Die erste Kamera

Absturz, Anne Seibt, 17 Jahre Bildgalerie betrachten Blende ,“Absturz”
Anne Seibt, 17 Jahre

Kinder und Jugendliche sind begeistert von der Photographie. Die Studie „Verbraucherverhalten im Photomarkt“ vom Institut für Demoskopie Allensbach - vom Photoindustrie-Verband e.V. in Auftrag gegeben - zeigt, dass Photographieren unter Jugendlichen angesagt ist. Die Zahl derer, die die Photographie für sich entdecken, wächst stetig und nach dem bevorstehenden Weihnachtsfest werden viele Kinder und Jugendliche ihre erste Digitalkamera ihr Eigen nennen dürfen. Mit einer Kamera als Weihnachtsgeschenk liegt man in jedem Fall richtig.

Schon die Drei- und Vierjährigen photographieren voller Leidenschaft. Sie halten Motive fest, die für sie bedeutungsvoll und für Erwachsene oftmals bedeutungslos sind. Mit der Kamera wird die Welt mit Kinderaugen entdeckt, und es ist erstaunlich, was alles im Bild festgehalten wird. Sei es die Lampe über dem Esszimmertisch, die Beine darunter, der Blick vom Autokindersitz nach vorne oder aber das Lieblingsstofftier. Es gelingen Aufnahmen, die mitunter etwas sehr Kunstvolles, ja Künstlerisches haben und die den Blick zu fesseln vermögen.

Für Drei- bis Sechsjährige bieten sich Kompaktkameras mit einem großen Display und nicht zu vielen Menüfunktionen an. Robust sollte die Kamera sein, denn einen leichten Sturz muss das Gerät schon aushalten. Beim Kauf ist auch darauf zu achten, dass das Objektiv beim Ausschalten der Kamera automatisch geschützt wird, ein separater Objektivdeckel ist nicht ratsam, denn er geht bei Kindern gerne verloren.

Je älter das zu beschenkende Kind ist, desto gefragter sind Zoom und auch Menüfunktionen, denn das Experimentieren ist eine große Leidenschaft dieser Altersgruppe. Dadurch, dass Kinder von klein auf mit der Technik umzugehen wissen, ist es für sie ein Leichtes, Kameras intuitiv zu bedienen. Mit dem Menü haben sie keine Probleme und selbst, wenn sie noch nicht gut lesen können, so helfen die Symbole, die Kamera zu bedienen.

Festzustellen ist, dass Kinder und Jugendliche besonders die Makrofunktion an ihrer Kamera schätzen. Ob kleine Tiere, wie Ameisen, Fliegen, Würmer, oder Pflanzen und deren Blüten, sie gehen den kleinen Dingen auf die Spur und halten jedes Detail fest. Erstaunlich ist, dass es mit einer Aufnahme oftmals nicht getan ist. Da wird ein und dieselbe Blüte aus verschiedenen Blickwinkeln gerne 20 oder 30 Mal abgebildet und am nächsten Tag werden die Veränderungen dokumentiert.

Besonders beliebt unter Jugendlichen ist auch die Serienbildfunktion. Mit viel Phantasie gelingen ihnen Bildserien, die außergewöhnlich sind. Das ist nicht nur auf die Motive zurückzuführen, die abgelichtet werden, sondern vielfach auch auf die ungewöhnliche Perspektive, die so gar nicht der gewohnten Sichtweise der Erwachsenen entspricht.

Mit zunehmendem Alter und Erfahrungen mit der Photographie sind Bridge- und digitale Spiegelreflexkameras unter Jugendlichen sehr begehrt und ein Geschenk, dass die Augen zum Leuchten bringen wird. Beide Kamerasysteme bieten den Nachwuchsphotographen unendlich viele Möglichkeiten, die sie für sich zu nutzen wissen.

Das Bild ist es, womit sich die Jugend Gehör verschaffen möchten - es sind die visuellen Botschaften, die im Vordergrund stehen. Stimmungen, Empfindungen sind ebenso ein Thema wie das „Schöne“, das diese Altersgruppe umgibt. Es geht ihnen aber auch darum, Erinnerungen dauerhaft festzuhalten, und das gelingt nur mit einer Kamera.
 

Fotografieren in der Praxis 11 / 2008

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