Der Crop-Factor - Brennweite und Sensorgröße

Sensorformate Bildwinkel 1
Sensorformate Bildwinkel
Kameras mit unterschiedlichen Aufnahmeformaten benötigen, um mit dem gleichen Bildausschnitt aus gleicher Entfernung das volle Bildformat zu füllen, Objektive unterschiedlicher Brennweite. Genügt bei einer Kamera mit 35 mm – Vollformatsensor beispielsweise eine Brennweite von zirka 50 mm, so braucht eine Kamera mit Mittelformatsensor ein Objektiv mit zirka 80 mm Brennweite für den gleichen Bildausschnitt. Wird mit einem 80 mm-Objektiv im Kleinbildformat fotografiert, so liefert diese Kombination dem Fotografen den Bildwinkel eines Teleobjektivs mittlerer Brennweite.

Die gleichen Brennweiten erfassen an Kameras mit größeren Formaten einen größeren Bildwinkel als an Kameras mit kleineren Aufnahmeformaten. Häufig wird der Faktor, mit dem die Entsprechung zu einem anderen Format angegeben wird, fälschlicherweise als Verlängerungsfaktor bezeichnet. Unter Verlängerungsfaktoren versteht man in der Fotografie aber allgemein den Faktor für die erforderliche Verlängerung der Belichtung beim Einsatz von Objektivvorsätzen oder Zwischenringen für die Auszugsverlängerung.

Sensorformate Bildwinkel 2
Sensorformate Bildwinkel

Das Aufnahmeformat hat keinerlei Einfluss auf die Brennweite, sondern umgekehrt, die Brennweite definiert, welchen Bildausschnitt ein Objektiv aus welcher Entfernung erfassen kann. Je kleiner der Sensor, umso enger wird der Bildwinkel und damit der Bildausschnitt. Während eine Kompaktkamera mit Mini-Sensor 4,8 mm Brennweite die Bildwirkung eines Superweitwinkels liefert, wird mit 50 mm bereits eine starke Telewirkung erreicht.

Die Diagonale des Aufnahmeformats entspricht in etwa der Brennweite eines Normalobjektivs für dieses Format. Sie beträgt bei Kleinbildkameras 43 mm. Objektive mit einer Brennweite bis 50 mm gelten daher als Normal- oder auch Standardobjektive für das 35-mm-Aufnahmeformat.

Sensorformate Bildwinkel 3
Sensorformate Bildwinkel

Möchte der Fotograf wissen, welcher Bildwinkel erfasst wird, wenn er beispielsweise ein Mittelformatobjektiv an seiner APS-C- oder MFT-Kamera verwenden will, muss er die Diagonale des für den größeren Sensorformats durch die des kleineren Formats teilen. Soll also ein Kleinbildobjektiv an einer Micro-Four-Thirds-Kamera adaptiert werden, so ergibt sich ein Crop-Factor von zirka 2x. Das ergibt sich aus dem Verhältnis der beiden Sensordiagonalen, also 43,3 (KB) : 21,3 (MFT), macht etwa 2x. Wird das Kleinbildobjektiv dagegen an einer Kamera mit APS-C-Sensor verwendet muss dessen Diagonallänge durch die des APS-C-Formats, das je nach Hersteller zwischen zirka 27 mm und 28 mm variiert, geteilt werden. Im Fall von Canon ergäbe dies 48,3 : 27,1 oder zirka 1,6 während die etwa APS-C große DX-Sensoren von Nikon eine Diagonale von 28,3 mm aufweisen, woraus sich ein Crop-Factor relativ zum Kleinbildformat von rund 1,5x ergibt.

Da die meisten Hersteller von Kameras mit Wechselobjektiven zwar die Sensorgröße in Länge und Breite nicht aber die Formatdiagonale angeben, muss diese selbst berechnet werden. Das dürfte jeder in der Schule als den berühmten Satz des Pythagoras gelernt und mancher auch wieder vergessen haben. Hier zur Erinnerung noch einmal die Formel: a2 + b2 =c2. Die Diagonale eines Rechtecks ist demnach also die Wurzel aus c2. Wem das zu kompliziert ist, der kann sich das auch einfach im Internet, zum Beispiel bei www.mathepower.com in der Rubrik „Rechtwinkliges Dreieck“ oder unter dem Suchwort Pythagoras, über einen Kalkulator ausrechnen lassen.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2012

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2 Kommentare

vielen Dank für den Hinweis - Tipper ist korrigiert

von Prophoto
22. November 2012, 15:13:18 Uhr

Der Satz des Pyhtagoras lautet übrigens a2 + (plus) b2 = c2 und nicht a2 x (multipliziert mit) b2 = c2

von Ralf Teufer
22. November 2012, 15:05:02 Uhr

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