Blumenfotografie - Rosen

© Fotograf: Wolfgang Strehl, Schönheit in Rot, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Wolfgang Strehl, Schönheit in Rot, Blende-Fotowettbewerb
Die Rose gilt seit der griechischen Antike als die „Königin der Blumen“. Es verwundert daher nicht, dass Rosen mit ihrer Anmutung sicherlich zu den am meisten fotografierten Blüten zählen. Das liegt an dem Reiz jeder einzelnen Blüte ebenso wie an der Vielfalt, aber auch an der Veränderlichkeit von der Knospe bis hin zum Verwelken. So einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint, Rosen fotografisch in Szene zu setzen, ist es nicht. Es gibt Blüten, wie die Gerbara beispielsweise, die sich deutlich leichter fotografieren lassen. Die Rose gilt als fragiler und je nach Blütenform ist es schon eine Herausforderung mit der Schärfe.

© Fotograf: Andrea Kunert, Rose, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Andrea Kunert, Rose, Blende-Fotowettbewerb
Aber der Reihe nach. Der große Vorteil der Rosenfotografie liegt darin, dass sie nicht weglaufen und man als Fotograf quasi alle Zeit für fotografische Einstellungen hat. Auch, wenn die Rosenpracht einer Pflanze in ihrer Gesamtheit schon sehr fotogen ist, so lohnt es sich, nur eine einzelne Blüte herauszugreifen und abzulichten. Dies kann im Freien erfolgen oder aber man schneidet sie ab und verlegt das Fotografieren in die heimischen vier Wände. Letzteres hat die großen Vorteile, dass man die Blüte besser fotografisch ausrichten kann, nicht so mit dem störenden Hintergrund zu kämpfen hat, dass einem der Wind keine Probleme bereitet und dass das Licht wesentlich weicher ist, als wenn draußen fotografiert wird. Ein geeigneter Standort zum Fotografieren von Rosenblüten in Innenräumen ist beispielsweise in der unmittelbaren Nähe einer Terrassentür, wenn die Vase mit der Blüte auf dem Boden steht oder in der Nähe eines Fensters. Hier muss man allerdings dafür Sorge tragen, die Rose in der Vase höher zu positionieren. Wer über einen Reflektor verfügt, sollte diesen auch einsetzen, um Helligkeitsunterschiede auszugleichen.

© Fotograf: Mike Farmer, Rosen, Photoglobus
© Fotograf: Mike Farmer, Rosen, Photoglobus
Unabhängig davon, mit welchem Aufnahmegerät fotografiert wird, so gehört dieses auf ein Stativ. Das erlaubt es, die Bildkomposition zu ändern, verhindert Verwacklungsunschärfen und zudem kann man identische Aufnahmen mit unterschiedlichen Blendenwerten machen. Fällt die Wahl beim Aufnahmegerät auf eine Kompakt- beziehungsweise Bridgekamera – auch als Superzoomkamera bezeichnet -, so ist der Makromodus zu wählen. Ist man im Besitz einer kompakten System- oder einer Spiegelreflexkamera, so sollte ein Makroobjektiv zum Einsatz kommen, mit dem man sich der Rosenblüte bis auf wenige Zentimeter nähern kann. Die Schärfeeinstellung kann manuell vorgenommen werden. Alternativ kann man sich aber auch für den Einzelpunkt-AF entscheiden. Dieser sollte knapp über dem Bereich liegen, auf den scharfgestellt sein soll. Die Mehrfeldmessung bietet sich weniger an, denn hier sind sämtliche Scharfstellpunkte aktiv und die Kamera fokussiert auf den Teil des Objekts, der dem Objektiv am nächsten ist. Die ISO-Empfindlichkeit sollte nach unseren Erfahrungen bei 100 liegen, denn dies garantiert eine optimale Bildqualität. Für die Kameraeinstellung empfiehlt sich die Zeitautomatik. Ist das erste Rosenbild im Kasten, so kann man anhand des Histogramms die Belichtung überprüfen. Ist die Blüte nicht zu hell oder zu dunkel abgelichtet, so müsste die Belichtung in Ordnung sein. Im nächsten Schritt kann man sich nun der Bildkomposition zuwenden und diese durch minimale Veränderungen noch verfeinern. Wie schon weiter oben erwähnt, sollte man eine Serie von Aufnahmen mit jeweils einer Blendenstufe Unterschied über den gesamten verfügbaren Blendenbereich erstellen. Auf diese Weise erhält man Fotos von der minimalen bis zur maximalen Schärfentiefe des Motivs.

© Fotograf: Gabriele Nehrkorn, Meine Rosen, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Gabriele Nehrkorn, Meine Rosen, Blende-Fotowettbewerb
Rosenbilder sind dafür prädestiniert, befreit zu werden. Solche Aufnahmen, vergrößert in den eigenen vier Wänden, werten diese nicht nur auf, sondern man ist von permanenter Schönheit umgeben. Aus unserer Sicht sollte man der Königin der Blume auch nur das Beste vom Besten gönnen. Unsere Wahl würde beispielsweise auf Alu-Dibond fallen. Die matte Bildoberfläche ergibt eine kunstvolle und spiegelungsfreie Bildwirkung, also genau passend zur Rosenblüte. Und nun noch ein letzter Tipp. Warum fertige Postkarten kaufen, wenn man selbst über Motive, wie die Rosenblüte, verfügt. Alle Fotodienstleister bieten ein großes Portfolio an Grußkarten an, die man wunderbar selbst mit seinen Motiven gestalten kann.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2013

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