie hoch schätzen Sie die Motivation ein, dass ein Leser nun seine Kaffetasse mit verschiedenen Blenden fotografiert? Wie hoch ist der Lerneffekt, wenn er nicht weiss, dass dahinter nicht direkt die Kellogspackung stehen darf, damit er den Effekt sieht? Es fehlt auch der Hinweis, dass der Effekt mit einer DSLR oder besseren Kamera größer ausfällt, mit einem Handy dagegen vielleicht gar nicht sichtbar wird.. Naja.. gut dass ihr eine Kommentarfunktion habt..

von Mario Liedtke
03. November 2012, 11:37:33 Uhr

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